Öffentliche Auseinandersetzung

Goethe, Johann Wolfgang: Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Berlin. Bey Johann Friedrich Unger. Antiquariat Dr. Haack Leipzig © Foto H.-P.Haack 2008-05-21, http://en.wikipedia.org/wiki/File:Wilhelm_Meisters_Lehrjahre_1795.jpg, herunterladen Dezember 2013.
Goe­the, Johann Wolf­gang: Wil­helm Meis­ters Lehr­jah­re. Ein Roman. Ber­lin. Bey Johann Fried­rich Unger. Anti­qua­ri­at Dr. Haack Leip­zig © Foto H.-P.Haack 2008-05-21, her­un­ter­la­den Dezem­ber 2013.

Öffent­li­che Geis­tes­wis­sen­schaf­ten: Zunächst in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus­dif­fe­ren­ziert, hat sich die Public Histo­ry seit den letz­ten zehn Jah­ren eben­so in Deutsch­land eta­bliert. Die Geschichts­wis­sen­schaf­ten ver­mit­teln ihre For­schung schon lan­ge nicht mehr nur in klas­si­schen For­ma­ten wie wis­sen­schaft­li­chen Publi­ka­tio­nen oder durch die Gestal­tung von Denk­mä­lern und von Muse­en. Film, Fern­se­hen, Radio und ins­be­son­de­re das Inter­net sind Mög­lich­kei­ten, um das Publi­kum des 21. Jahr­hun­derts anzu­spre­chen. Vir­tu­el­le Tech­no­lo­gi­en wie das „Soci­al Net­wor­king“ eröff­nen neue Mög­lich­kei­ten einer kri­ti­schen Begeg­nung jen­seits fach­wis­sen­schaft­li­cher und pro­fes­sio­nel­ler Gren­zen.

Auszug aus dem Brief vom 4. Mai 1938
Aus­zug aus dem Brief vom 4. Mai 1938

Um die­se neue Her­an­ge­hens­wei­se umzu­set­zen, brau­chen geschichts­ori­en­tier­te Geisteswissenschaftler/innen nicht nur Kennt­nis­se in der klas­si­schen aka­de­mi­schen For­schung, son­dern auch prak­ti­sche Erfah­run­gen mit digi­ta­ler Arbeit wie Archi­vie­rung, Aus­stel­lungs­kun­de, bzw. Öffent­lich­keits­ar­beit im All­ge­mei­nen. [1] Als Fol­ge davon ver­än­dert sich die Rol­len der Historiker/innen: Als wis­sen­schaft­lich trai­nier­te Expert/innen besit­zen sie Kom­pe­ten­zen in Fra­gen des Fak­ten­wis­sens und des kri­ti­schen ‚Lesens‘ his­to­ri­scher Quel­len. Sie sind aber nicht mehr die ein­zi­gen, die Deu­tun­gen aus der Ver­gan­gen­heit zie­hen dür­fen. „Geschich­tema­chen“ ist nicht nur eine Fähig­keit und Pra­xis aller Men­schen, son­dern auch eine all­ge­mein­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be. Dabei neh­men Historiker/innen neue Funk­tio­nen als Veranstalter/innen, Wegweiser/innen und Berater/innen ein. [2]

Hans Hinrich, Dreiklang, UFA, 1938; USA, Triad, 1938, heruntergeladen Juni 2013 und Exemplare des Films bestellbar von http://www.germanwarfilms.com/complete-selection-of-titles/dreiklang-1938.htm
Hans Hin­rich, Drei­klang, UFA, 1938; USA, Tri­ad, 1938, her­un­ter­ge­la­den Juni 2013 und Exem­pla­re des Films bestell­bar von http://www.germanwarfilms.com/complete-selection-of-titles/dreiklang-1938.htm

