21. November 1941

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Fre­itag, am 21. Novem­ber 1941.

Herza­ller­lieb­ster Du! Herzenss­chätzelein! Mein lieber, guter [Roland]!

Heute ist so schönes Herb­st­wet­ter draußen, die Sonne scheint richtig warm über Mit­tag und man kann sich gar­nicht denken, daß schon mal tage­lang dick­er Win­ter geherrscht hat und frostk­lin­gende Kälte. Das ist eine gefährliche Wit­terung jet­zt! Man gerät in Ver­suchung, das dicke, wol­lene Zeug abzus­treifen – aber das wäre das Dümm­ste, was man machen kön­nte. Ich bin sooo brav, Herzelein! Ich behalte all meine wol­lenen Sachen an, mag die Sonne noch so liebäugeln! Ich lasse mich nicht täuschen; ich [bin] froh, daß ich soweit wieder gesund bin. Du!!! Weit­er­lesen!

01. Oktober 1941

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[Thes­sa­loni­ki] Mittwoch, den 1. Okto­ber 1941

Herza­ller­lieb­ste! Meine liebe, liebe [Hilde]!

Ob man sich auch dage­gen sträubt, es kommt doch alles nun wieder ins alte Geleise. Daß man ein­mal aus dem Geleise geris­sen wird, daß man nicht fes­t­fährt in einem Geleise, das ist wichtig für das Leben, und das müssen wir uns auch für später merken. Das Schul­meis­terleben ist so angelegt, daß es zu solchem Fes­t­fahren schw­er­lich kommt. Ob [w]ir auch ein­mal Ehe­fe­rien brauchen, um nicht festz­u­fahren? Ich nicht. Und Du? – Ich werde Dir keine bewil­li­gen! Weit­er­lesen!

27. September 1941

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Sonnabend, am 27. Sep­tem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Geliebter [Roland]! Du!

Eben habe ich einen lan­gen Schreibebrief [sic] an die lieben Eltern nach K. been­det. Ich zählte ihnen auf, was wir an all den schö­nen Son­nen­t­a­gen noch miteinan­der unter­nah­men, erlebten. Wie wir Dich aus­rüsteten auf die Rück­reise, damit sie sich nicht sor­gen! Und wie der let­zte Tag in der Heimat ver­lief. Sie wer­den sich gewiß recht freuen, daß ich sie mit teil­haben lasse an allem. 4 lange Seit­en sind es gewor­den. Wir sind heute soweit fer­tig mit unserem Pro­gramm (Reinemachen)[,] ich denke nicht daran, mich zu über­stürzen. Während ich schrieb, stand ein Hefeapfelkuchen im Ofen. Weit­er­lesen!

16. August 1941

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Sonnabend, den 16. August 1941

Herzenss­chätzelein! Geliebtes Weibchen! Du!!! Du!!!!!

Ach, ist es denn so klein, mein Her­zlieb? Daß mir nur die chen und lein gefall­en mögen? Ist doch alles sooo groß an ihm: die Ärm­chen und Händlein, und die Beineln und Füßeln – das Köpfchen ist ja nicht groß – und das Münd­chen, grad recht zum Küssen – und das Herzelein – grad recht zum Lieb­haben über alles in der Welt – ach Geliebte! Geliebte!!! Ich glaub[‘], das Man­ner­li will es heut[‘] ganz lieb und zärtlich mit Dir meinen – wie immer – aber manche Tage doch mehr – wirst’s schon merken – später, Du!!! Geliebte! Nun darf ich doch auch zärtlich sein – mit Dir, mit Dir!!! Du!!!!! Weit­er­lesen!

08. August 1941

Auszug aus dem Brief mit Strich
Auszug aus dem Brief mit Strich

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Fre­itag, am 8. August 1941.

Geliebtes, teures Herz! Du mein lieber, guter [Roland]! Du!!

Her­zlieb!! Eben bin ich aus der Bade­wanne gestiegen, ach Du! Mir zit­tern richtig die Hände, so sehr habe ich gear­beit­et. Ich bin schon ganz fer­tig mit Reinemachen, denke nur mal! Und schon gebadet! Und dabei zeigt die Uhr erst ½ 3 [Uhr] am Nach­mit­tag. Ich mußte mich so sehr beeilen, weil ich noch viel anderes vor habe [sic]. Geheim­nis!! —— [siehe Abbil­dung] Weit­er­lesen!