25. November 1941

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Diens­tag, den 25.Nov.1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Weib! Mei­ne Hil­de!

Heu­te ist mein Bote kei­ne Ant­wort, denn der Dei­ne blieb heu­te aus – es war aber auch zu schnell die letz­ten Tage. Aber eine Ant­wort ist er doch immer, Du! Ein Echo, ein Wider­glanz, ein Wider­schein Herz­lieb! Wider­schein Dei­nes und mei­nes Glü­ckes, unse­res Glü­ckes. Wei­ter­le­sen!

12. November 1942

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, 12. Nov.[ember] 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Wie mag es Dir heu­te erge­hen? Ich mach[‘] mir nun doch ein wenig Sor­ge. Woher hast Du nur die­se böse Erkäl­tung? Das übels­te ist der Hus­ten. Den mußt Du Dir bald­mög­lich vom Hal­se schaf­fen! Daß er Dich so quält. Ganz fein im Stüb­chen blei­ben, Herz­lieb, und der Gesund­heit zulie­be alles rücksichtslos bei­sei­te­schie­ben! Du kannst es Dir noch leis­ten. Wei­ter­le­sen!

23. Oktober 1941

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Don­ners­tag, den 23. Okt. 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te mein!

Noch immer kei­ne Post! Aber Du bist nicht schuld. Ich bin gewiß, daß Du mein denkst, ganz lieb, oh so lieb! Und ich bin heu­te so froh und ertap­pe mich heu­te vor­mit­tag über dem Musi­zie­ren pfeif­fen­der­wei­se. Gewiß kommt das Froh­sein von Dir liebs­ten Her­zens­schatz. Herz­lieb, Du! Wei­ter­le­sen!

15. August 1941

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Frei­tag, am 15. August 1941.

Gelieb­ter Du!!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Herz­lieb! Heu­te kam nun auch noch Dein Bote vom Frei­tag an, gra­de ein Woche brauch­te er! Du!! Ach, habe Du her­zin­ni­gen Dank für alle Zei­chen Dei­ner treu­en Lie­be! Gelieb­tes­ter!!! Du!! Hast mich ja sooo tief beglückt! Du!!!!! Ach Schät­ze­lein! Was bedeu­ten mir doch Dei­ne Boten!!! Wie ich sie lieb und wert hal­te, davon kannst Dich ja nun sogar selbst über­zeu­gen, wenn Du bei mir bist! Ach – um kei­nen Preis in der Welt möch­te ich sie her­ge­ben!!! Und ich bin ja eben­so rüh­rend när­risch wie Du! Wei­ter­le­sen!

03. August 1941

T&Savatar[410803–1-1]

Sonn­tag­mor­gen, den 3. Aug. 41

Schät­ze­lein! Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de], Du!

Ganz lei­se hab ich mich in Dein Käm­mer­lein gestoh­len – schläft doch noch, mein Her­zens­schatz. Nun sitz[‘] ich am Ran­de vom Bett­lein und schau ihm zu, wie es schläft! Und das darf ich doch eigent­lich nicht – und wenn es erwacht, wird mein Lieb mich bestra­fen. Aber bevor er bestraft wird, da stiehlt der Dieb. Und jetzt bin ich der Dieb. Du!!! Du!!!!! Herz­lieb! Ich muß Dich doch sooo lieb­ha­ben! Und jetzt könnt ich mir doch gleich ein Stück­chen abbei­ßen vor Lie­be – ach Du! lan­ge könnt ich Dir nicht zuschau­en beim Schla­fen. Dann wollt ich es küs­sen, die Stir­ne, und wollt die Wäng­lein an den mei­nen füh­len, und wollt Dich am Näs­chen zup­fen und am Kinn­chen krab­beln – und dann wollt ich sehen, was das für ein Erd­be­ben ist; dort beim Her­ze­lein – und sehen, zu wem das Bein­chen gehört – und dann wollt ich wis­sen, um wen Du Dei­ne Arme sooo lieb ver­schränkst – ach, und unter­des­sen wär es ja längst schon mun­ter – und der Dieb ertappt: „ich wollt doch bloß sehen, ob Du schon mun­ter bist.“ Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!