02. Dezember 1941

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Diens­tag, am 2. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Gelieb­ter!

Gleich zu Anfang habe ich eine sel­te­ne Fra­ge an Dich! Hast Du etwa mei­nen Kork vom Tin­ten­fäß­chen gefun­den in einem Dei­ner Päck­chen? Ach, wie dumm! Du kannst sie ja noch gar­nicht emp­fan­gen haben!! Aber, Her­ze­lein! Gib nur mal Obacht, gelt? Denn seit ich die Weih­nachts­päck­chen pack­te, ist mein Kork ver­schwun­den! Sollst nicht den­ken, das sei eine Bei­ga­be!! Du! Ich habe gar kei­ne Ruhe mehr, seit ich auf den Gedan­ken nun kam, ich könn­te ihn bei Dir mit ver­packt haben! [S]ollst also nicht den­ken, daß ich Dich irgend­wie froz­zeln will. So! Nun geht’s wei­ter. Wei­ter­le­sen!

22. Dezember 1940

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Sonn­tag, am 4. Advent 1940.

Win­tersan­fang — Hubo’s Geburts­tag.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Mein gelieb­ter, guter [Roland]!! Du!!

Ja, eigent­lich kommt noch hin­zu: der 22. Dezem­ber, aber zu allen guten Din­gen gehö­ren doch immer nur 3 [sic]! Und nun magst Du selbst wäh­len, Dicker­le, und magst gel­ten las­sen, was Dir beliebt, da oben rechts! Aber wei­ter unten dann, in der Mit­te, Du! Da mußt alles, alles gel­ten las­sen, was dort steht, hörst? Da ist eines so wich­tig wie das ande­re — da ist eines so lieb gemeint wie das ande­re! Wei­ter­le­sen!

10. Dezember 1940

Bild: Eine Fami­lie hört 1933 gemein­sam Radio (AP Archiv), aus: Bar­ba­ra Weber, Schwer­punkt­the­ma: “Der Füh­rer spricht”. Die Rol­le des Rund­funks im Natio­nal­so­zia­lis­mus, Deutsch­land­funk, 24.10.2013. 12.2015.

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Diens­tag, am 10. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Der Füh­rer hat gespro­chen! Und auch ich saß, gleich Dir am Laut­spre­cher. Unten bei der Mut­ter K.. Wir — Mutsch und ich — haben gleich mit unten geges­sen. Wie einst, weißt Du noch? Ganz gebannt habe ich gelauscht, Du! Es geht uns ja so viel an, was er uns zu sagen hat. Und uns, Du! Uns bei­den doch auch! Wei­ter­le­sen!

08. Dezember 1940

T&Savatar[401208–2‑1]

Sonn­tag, am 2. Advent 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Du!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Ich hat­te mich hin­gestetzt um zu häkeln ganz emsig woll­te ich sein. Der Vater schläft, die Mut­ter ist noch nicht da. So gut wür­de es pas­sen. Aber Du! Du bist es, der mir kei­ne Ruhe läßt! Du Schlim­mer! Mir brann­te rich­tig die Nadel zwi­schen den Fin­gern — ich muß­te sie weg­le­gen.

Nun sit­ze ich wie­der hier und den­ke Dein, mein [Roland]! Wei­ter­le­sen!

07. Dezember 1940

Matilda Compass
8.12.1940 begann Ope­ra­ti­on Com­pass, die ers­te gro­ße mili­tä­ri­sche Ope­ra­ti­on der Alli­ier­ten des Zwei­ten Welt­kriegs in Nord­afri­ka. Das Ver­ei­nig­te König­reich und die Com­mon­wealth-Län­der führ­ten einen Gegen­of­fen­siv gegen den ita­lie­ni­schen Ein­griff aus. Bild: Bri­ti­scher Matil­da-II-Pan­zer wäh­rend der Ope­ra­ti­on Com­pass, 19.12.1940. Bild: Kea­ting G (Capt) No 1 Army Film & Pho­to­gra­phic Unit, Impe­ri­al War Muse­ums, No. 4700–32, E 1416.
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Sonn­abend, am 7. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

See­manns­fei­er­tag ist schon heu­te, und Du mußt ihn wie­der allein fei­ern — Du! Wie ich mich seh­ne, bei Dir zu sein, mein Herz!! Vori­gen Sonn­abend begann er für uns zwei Unge­dul­di­ge zwar recht spät — weißt Du noch? — Doch dafür wur­de er auch drei­mal fast län­ger aus­ge­dehnt, als üblich — bis zum Mon­tag galt er! Du! Die Glo­cken vom Kirch­tur­me läu­ten eben jetzt auch den Sonn­tag ein, 6 Uhr ist es. Und damit beginnt mein Fei­ern. Wei­ter­le­sen!