09. Januar 1942

[420109–1-1]

[Saloni­ki] Fre­itag, den 9. Jan­u­ar 1942

Mein liebes, teures Herz! Du, meine liebe, liebe [Hilde]!

Schätzelein! Vor­wärts drängt die Zeit – und mor­gen ist der längliche Jan­u­ar schon zweis­tel­lig. Luftwärts [sic] streben die Tage zur Höhe des Jahres und wir ergeben [sic] uns nicht zufrieden in diesen Lauf des Jahres, froh jedes neuen Tages – wir schauen unruhig aus, vor­wärts und rech­nen, über­schla­gen – wann wird Frieden sein, Frieden?! Weit­er­lesen!

04. Januar 1942

Sol­dat beim Lesen der Zeitung “Das Reich”, Sow­je­tu­nion, 1941. Bild: Pro­pa­gan­dakom­panien der Wehrma­cht — Heer und Luft­waffe, DBa Bild 101I-018‑0011-07, über Wikipedia Com­mons, Lizenz: CC-BY-SA 3.0, 02.2018.

[420104–1-1]

[Saloni­ki] Son­ntag, d.[en] 4. Jan­u­ar 1942

Herza­ller­lieb­ste mein! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Schätzelein, geliebtes! Voll Fra­gen und Span­nung und Erwartung ist doch Dein Man­ner­li – ganz voll, daß es ihm beina­he das Her­zlein bek­lem­men will: ob ich denn zu Dir kom­men darf? Zu Dir? Ob es denn über kurzem schon wahr wer­den soll, daß wir einan­der wieder­se­hen? Oh Herzelein! Ich spüre es: Du wartest mit mir – Du fragst mit mir – Du betest mit mir – oh Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Geduldig wollen wir bleiben, demütig ergeben in Gottes Willen – bei ihm ist alles beschlossen! Oh sag, Du! Was läßt so tief uns fra­gen? Was macht unser Herz erzit­tern? Worauf wartet es sooo in tief­stem bewegt? Oh Du!!!!! Du!!!!! !!!!! !!! Weit­er­lesen!

03. January 1942

JohannesBrahms[420103–1-1]

[Saloni­ki] Sonnabend den 3. Jan­u­ar 1941 [sic][1942]

Herzelein! Geliebtes Weib! Meine liebe [Hilde]!

Bei Dir sind meine Gedanken – – – “, besinnst [Du] Dich auf das schöne [Johannes] Brahmslied [Op. 95, Nr. 2]? Ach Herzelein! Ich muß ihnen doch nun richtig Zügel anle­gen, jet­zt nach dem Wei­h­nachts­fest, son­st – son­st eilen sie zu Dir – zu unserem Wieder­se­hen – oh Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Weit­er­lesen!

02. Januar 1942

[420102–2-1]

Fre­itag, am 2. Jan­u­ar 1942.

Herzenss­chätzelein! Mein geliebtes, teures Herz! Geliebter!

Du!!! Heute will ich wieder zu Dir kom­men.

Gestern war ich nur immer in Gedanken bei Dir. Der 1. Jan­u­ar war gestern. Du! Denke nur: wir schliefen bis um 10 vor­mit­tags! Nicht, daß wir so schlaf­bedürftig gewe­sen seien! Nein – es war das Gefühl des „Nichts­drän­gens“, eben des Feiertags. Unser Papa schlief ja auch bis Mit­tag, wußten wir, und so waren wir mal ganz faul. Herzelein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Sil­vester­abend! Mußt es doch gespürt haben über alle Ferne, Du!!! Eine her­rliche Nacht war es. So mond­hell, frostk­lir­rend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kirche heimge­gan­gen, nach­dem die Predigt zu Ende war und viele Leute noch das Abendmahl nah­men. Ganz allein ging ich auf der Straße. Wie war das doch schön! Über mir die unendliche Him­mel­sweite – so friedlich alles ring­sh­er. Weit­er­lesen!

02. Januar 1942

[420102–1-1]

[Saloni­ki] Fre­itag, den 2. Jan­u­ar 1942

Geliebtes Herz! Meine liebe, lieb­ste [Hilde]!

Ein Fen­ster­brief ist heute zu mir gekom­men. Im Schaufen­ster aus­gestellt Dein Man­ner­li!, aus­gestellt – von seinem Weiberl! Na, na – Frau [Nord­hoff] verkehrt mit ihrem Manne geschäftlich! Du!!! Bloß höch­stens vor den Augen der ander[e]n – ja? Schätzelein! Da ist doch auch das Man­ner­li fein brav, set­zt wom­öglich noch die Amtsmiene auf. Weit­er­lesen!