10. Januar 1939

“Judenärzte,” Der Stürmer, Jüdische Aerzte aus Deutschland und ihr Anteil am Aufbau des israelitischen Gesundheitswesen, http://aerzte.erez-israel.de/deutschland-1933/, herunterladen Dezember 2013.
“Judenärzte,” Der Stürmer, Jüdis­che Aerzte aus Deutsch­land und ihr Anteil am Auf­bau des israelitis­chen Gesund­heitswe­sen, http://aerzte.erez-israel.de/ deutsch­land-1933/, herun­ter­laden Dezem­ber 2013.

O., am 10. Jan­u­ar 1939.

Mein lieber [Roland]!

Ich danke Ihnen recht her­zlich für den lieben, großen Brief. Er kam ja so schnell, schon am Sonnabend, darum war die Freude um so größer. Und ich hätte Ihnen gar so gern gle­ich geant­wortet; doch immer kommt es anders, als man sich’s vorn­immt.

Am Sonnabend, dem let­zten unfrei­willi­gen Urlaub­stage [sic], war ich mit Mut­ter in Chem­nitz beim Arzt.

Da muß ich ein Stück zurück­greifen.

Vor 2 Jahren, um diese Zeit war Mut­ter operiert. Dieses Jahr mußte sie sich zur Nachunter­suchung ein­find­en. Seine Aus­sagen über ihr Befind­en waren sehr zufrieden­stel­lend. Ganz wider sein Erwarten ist alles gut ver­heilt und in bester Ord­nung. Die Schmerzen im Leib, die bei Wit­terung­sum­schlag sich ein­stellen, würde sie allerd­ings noch eine Weile beibehal­ten. Das gin­ge jedem Operierten so und würde sich erst nach Jahren beheben. Weit­er­lesen!

06. Januar 1939

T&Savatar[390106–1-1]

K. am 6. Jan­u­ar 1939.

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Auf die Nach­mit­tagsstun­den hat­te ich Deinen Son­ntags­gruß ver­schoben. Nun sind Elfriede und Hell­muth gekom­men. Die Zeilen schreibe ich in Eile, Du mußt entschuldigen. Nun muß ich Dee meine Tage wieder ohne Dich ver­brin­gen. Ach Du! Gestern ein­mal und als der Zug mich so rasch aus der Chem­nitzer Gegend ent­führte, da kam es mir hart an. Immer möchte ich um Dich sein! Aber Du bleib­st mir ja und will’s Gott ist der Tag nicht mehr allzufern, an dem unser Wun­sch sich erfüllt. Siehst Du abends nach den bei­den Ster­nen in Eurem Hofe? Sie verän­dern ihre Stel­lung zueinan­der, der dicke ist ein Wan­der­stern, ein Plan­et. Weit­er­lesen!

04. Januar 1939

Neujahrsfest, Bleigießen, Hans-Günter Quaschinsky, Sylvester bei Werner Lierck. In der Küche! 18 December 1957. Bundesarchiv Deutschland Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst, Bild 183-51875-0001. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-51875-0001,_Neujahrsfest,_Bleigie%C3%9Fen.jpg, herunterladen Dezember 2013.
Neu­jahrs­fest, Bleigießen, Hans-Gün­ter Quaschin­sky, Sylvester bei Wern­er Lier­ck. In der Küche! 18 Decem­ber 1957. Bun­de­sarchiv Deutsch­land All­ge­mein­er Deutsch­er Nachrich­t­en­di­enst, Bild 183–51875-0001. http://commons.wikimedia.org/wiki/File: Bundesarchiv_Bild_183-51875–0001,_Neujahrsfest,_Bleigie%C3%9Fen.jpg, herun­ter­laden Dezem­ber 2013.

[390104–1-1]

B. am 4. Jan. 1939.

Meine liebe [Hilde]!

Her­zlichen Dank für Ihre guten Wün­sche zum neuen Jahr. Kam mein Neu­jahrs­brief rechtzeit­ig an? Heute ist Mittwoch. Ich warte ungeduldig auf ein Zeichen von Ihnen. Und ich weiß doch, daß Ihnen wenig Zeit bleibt zum Schreiben. Sind Sie wieder gesund? Ich habe jet­zt soviel Zeit zum Warten. Ihre Bilder, die ich son­st auch am Son­ntag über mit mir nehme, habe ich am 2. Feiertag in L. liegen lassen. Nun muß ich mich an die bei­den Briefe hal­ten, den Geburt­stags­brief und den Wei­h­nachts­brief. Sie liegen im Kästchen ver­wahrt, jeden Tag lese ich einen von bei­den. Sie haben mir viel Freude damit bere­it­et. Vie­len Dank dafür, meine liebe [Hilde]. Weit­er­lesen!

04. Januar 1939

Grußkarte zum Neujahr 1938
Grußkarte zum Neu­jahr 1938

[390104–2-1]

O., am 4. Jan­u­ar 1939.

Dies­mal muß ich mit ein­er Erk­lärung begin­nen. Sie dür­fen nicht denken, daß ich in der ver­gan­genen Zeit Sie vergessen habe! [sic] Heute füh­le ich mich wieder wohl und ich will Ihnen alles schreiben, was ich aufze­ich­nete.

 

Am 29. Dezem­ber 1938.

Mein lieber [Roland]!

Eine uner­wartete Freude bere­it­ete mir heute Ihr lieber Brief. Aber sie wurde doch ein wenig getrübt durch die trau­ri­gen Tat­sachen, die Sie mir darin mit­teil­ten. Das muß ich sagen, ich habe eine mächtige Wut über die Lumperei, (entschuldigen Sie!) die auf der Post herrscht. Da habe ich nun beim Ver­schick­en der Blu­men schon einen Tag dazu gerech­net. Denken Sie, am Mon­tag vor Ihrem Geburt­stage, also am 19. gab ich dem Gärt­ner den Auf­trag und ich war dabei, als er die Nelken ein­pack­te, sie sind pünk­tlich abge­gan­gen. Ich hat­te mir das so schön als eine Über­raschung für Sie aus­gedacht, und Sie soll­ten nicht am Absender erken­nen, wer Ihnen das schickt. Weit­er­lesen!

30. Dezember 1938

[381230–1-1]

B. am 30. Dezem­ber 1938.

Meine liebe [Hilde]!

Gestern kam Ihr Paket an. Heute zieren nun auch Ihre Gaben meinen Gaben­tisch. Sie zieren ihn, liebe [Hilde]. Ich habe mich sehr gefreut über Ihr Geschenk. Was haben Sie sich für Aus­gaben gemacht! ‚Die gute Tante’ weilt zu Besuch bei uns. Sie ist ganz weg in das schöne Kästchen. Ich schrieb Ihnen schon ein­mal: „Ich muß die Schreiberin dieser Briefe lieb­haben.” Die Briefe von meinem lieben Schatz sollen zuerst darin Platz find­en, und es wird also ein richtiges Schatzkästlein sein. Ich weiß: auch Sie schenk­ten, um mir Freude zu machen, ohne Berech­nung. Wenn uns uns[e]re Geschenke auch nicht verpflicht­en, wenn sie auch das Schick­sal nicht hem­men kön­nen, so bekräfti­gen sie doch, was wir einan­der ver­sicherten: daß wir uns ernst prüfen wollen. „Lassen Sie mich nicht allein!” so bat­en Sie mich; „Lassen Sie mich nicht so leicht los!” so bat ich Sie.

Vie­len her­zlichen Dank, liebe [Hilde]!

Noch 2 Tage im alten Jahr. Es ist ein eige­nar­tiges Gefühl. “30. Dezem­ber 1938” weit­er­lesen