20. Februar 1942

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[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 20. Febru­ar 1942

Gelieb­tes, teu­res Herz! Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

Her­ze­lein! So schnell ist der Tag ver­gan­gen über den Geschäf­ten, Dein Man­ner­li war heu­te flei­ßig, und hat ver­schie­dent­lich Ord­nung geschafft, wo es not­tat. Es ist immer wie­der ulkig zu sehen, wie einem die Fäden in die Hän­de zurück­glei­ten. Und es ist ein bun­tes Vie­ler­lei, das da wie­der der Erle­di­gung harrt – und mit jedem Male steht man ihm frei­er und siche­rer gegen­über.

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11. Oktober 1941

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Sonn­abend, den 11. Okto­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

In der Schreib­stu­be sit­ze ich jetzt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es drau­ßen. Bis in die Zim­mer dringt die Wär­me und den Rock, den ich jetzt über die Blu­se immer zie­he, muß­te ich able­gen. Der Spieß hält frei­en Nach­mit­tag. Zum ers­ten Male, seit ich hier bin, haben wir die Arbeit ein­ge­holt. Und so haben wir in der Schreib­stu­be auch frei tan­zen. Die jun­gen [sic] haben sich schon ver­tru­belt [sic]. Ich sit­ze schon eine gan­ze Wei­le allein. Das ryth­mi­sche [sic] Rau­schen des Mee­res ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schwer wur­den mir die Augen­de­ckel, und so habe ich sie auch ruhig ein Vier­tel­stünd­chen fal­len las­sen. Aber nun will ich Dein den­ken, gleich ein bis­sel auf Vor­rat. Wei­ter­le­sen!

02. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 2. Okt. 1941

Mein lie­bes teu­res Herz! Gelieb­tes Weib!

Nun ist wie­der Abend, Fei­er­abend auch. Ein schö­ner Tag mit wol­ken­lo­sem Him­mel geht zu Ende. Aber vom H [sic] Mee­re her ging eine küh­le Luft und nach Son­nen­un­ter­gang wird es sehr kühl. Den gan­zen Nach­mit­tag haben wir der Son­ne uns[e]re Bal­kon­tür geöff­net, aber nun habe ich sie schleu­nigst geschlos­sen. So haben wir uns für den Abend schö­ne Wär­me ein­ge­fan­gen. Scharf und dun­kel trat das Gebir­ge her­vor heu­te abend mit dem Olymp. Er trägt schon eine Schnee­hau­be. Wir fürch­ten den Win­ter nicht. Alle Schei­ben sind ein­ge­zo­gen. Ein nied­li­ches Öfchen mit lan­gem Rohr harrt der Benut­zung. In der Schreib­stu­be neben­an steht ein grö­ße­rer, leis­tungs­fä­hi­ger, von des­sen Wär­me auch wir ein wenig pro­fi­tie­ren wer­den. Wei­ter­le­sen!

30. September 1941

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Diens­tag, am 30. Sep­tem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter [Roland]! Du!!!

Eben bin ich mit mei­ner Arbeit fer­tig, habe mich gewa­schen und umge­zo­gen und nun will ich zuerst Dein den­ken, Du! Was wirst [Du] denn jetzt machen um die­se Stun­de? Es wird gleich 1400 [Uhr] sein. Ob Du wohl Mit­tags­ru­he hältst? Ach, ich wüß­te es doch soo ger­ne! Gleich käme ich ein­mal ganz lei­se hin zu Dir, um nachzuschau[e]n, ob mein Herz­lieb auch schön zuge­deckt ist und schläft! Gelieb­ter! Mein [Roland]! Ach Du, wie lieb ich Dich habe!!! Soooooo sehr lieb!!!!! Nun hast Du die ers­te Nacht wie­der in Dei­nem Bett­lein geschla­fen, das Köpf­chen nach der Rich­tung zu mir hin gewandt, ja Du? Und ich dre­he mich Dir zu!! Ganz lieb habe ich Dein gedacht ges­tern abend vor’m Ein­schla­fen – ach, ich mei­ne, daß Du es gefühlt hast. Nach ½ 10 [Uhr] abends bin ich schla­fen gegan­gen. Wei­ter­le­sen!

13. August 1941

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Mitt­woch, den 13. August 41

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!!!

Freu­de ist in unse­ren Her­zen, Gelieb­te, gro­ße Freu­de!!! Kaum, daß unser Herz sie all[‘] noch fas­sen kann. Freu­de aus Lie­be, aus gro­ßer tie­fer Lie­be! Die leuch­tet und strahlt aus Dei­nem lie­ben Boten, der heu­te zu mir gekom­men ist – Du liebst mich sooo sehr!!! Du!!!!! So wie ich sehn­lich heim­zu­keh­ren wün­sche – so war­test Du mein. So wie ich zu Dir kom­men will mit aller Lie­be – so willst Du mich emp­fan­gen! So wie ich dann ganz Dein sein will – so willst Du mein sein! Oh Gelieb­te!!! Heim­zie­hen willst [Du] mich? – Du!!! Du!!!!! Es wird wohl ein Wett­lau­fen wer­den – – – nach Dei­nem Schloß, nach Dei­nem Heim! Nach mei­nem Schloß, nach mei­nem Heim! Wei­ter­le­sen!