11. Oktober 1941

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Sonnabend, den 11. Okto­ber 1941

Herzenss­chätzelein! Geliebte! Du meine liebe [Hilde]!

In der Schreib­stube sitze ich jet­zt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es draußen. Bis in die Zim­mer dringt die Wärme und den Rock, den ich jet­zt über die Bluse immer ziehe, mußte ich able­gen. Der Spieß hält freien Nach­mit­tag. Zum ersten Male, seit ich hier bin, haben wir die Arbeit einge­holt. Und so haben wir in der Schreib­stube auch frei tanzen. Die jun­gen [sic] haben sich schon vertrubelt [sic]. Ich sitze schon eine ganze Weile allein. Das ryth­mis­che [sic] Rauschen des Meeres ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schw­er wur­den mir die Augen­deck­el, und so habe ich sie auch ruhig ein Vier­tel­stünd­chen fall­en lassen. Aber nun will ich Dein denken, gle­ich ein bis­sel auf Vor­rat. Weit­er­lesen!

02. Oktober 1941

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[Saloni­ki] Don­ner­stag, den 2. Okt. 1941

Mein liebes teures Herz! Geliebtes Weib!

Nun ist wieder Abend, Feier­abend auch. Ein schön­er Tag mit wolken­losem Him­mel geht zu Ende. Aber vom H [sic] Meere her ging eine küh­le Luft und nach Son­nenun­ter­gang wird es sehr kühl. Den ganzen Nach­mit­tag haben wir der Sonne uns[e]re Balkon­tür geöffnet, aber nun habe ich sie schle­u­nigst geschlossen. So haben wir uns für den Abend schöne Wärme einge­fan­gen. Scharf und dunkel trat das Gebirge her­vor heute abend mit dem Olymp. Er trägt schon eine Schnee­haube. Wir fürcht­en den Win­ter nicht. Alle Scheiben sind einge­zo­gen. Ein niedlich­es Öfchen mit langem Rohr har­rt der Benutzung. In der Schreib­stube nebe­nan ste­ht ein größer­er, leis­tungs­fähiger, von dessen Wärme auch wir ein wenig prof­i­tieren wer­den. Weit­er­lesen!

30. September 1941

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Dien­stag, am 30. Sep­tem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebter [Roland]! Du!!!

Eben bin ich mit mein­er Arbeit fer­tig, habe mich gewaschen und umge­zo­gen und nun will ich zuerst Dein denken, Du! Was wirst [Du] denn jet­zt machen um diese Stunde? Es wird gle­ich 1400 [Uhr] sein. Ob Du wohl Mit­tagsruhe hältst? Ach, ich wüßte es doch soo gerne! Gle­ich käme ich ein­mal ganz leise hin zu Dir, um nachzuschau[e]n, ob mein Her­zlieb auch schön zugedeckt ist und schläft! Geliebter! Mein [Roland]! Ach Du, wie lieb ich Dich habe!!! Soooooo sehr lieb!!!!! Nun hast Du die erste Nacht wieder in Deinem Bet­tlein geschlafen, das Köpfchen nach der Rich­tung zu mir hin gewandt, ja Du? Und ich drehe mich Dir zu!! Ganz lieb habe ich Dein gedacht gestern abend vor’m Ein­schlafen – ach, ich meine, daß Du es gefühlt hast. Nach ½ 10 [Uhr] abends bin ich schlafen gegan­gen. Weit­er­lesen!

13. August 1941

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Mittwoch, den 13. August 41

Mein liebes, teures Herz! Her­zlieb! Geliebte mein!!!

Freude ist in unseren Herzen, Geliebte, große Freude!!! Kaum, daß unser Herz sie all[‘] noch fassen kann. Freude aus Liebe, aus großer tiefer Liebe! Die leuchtet und strahlt aus Deinem lieben Boten, der heute zu mir gekom­men ist – Du lieb­st mich sooo sehr!!! Du!!!!! So wie ich sehn­lich heimzukehren wün­sche – so wartest Du mein. So wie ich zu Dir kom­men will mit aller Liebe – so willst Du mich emp­fan­gen! So wie ich dann ganz Dein sein will – so willst Du mein sein! Oh Geliebte!!! Heimziehen willst [Du] mich? – Du!!! Du!!!!! Es wird wohl ein Wet­t­laufen wer­den – – – nach Deinem Schloß, nach Deinem Heim! Nach meinem Schloß, nach meinem Heim! Weit­er­lesen!

12. August 1941

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Mon­tag, den 11. August 1941

Mein liebes, teures Herz! Herza­ller­lieb­stes Schätzelein!

Eigentlich ist Dien­stag, da ich schreibe, aber ich schreibe den Mon­tag­brief! Dein Hubo wurde gestern abend von so großer Müdigkeit befall­en, daß er schon um 9 Uhr ins Bet­tlein gekrochen ist. Nun ist er fein aus­geschlafen. Er hat doch gestern deshalb genau­so lieb immer Dein gedacht. War doch über Mit­tag in Geschäften unter­wegs. Ach, Her­zlieb, ich muß doch jede freie Minute Dein gedenken, und nun, so kurz vor unserem Wieder­se­hen mit heißem Sehnen und Ver­lan­gen. Weit­er­lesen!