01. Oktober 1941

T&Savatar[411001–2-1]

Mitt­woch, am 1. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Heu­te sieht der Him­mel aus wie ein schmut­zi­ger Sack. Grau in grau, bis nach 900 [Uhr] vor­mit­tags muß­te ich Licht bren­nen! Das vor­aus­ge­ahn­te Regen­wet­ter ist da! Und in einem Aus­ma­ße, daß [sic] an Ergie­big­keit nichts zu wün­schen übrig läßt. Na, mei­net­we­gen – ich kann im Trock[e]nen sit­zen und Du? Herz­lieb? Du mußt Dich auch nicht mehr d[a]rüber grä­men; denn Du hast viel­leicht eitel Son­nen­schein um Dich heu­te?! Wei­ter­le­sen!

29. September 1941

T&Savatar[410929–2-1]

Mon­tag, am 29. Sep­tem­ber 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Heu­te beginnt die ers­te Woche ohne Dich, Du!! Mon­tag ist. Und über­mor­gen fängt schon der neue Monat an, Okto­ber. Die Zeit läuft unauf­halt­sam wei­ter – sie läßt sich nicht auf­hal­ten. Und das ist auch gut so, Du!!! Wei­ter­le­sen!

07. Dezember 1940

Matilda Compass
8.12.1940 begann Ope­ra­ti­on Com­pass, die ers­te gro­ße mili­tä­ri­sche Ope­ra­ti­on der Alli­ier­ten des Zwei­ten Welt­kriegs in Nord­afri­ka. Das Ver­ei­nig­te König­reich und die Com­mon­wealth-Län­der führ­ten einen Gegen­of­fen­siv gegen den ita­lie­ni­schen Ein­griff aus. Bild: Bri­ti­scher Matil­da-II-Pan­zer wäh­rend der Ope­ra­ti­on Com­pass, 19.12.1940. Bild: Kea­ting G (Capt) No 1 Army Film & Pho­to­gra­phic Unit, Impe­ri­al War Muse­ums, No. 4700–32, E 1416.
[401207–2-1]

Sonn­abend, am 7. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

See­manns­fei­er­tag ist schon heu­te, und Du mußt ihn wie­der allein fei­ern — Du! Wie ich mich seh­ne, bei Dir zu sein, mein Herz!! Vori­gen Sonn­abend begann er für uns zwei Unge­dul­di­ge zwar recht spät — weißt Du noch? — Doch dafür wur­de er auch drei­mal fast län­ger aus­ge­dehnt, als üblich — bis zum Mon­tag galt er! Du! Die Glo­cken vom Kirch­tur­me läu­ten eben jetzt auch den Sonn­tag ein, 6 Uhr ist es. Und damit beginnt mein Fei­ern. Wei­ter­le­sen!

25. Januar 1939

„Danzig ist Deutsch”, NSDAP Propagandaplakat, 1939. Quelle: Georg Hammrich. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nazi_World_War_II_poster_Danzig_is_German.jpg, herunterladen Dezember 2013.
„Dan­zig ist Deutsch”, NSDAP Pro­pa­gan­da­pla­kat, 1939. Quel­le: Georg Hamm­rich. http://commons.wikimedia.org/wiki/File: Nazi_World_War_II_poster_Danzig_is_German.jpg, her­un­ter­la­den Dezem­ber 2013.

[390125–2-1]

O., am 25. Janu­ar 1939.

Mein lie­ber, guter [Roland]!

Unse­rer Ver­ein­ba­rung gemäß will ich Ihnen mei­ne gute Heim­kehr mit­tei­len und ein paar Zei­len schrei­ben.

Wenn sich die Brie­fe zwei­er Lie­ben­den kreu­zen, so sei das ein gutes Zei­chen, heißt ein altes Sprich­wort.

Ob wir nun in der einen Hin­sicht die­ses Wort auf uns bezie­hen [k]önnen, getraue ich mich nicht zu behaup­ten. Aber an das gute Zei­chen wol­len wir glau­ben, nicht wahr?

Zwei­mal schon schrie­ben Sie mir: „Ich muß die Schrei­be­rin die­ser Brie­fe lieb­ha­ben.“ — Ich will ganz ehr­lich sein.

Wenn ich an die bei­den ver­gan­ge­nen Tage, beson­ders an den Sonn­tag den­ke, über­strömt mich ein so tie­fes Glücks­ge­fühl. Ich bin nun ein­mal mehr gewiß, daß das, was Sie mir schrie­ben, die Wahr­heit ist. Gezwei­felt habe ich nie an Ihnen und [w]erde es auch nicht kön­nen. Ich konn­te nur nicht fas­sen, daß Ihre Wor­te Wahr­heit sind — ganz tief drin­nen im Her­zen bewahr­te ich sie auf. Ich hat­te Angst, Ihnen dar­über zu schrei­ben, Ihnen davon zu spre­chen; den ich mein­te, es müß­te dann alles zer­rin­nen wie ein schö­ner Traum.—

Auch Sie selbst kön­nen das Neue, das am Jah­res­an­fang auf uns ein­stürmt, noch nicht ruhig und gefaßt hin­neh­men. Wei­ter­le­sen!

27. Oktober 1938

[381027–1-1]

L. am 27. Okt. 1938

27.10.

Lie­be [Hil­de]!

In der Namen­fra­ge beu­ge ich mich gern Ihrer Ent­schei­dung. Ich hat­te Sie Ihnen ja zwi­schen den Zei­len zuge­scho­ben. Ich höre mei­nen Namen sel­ten rufen. Zu Hau­se sagt man meist „Gro­ßer, Groß­el.” Es wun­dert und freut mich doch, daß Sie an dem soli­den, alt­vä­te­ri­schen Namen Gefal­len fin­den. Es wird ein beson­de­rer Augen­blick sein, wenn er zum ers­ten Male von Ihren Lip­pen kommt.
Wei­ter­le­sen!