06. August 1938

Hilde, Ausflug nach Meissen, 31. Juli 1938

[380806–1-1]

4.8.

B. am 6. Aug. 1938

Liebes Fräulein [Laube]!

Es ist mir erst zu Hause recht deut­lich gewor­den, wieviel Laufer­ei und Aus­la­gen ich Ihnen zuge­mutet habe, als ich Ihnen auftrug, die Filme zu besor­gen. Sie haben mich aber recht ver­standen: Sie soll­ten die Bilder zuerst sehen und über die Auf­nah­men ver­fü­gen. Mit Span­nung und Ent­deck­er­freude langt man nach neuen Bildern. Ich betra­chtete erst die Bilder, eh[‘] ich Ihren Brief las. Ich war entzückt über die Auf­nahme an der Brüs­tung. Wie Sie dort entrückt [*] nach [sic] zu den himm­lis­chen Gefilden auf­schauen, das ist nicht ganz natür­lich, aber reizend. Ich bitte um Gnade für dieses Bild. Sehr hüb­sch die Auf­nahme am Fen­ster (ste­hend). Am wenig­sten gefällt mir, die nun noch übrig ist. Sie sitzen dort etwas gedrückt, das Gesicht etwas verknif­f­en, die Nase ungün­stig beleuchtet — ich hätte das sehen müssen. Die Aufre­gung ist schuld, ich habe noch zu wenig Übung in Bildern mit weib­lichem Vorder­grund. Weit­er­lesen!

03. August 1938

Roland, "Ich bin dir sooooo gut!", unbekannter Ort, irgendwann im 1938

[380803–2-1]

O., am 3. August 1938.

Lieber Herr [Nord­hoff]!

Wohlbe­hal­ten langte ich am Son­ntag in O. an. In Chem­nitz angekom­men, bin ich im Höl­len­tem­po rüber nach unser[e]m Bahn­steig ger­an­nt; ein­steigen und abfahren, das war eins.

Ich möchte nur wis­sen[,] ob auch Sie so matt und abges­pan­nt waren diese Tage. Unser Aus­flug allein kann das doch nicht aus­machen, vielle­icht liegt es viel an dieser schreck­lichen Hitze und noch ist kein Tropfen Regen gefall­en. Sie sind mir doch nicht bös[‘], weil Sie so lange auf Nachricht warten mußten? Am Mon­tag früh hab[‘] ich die Filme fort­ge­bracht, bis gestern nach­mit­tag [sic] sind sie fer­tig gewor­den. Ich kon­nte sie aber erst heute mor­gen [sic] abholen. Gestern war ich mit Mut­ter in der Stadt (Chem­nitz), einige Wege besor­gen und dann sind wir raus nach G. gefahren zu den Ver­wandten; mit dem 7 Uhr Zuge fuhren wir wieder zurück. Weit­er­lesen!

Reiseplan von Roland an Hilde im Juli 1938

Reiseplan von Roland an Hilde im Juli 1938, Datum unbekannt

[387000–1-1]

Reise­plan. [*]

Abreise [*]

Mon­tag d. 25. Juli.

Achtung!

 | Sie lösen in O. (einige Tage vorher [**])

 | 1. Urlaub­skarte Hal­ber­stadt

über Leipzig — Halle

kostet etwa 13,30M

| 2. (am Tage der Abreise [**])

Eilzugzuschlag Leipzig 0,25M

________________________________ Weit­er­lesen!

28. Juli 1938

[380728–1-1]

26.7.38

B. am 28.7.

Liebes Fräulein [Laube]!

Die Post arbeit­et gut und zuver­läs­sig. Voll Sorge [u]nd Ungeduld wartete ich am Son­ntag den Briefträger ab — er brachte nichts. Über­legen Sie ein­mal: Meine Absage hätte Sie nicht erre­icht, Sie wären nach Goslar gefahren und hät­ten mich nicht angetrof­fen, was hät­ten Sie getan?

Wenn Ihr O.er Briefträger die Brief­sachen nur ein wenig ansieht und ein bißchen nach­denkt, hat er längst her­aus, wer dieser [Hilde Laube] so viel zu schreiben hat. Weit­er­lesen!

25. Juli 1938

[380725–2-1]

25.7.38.

O., am 25. Juli 1938.

Lieber Herr [Nord­hoff]!

Einen schöneren Mor­gen­gruß hätte mir heute nie­mand br[in]gen kön­nen als Sie, mit Ihrer erlösenden Nachricht. Weil ich Sie nur außer Gefahr weiß, das übrige holen Sie nun schon noch auf; wie gut, daß Ihnen noch 14 Tage zur Ver­fü­gung ste­hen. Nützen Sie sie recht gut aus! Ich bin jet­zt so froh und dankbar.

Ach wären wir doch gle­ich zusam­men gefahren, vielle­icht wäre es nicht passiert,” so schrieben Sie im vorigen Brief — und wenn es so gekom­men wäre. Ich hätte alles darange­set­zt, Sie gesund zu bekom­men, ohne denen zu Haus[e] etwas merken zu lassen [sic]. Oder kön­nten Sie mir sowas nicht zutrauen? Weit­er­lesen!