Zu den neu­en Arbeits­fel­dern der his­to­ri­schen Wis­sen­schaf­ten gehör­ten am Anfang die Digi­ta­li­sie­rung his­to­ri­schen Mate­ri­als und die Ent­wick­lung neu­er Tech­no­lo­gi­en. [3] Viel ent­schei­den­der sind jedoch Metho­den, um neue Ein­sich­ten in his­to­ri­sches Mate­ri­al zu erlan­gen. [4] Wissenschaftler/innen ana­ly­sie­ren Quel­len, z.B. als „Big Data“, durch „Text Mining“ oder durch „Topic Mode­ling“. Sie visua­li­sie­ren Lite­ra­tur oder Geschich­te kar­to­gra­phisch und sie gewin­nen neu­es Mate­ri­al durch „crowd­sour­cing“. T&S unter­stützt ins­be­son­de­re letz­te­res — eine asyn­chro­ne, kol­la­bo­ra­ti­ve Bereit­stel­lung und Aus­wer­tung von Brie­fen, bei der sich Benutzer/innen am Pro­zess der Digi­ta­li­sie­rung, Dis­kus­si­on und Ana­ly­se des Mate­ri­als betei­li­gen. T&S zielt nicht auf ein vor­ran­gig fach­wis­sen­schaft­li­ches Publi­kum, son­dern auf die Imple­men­tie­rung einer all­ge­mein zugäng­li­chen vir­tu­el­len Platt­form. Sie soll ein kri­ti­sches, “ent­schleu­nig­tes” Ver­ste­hen des All­tags im Zwei­ten Welt­krieg ermög­li­chen, an dem, ver­mit­telt über ver­schie­de­ne Medi­en, Forscher/innen und Lai­en, Stu­die­ren­de und Leh­ren­de, Jugend­li­che und Älte­re über­all auf der Welt par­ti­zi­pie­ren kön­nen. Die Deu­tungs­ho­heit über die Geschichts­er­zäh­lung liegt somit nicht nur bei den Forscher/innen und Wissenschaftler/innen, son­dern auch beim Lai­en. Die­ses Kon­zept heißt “sha­red aut­ho­ri­ty”, oder gemein­sa­me Auto­ri­tät und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesam­te T&S-Projekt. [5]

Joseph Karl Stieler, Bildnis von Ludwig van Beethoven, 1820, Beethoven-Haus, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Beethoven.jpg, herunterladen Februar 2014
Joseph Karl Stie­ler, Bild­nis von Lud­wig van Beet­ho­ven, 1820, Beet­ho­ven-Haus, her­un­ter­la­den Febru­ar 2014

Medi­en­wis­sen­schaf­ten: Die Fra­ge nach der Rol­le von Mas­sen­me­di­en für eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der Ver­gan­gen­heit wur­de in den deut­schen Geis­tes- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten wie­der­holt auf­ge­wor­fen. [6] Die Kri­ti­sche Theo­rie hat die Gefah­ren einer “Bewusst­seins­in­dus­trie” für die Demo­kra­tie her­aus­ge­stellt, die Erin­ne­rung mono­po­li­siert, kom­mer­zia­li­siert und Geschich­te wie Erin­ne­rung in Unter­hal­tung trans­for­miert. [7] Die vir­tu­el­len Tech­no­lo­gi­en ver­än­dern das Feld, in dem die­se Fra­gen nach der sozia­len Kon­struk­ti­on von Wis­sen beant­wor­tet wer­den müs­sen. Kon­kur­rie­ren­de Deu­tungs­an­ge­bo­te und die Schwie­rig­kei­ten, das öffent­li­che Inter­es­se zu gewin­nen, spie­len dabei eine bedeu­ten­de Rol­le. Immer mehr Men­schen sind in der Lage, ihr Geschichts­ver­ste­hen in der Öffent­lich­keit zu for­mu­lie­ren und zu reprä­sen­tie­ren. Bei­spie­le kön­nen in der Pres­se, im Rund­funk, im Inter­net, in Schul­klas­sen, Uni­ver­si­täts­se­mi­na­ren, in Jugend- und Senio­ren­grup­pen oder in Sozia­len Bewe­gun­gen gefun­den wer­den. Die­se neue Diver­si­tät der Aus­drucks­for­men birgt die Gefahr des Zer­falls in eine unüber­schau­ba­re Anzahl von Tei­löf­fent­lich­kei­ten.

