Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Abschied

17. Oktober 1942

[421017–2‑1] Sonn­abend, am 17. Okto­ber 1942. Abend. Her­zens­schät­ze­lein! Ein­zig­ge­lieb­ter Du! Nun ist die stil­le Abend­stun­de und ich set­ze mich vor den Bogen, sit­ze in Gedan­ken nahe bei Dir, hal­te Dei­ne lie­be Hand in der mei­nen und las­se noch ein­mal den heu­ti­gen Tag an mir vor­über­zie­hen mit sei­ner Freu­de, sei­nem Lei­de, sei­nen Pflich­ten – und […]

16. Oktober 1942

Frei­tag, den 16.10.42

Her­zens­schät­ze­lein!

Aus sol­cher Nähe wer­de ich Dich viel­leicht nicht sogleich wie­der grü­ßen kön­nen. Gleich wird unser Zug abfah­ren. Wir haben schon einen fei­nen Sitzplatz!

Leb wohl! Behüt [sic] Dich Gott!

Ich habe dich so lieb, soooo lieb!!! Du! Du !!!!! !!!!! !!!

Ewig Dein [Roland].

16. Oktober 1942

3.)

Frei­tag, am 16. Okto­ber 1942. am Abend.

Mein [Roland]! Einziggeliebter!

Wie drau­ßen das Wet­ter tobt! Der Herbst­sturm heult ums Haus, und der Regen klatscht gegen die Schei­ben. Wir hat­ten wohl recht mit uns­rer Annah­me, daß die gemein­sam erleb­ten Herbst­son­nen­ta­ge die letz­ten sind in die­sem Jah­re. Du! Her­ze­lein! Es war doch, als blüh­ten Feld und Wald noch ein­mal auf wie […]

18. März 1942

[420318–1‑1] [Salo­ni­ki,] Mitt­woch, den 18. März 1942 Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, treu­es Weib! Soviel Lie­be ist heu­te zu mir gekom­men, daß ich gar nicht noch weiß, wohin mit aller Freu­de, mit allem Glück. Zwei lie­be Boten von Dir, der vom Diens­tag und der vom Don­ners­tag, einen Brief von daheim und einen von H.s aus L. Und woher […]

22. Februar 1942

[420222–2‑1] 16. Sonn­tag­abend, 20 15 Uhr. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter [Roland]! Um die­sel­be Zeit – heu­te vor 14 Tagen, Du! Da ging ich mit Dir die letz­ten Minu­ten Arm in Arm auf dem Bahn­steig auf und ab. Her­ze­lein! Denkst Du noch dar­an? Oh Du!!! Ich habe so bit­ter­lich geweint als ich heim­fuhr. Ach Du! Ich muß­te doch […]

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