26. Juni 1942

Hochzeit auf Bären­hof, deutsch­er Spielfilm, 1942, von Regis­seur Carl Froelich, mit Unter­ti­tel: Die Geschichte ein­er Liebe aus besseren Tagen. Bild über IMDb, 09.2018.

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Fre­itag, am 26. Juni 1942.

Herzelein! Mein lieber, lieb­ster [Roland]! Geliebtes Herzelein!

Du! Nun ist Abend gewor­den und ich kann mich zu Dir set­zen, zwar ist das Abend­brot noch nicht vor­bei, doch die Zeit bis dahin will ich mit Dir ver­plaud­ern. Du!! Die Sonne hat­te sich ein wenig verkrochen und die Luft [w]ar recht abgekühlt, so bin ich heute ein­mal nicht son­nen­baden gegan­gen auf den H., son­dern habe mich fein nüt­zlich gemacht im Hause. Weit­er­lesen!

13. Februar 1942

Pieter Bruegel the Elder - The Tower of Babel (Vienna) - Google Art Project - edited.jpg
Der Turm­bau zu Babel, 1563, von Pieter Bruegel der Ältere, ursprünglich aus dem Google Art Project., Geme­in­frei, Link

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Wien, den 13. Feb­ru­ar 1942

Herza­ller­lieb­ste! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Auf dem toten Gleis, so kommt man sich hier vor, abgestellt. Ach, wie manch­er, der jet­zt so bös mit dran muß, wün­schte es sich vielle­icht so. Es ist eben kein Men­sch zufrieden mit dem, was er ger­ade hat. Und wir soll­ten es doch sein, ganz zufrieden und dankbar. Oh ja, ganz zufrieden und dankbar. Weit­er­lesen!

21. November 1941

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Fre­itag, am 21. Novem­ber 1941.

Herza­ller­lieb­ster Du! Herzenss­chätzelein! Mein lieber, guter [Roland]!

Heute ist so schönes Herb­st­wet­ter draußen, die Sonne scheint richtig warm über Mit­tag und man kann sich gar­nicht denken, daß schon mal tage­lang dick­er Win­ter geherrscht hat und frostk­lin­gende Kälte. Das ist eine gefährliche Wit­terung jet­zt! Man gerät in Ver­suchung, das dicke, wol­lene Zeug abzus­treifen – aber das wäre das Dümm­ste, was man machen kön­nte. Ich bin sooo brav, Herzelein! Ich behalte all meine wol­lenen Sachen an, mag die Sonne noch so liebäugeln! Ich lasse mich nicht täuschen; ich [bin] froh, daß ich soweit wieder gesund bin. Du!!! Weit­er­lesen!

01. Oktober 1941

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[Thes­sa­loni­ki] Mittwoch, den 1. Okto­ber 1941

Herza­ller­lieb­ste! Meine liebe, liebe [Hilde]!

Ob man sich auch dage­gen sträubt, es kommt doch alles nun wieder ins alte Geleise. Daß man ein­mal aus dem Geleise geris­sen wird, daß man nicht fes­t­fährt in einem Geleise, das ist wichtig für das Leben, und das müssen wir uns auch für später merken. Das Schul­meis­terleben ist so angelegt, daß es zu solchem Fes­t­fahren schw­er­lich kommt. Ob [w]ir auch ein­mal Ehe­fe­rien brauchen, um nicht festz­u­fahren? Ich nicht. Und Du? – Ich werde Dir keine bewil­li­gen! Weit­er­lesen!

27. September 1941

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Sonnabend, am 27. Sep­tem­ber 1941.

Herzenss­chätzelein! Geliebter [Roland]! Du!

Eben habe ich einen lan­gen Schreibebrief [sic] an die lieben Eltern nach K. been­det. Ich zählte ihnen auf, was wir an all den schö­nen Son­nen­t­a­gen noch miteinan­der unter­nah­men, erlebten. Wie wir Dich aus­rüsteten auf die Rück­reise, damit sie sich nicht sor­gen! Und wie der let­zte Tag in der Heimat ver­lief. Sie wer­den sich gewiß recht freuen, daß ich sie mit teil­haben lasse an allem. 4 lange Seit­en sind es gewor­den. Wir sind heute soweit fer­tig mit unserem Pro­gramm (Reinemachen)[,] ich denke nicht daran, mich zu über­stürzen. Während ich schrieb, stand ein Hefeapfelkuchen im Ofen. Weit­er­lesen!