09. September 1939

Rathaus Wittenberg.JPG
Rat­haus Wit­ten­berg, Sach­sen-Anhalt, Foto: Micha­el San­der, Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2014

390909–1-1

K. am 9. Sep­tem­ber 1939.

Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Über B. bin ich am Mitt­woch nach K. gefah­ren. 2 Stun­den habe ich beim Bru­der Ein­kehr gehal­ten. Im fins­te­ren Abteil bin ich dann ½8 Uhr durch das K.er Land gefah­ren. Am Don­ners­tag­mor­gen begab ich mich zum Rat­haus, um nach einer Arbeit zu fra­gen. Man behielt mich gleich dort. 2 Tage habe ich so wie Du Dienst getan und still­sit­zen müs­sen, habe Gewer­be­steu­erbeschei­de geschrie­ben und Steu­ern für die katho­li­sche Kir­che aus­ge­rech­net. Der Tag ver­ging dar­über sehr schnell. 2 Gefah­ren solch sit­zen­der Lebens­wei­se habe ich schon in die­sen bei­den Tagen erkannt: Leicht kann man sich erkäl­ten und leicht ver­dirbt man sich die Hal­tung. Weil nun am Mon­tag der Unter­richt wie­der begin­nen soll, ist mei­ne Gast­rol­le schon zu Ende. Wei­ter­le­sen!

05. September 1939

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

390905–1-1

S. am 5. Sep­tem­ber 1939.

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Sei recht sehr bedankt für Dei­nen lan­gen, schö­nen Brief.

Glau­bet ihr nicht, so blei­bet ihr nicht.“ [Jesa­ja 7:9]

Was betrübst Du Dich, mei­ne See­le

und bist so unru­hig in mir?

Har­re auf Gott!“ [Psalm 42:6] Wei­ter­le­sen!

04. September 1939

390904–2-1

(3. Sep­tem­ber 1939.)

O., am 4. Sep­tem­ber 1939.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Nimm mei­nen herz­lichs­ten Dank für Dei­nen lie­ben Sonn­tags­gruß, der mich so uner­war­tet über­rasch­te und erfreu­te. Zugleich schrie­ben mir auch Dei­ne lie­ben Eltern. Als ers­tes kom­me ich gleich zu Dei­nem Vor­schla­ge, den ich voll und ganz bil­li­ge. Ich den­ke, daß ich Mon­tags und Don­ners­tags schrei­be und Du Diens­tags und Frei­tags — oder an einem Tage der Dir lie­ber ist. Wei­ter­le­sen!

02. September 1939

390902–2-1

O., am 2. Sep­tem­ber 1939.

Am Mon­tag.

(2. Sep­tem­ber 1939.)

Mein lie­ber [Roland]!

Der ers­te Tag wie­der daheim, er ver­ging im Ver­gleich mit dem ver­gan­ge­nen recht lang­sam und er war aus­ge­füllt mit stram­mer Arbeit. Es war mir nicht leicht heu­te, ich füh­le recht deut­lich, wie Ihr Lie­ben mich ver­wöhnt habt in die­sen 14 Tagen. Ich bin so von Dank­bar­keit erfüllt, daß ich die­se schö­ne Zeit erle­ben durf­te. Wei­ter­le­sen!

02. September 1939

390902–1-1

S. am 2. Sep­tem­ber 1939.

Herz­lie­bes!

Einen Sonn­tags­gruß will ich Dir noch schrei­ben.

Bundesarchiv Bild 101I-012-0037-23A, Polen, Straßenkampf, Infanterie.jpg
Polen, Stra­ßen­kampf, Infan­te­rie, BA Bild 101I-012‑0037-23A, via Wiki­pe­dia Com­mons, 08.2014

Wo sind uns[e]re Feri­en­ta­ge geblie­ben, die sorg­lo­sen, glück­be­sonn­ten Tage? Hart und jäh wur­den sie abge­bro­chen von den wild­be­weg­ten Tagen die­ser Woche, und es gibt kein Aus­schwin­gen und Nach­kos­ten. Der dun­kels­te Gedan­ke aber, kaum faß­bar: Wäh­rend ich am Fens­ter sit­ze, umge­ben von die­ser so reich aus­ge­stat­te­ten, fried­li­chen Land­schaft, da steht die Welt in Brand, nicht an irgend­ei­nem Ende, son­dern an einem Ende, das uns gehört und berührt. Wei­ter­le­sen!