07. September 1938

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O., am 7. Sep­tem­ber 1938

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Es ist eigent­lich schwer zu sagen[,] wie froh, wie erlöst ich war, als ich Ihre lang erwar­te­te Nach­richt in den Hän­den hielt. Ich bin Ihnen zu dop­pel­tem Dank ver­pflich­tet, und ich tue das von gan­zem Her­zen. Ihre Sonn­tags­grü­ße aus der Hei­mat haben dazu bei­getra­gen, mich hoff­nungs­vol­ler bli­cken zu las­sen auf das Kom­men­de. Nun sind alle Schat­ten fort — ich kann wie­der froh sein. Ich will heu­te die Geschich­te ruhen las­sen, es ist kei­ne lie­be Erin­ne­rung für mich. Es kommt sicher wie­der mal eine Stun­de, in der unser Gespräch dar­auf zurück­führt. Wei­ter­le­sen!

05. September 1938

Chor beim Ausflug, vor dem Briefwechsel etwa 1937 oder 1938; Vollbild siehe: http://www.tonkuhle.de/news/21559-trug-und-schein-ein-briefwechsel.html

[380905–1-1]

L. am 5. Sept. 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Lan­ge hat der Sonn­tag in mir nach­ge­klun­gen, und es war kein Miß­ton in dem Klang. Ihre Fra­ge am Brie­fen­de sagt mir, daß auch Sie zufrie­den waren. Schon im Zuge habe ich mich über mei­ne alber­ne Ant­wort geär­gert: „Doch, es war sehr nett”. Sie hät­ten nicht fra­gen sol­len. Sie dür­fen nicht glau­ben, daß ein klei­ner Ver­druß mich so leicht ver­stim­men könn­te. Daß Sie den Zuschlag lös­ten, hat mich nicht ein­mal ver­dros­sen. Sie ken­nen mei­ne Ansicht: Sie brin­gen das Opfer der grö­ße­ren Rei­se; was Sie in 2 Tagen ver­die­nen, habe ich in einem; ein Mäd­chen muß anders rech­nen als ein jun­ger Mann. Ich habe auf Ihren Brief gewar­tet. Wenn er am Frei­tag nicht gekom­men wäre, hät­te ich mir Gedan­ken gemacht. Wei­ter­le­sen!

03. September 1938

[380903–1-1]

B.

am 3. Sep­tem­ber 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Dies­mal müs­sen Sie sich mit die­sem Sonn­tags­gruß begnü­gen, Ihr Brief ist noch nicht fer­tig. Den Ihren erhielt ich am Frei­tag vor­mit­tag [sic]. Eine Nacht will ich alles beschla­fen. Heu­te Sonn­abend bin ich nach Hau­se gefah­ren.

Mor­gen vor­mit­tag [sic] wer­de ich zum Schrei­ben kom­men.

Ver­le­ben Sie einen recht fro­hen Sonn­tag, sei­en Sie mei­ner Wert­schät­zung ver­si­chert und recht herz­lich gegrüßt

von Ihrem [Roland Nord­hoff]

31. August 1938

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O., am 31. August 38.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

[I]ch bin am Sonn­tag wie­der gut zu Hau­se ange­langt. Doch nicht so froh und unbe­schwert als ander­mal. Sie muß­ten es ganz gewiß auch spü­ren; es ist seit dem Abschied etwas zwi­schen uns getre­ten, etwas Dunk­les, Frem­des. Ich quä­le mich die gan­ze Zeit mit dem Gedan­ken, daß ich es war, die den Miß­klang hin­ein­brach­te in unser[e]n Abschied, durch mein vor­ei­li­ges Han­deln auf dem Bahn­hof. Und ich weiß, daß ich Sie betrüb­te; denn Ihre Augen lügen nicht. Bit­te, ver­zei­hen Sie mir das, es war bestimmt nicht bös[‘] gemeint. Es fällt mir so schwer, in allem Ihr Gast zu sein. Wei­ter­le­sen!

25. August 1938

Monster4711, Warnschild, Maul- und Klauenseuche, Kreismuseum Syke, 13 May 2012, herunterladen http://de.wikipedia.org/wiki/Maul-_und_Klauenseuche, Juli 2013

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23.8.38

L. am 25.8.38

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Ihre Auf­nah­men haben mir viel Freu­de gemacht, am liebs­ten behielt ich sie alle. Die Bild­aus­schnit­te sind gut gewählt, nur ein Bild hat zuviel lee­ren Him­mel. Die Stel­lun­gen sind durch­weg leben­dig — Frau­en ver­ste­hen sich doch immer bes­ser ins rech­te Licht zu rücken!— und wenn ich nicht wüß­te, wem Sie so voll Lieb­reiz geses­sen (Modell sit­zen) und zuge­lacht haben, ich wür­de tat­säch­lich eifer­süch­tig. Wei­ter­lei­ten!