05. Juli 1939

[390705–2-1]

O., am 5. Juli 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Reynolds-Puck
Joshua Rey­nolds, Puck, 1789, Gemäl­de, Brid­ge­man Art Libra­ry, [Public domain], via Wiki­me­dia Com­mons
Wirst Du wohl heu­te das klei­ne nack­te Elfen­kind in emp­fang genom­men haben? Die­se paar Wor­te an Dich, das war am Mon­tag ziem­lich mei­ne gan­ze Arbeit zu Hau­se. Um sie­ben bin ich in[‘]s Bett. Ach Du! Ich war zum Umfal­len müde und matt. Damit ist aber nicht gesagt, daß ich nun ver­drieß­lich gewe­sen wäre — o nein — bei der Erin­ne­rung an Dich und an die gemein­sam ver­leb­ten Stun­den durch­ström­te mich ein so inni­ges Glücks­ge­fühl. Weißt Du, womit ich es ver­glei­chen könn­te?: Ein Kran­ker hat die Kri­sis über­wun­den und geht nun mit einem woh­li­gen Mat­tig­keits­ge­fühl sei­ner Gene­sung ent­ge­gen. Ich war vom lan­gen War­ten, vor Sehn­sucht nach Dir krank — end­lich kam der Tag an dem ich bei Dir sein konn­te, an dem wir uns recht lieb­ha­ben durf­ten. Wie glü­hend sehn­te ich die Stun­de her­bei in den Tagen vor­her — und dann, als wir uns gegen­über stan­den emp­fan­den wir bei­de: Wir waren vom War­ten schon so müde gewor­den und sahen es sich viel­leicht nicht so erfül­len, wie in unse­ren Träu­men vor­her. wei­ter­le­sen!

28. Juni 1939


[390628–1-1]

L. am 28. Juni 1939.

Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Ich lese es wie­der und wie­der und wer­de so glück­lich dar­über: daß Du Dich sehnst und bei mir sein willst. Lie­be [Hil­de], komm zu mir! Ich bin auch so froh dar­über, daß Du wie ich emp­fin­dest: daß wir bei­de ganz allein sein dür­fen und daß wir ein­an­der ganz für uns haben, das ist das höchs­te Glück und die glück­lichs­te Stun­de, o Liebs­te, ich seh­ne sie her­bei wie Du! Wei­ter­le­sen!

26. Juni 1939

T&Savatarsm[390626–2-1]

O., am 26. Juni 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

.…. Und wie­der ein­mal ist Mon­tag — end­lich die letz­te Woche ange­fan­gen, die noch zwi­schen unse­rem Wiederseh[e]n liegt. Du! Wie ich dar­auf war­te, Liebs­ter! Wei­ter­le­sen!

23. Juni 1939

[390623–1-1] L. am 22. Juni 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Du lie­bes, her­zi­ges Weib­chen, hast Dich so um mich gesorgt! Dei­nen Brief erhielt ich erst am Diens­tag, sodaß ich (ich) [sic] nicht dar­über erschrak. Lie­be [Hil­de], Du sollst Dich Dir um mich kei­ne über­trie­be­nen Sor­gen machen. Wei­ter­le­sen!

19. Juni 1939

[390619–2-1]

O., am 19. Juni 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Wie konn­te ich nur so schnell fas­sungs­los sein? Immer wie­der stel­le ich mir die­se Fra­ge. Nun betrach­te ich das Ges­tern als einen bösen, schwe­ren Druck, der jetzt von mir gewi­chen ist. Drau­ßen ist Son­nen­schein — in mei­nem Her­zen ist Son­nen­schein! Du, Liebs­ter! Wei­ter­le­sen!