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

Die beson­de­re Her­aus­for­de­rung liegt dar­in, die Auf­merk­sam­keit unter­schied­li­cher Grup­pen zu gewin­nen und einen gemein­sa­men Dia­log zu initi­ie­ren. Jedes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­um besitzt sei­ne Stär­ken und Schwä­chen. Die Beschrän­kung auf ein ein­zi­ges Medi­um geht auto­ma­tisch mit Beschrän­kun­gen ent­we­der hin­sicht­lich der räum­li­chen und sozia­len Reich­wei­te des Medi­ums, den Mög­lich­kei­ten der direk­ten oder indi­rek­ten Inter­ak­ti­on oder der Wech­sel­sei­tig­keit von Kom­mu­ni­ka­ti­on ein­her. T&S als inter­me­dia­le, zugangs- und betei­li­gungs­of­fe­ne Platt­form möch­te die Stär­ken unter­schied­li­cher media­ler For­ma­te mit­ein­an­der ver­bin­den. Dies geschieht auf Grund­la­ge von Lie­bes­brie­fen – die selbst das klas­si­sche Medi­um zwi­schen­mensch­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­on sind. Die Ver­bin­dung von unter­schied­li­chen Medi­en­for­ma­ten und –rezipient/innen schafft nicht nur Raum für eine Annä­he­rung an den All­tag im NS, son­dern eben­so an zeit­ge­nös­si­sche For­men der Gesel­lig­keit und Sozia­bi­li­tät. Dabei wird gezielt mit den Zwän­gen der Pro­gramm­pro­duk­ti­on gebro­chen: der Neu- Rhyth­mi­sie­rung von Geschich­te im Takt von Doku­men­ta­tio­nen, Info­tain­ment, und Sit­coms. ‘Zumin­dest 75 Jah­re spä­ter’ [sie­he Edi­to­ri­sche Bear­bei­tung 2.2 Ver­öf­fent­li­chungs­tem­po bzw. -lücken] wer­den die Brie­fe im ori­gi­na­len Takt ihrer ursprüng­li­chen Ver­sen­dung ver­öf­fent­licht und als monat­lich zusam­men­ge­fass­tes Hör­buch im Radio bzw. per Stream im Inter­net ver­brei­tet. Ein sol­cher ent­schleu­nig­ter Zugang zu der Ver­gan­gen­heit folgt den Erfah­run­gen der zeit­ge­nös­si­schen Aktri­cen und Akteu­re, die nicht wie wir heu­te über das Ende des ‚Drit­ten Reichs‘ Bescheid wuss­ten.

Gustav v. Estorff, Wir Arbeitsmaiden, Bildbericht, Zeitgeschichte-Verlag Wilhelm Andermann, 1940, herunterladen von http://magazine.uc.edu/issues/0413/Hitler.html, August 2013
Gus­tav v. Estorff, Wir Arbeits­mai­den, Bild­be­richt, Zeit­ge­schich­te-Ver­lag Wil­helm Ander­mann, 1940, her­un­ter­la­den August 2013

Sozia­le Arbeit: Letzt­end­lich wer­den die unter­schied­li­chen dis­zi­pli­nä­ren Zugän­ge durch die Tech­ni­ken der “Rekon­struk­ti­ven Sozia­len Arbeit” zusam­men­ge­hal­ten. Sie nimmt die Ent­wick­lungs­li­ni­en der Sozio­lo­gie der Chi­ca­go­er Schu­le [8], der Psy­cho­ana­ly­se, der Huma­nis­ti­schen Psy­cho­lo­gie und der Fami­li­en­the­ra­pie sowie die Geschichts­wis­sen­schaf­ten, und hier beson­ders der Oral Histo­ry [9], auf. Jakob und Wen­sier­ski spre­chen in die­sem Kon­text von der Rekon­struk­ti­on sozia­ler Sinn­wel­ten. [10] In einem kom­mu­ni­ka­ti­ven Pro­zess, sei es in der Ein­zel­be­ra­tung oder in der Grup­pe, laden Sozialarbeiter/innen die Teilnehmer/innen ein, die eige­nen “Life records” zu erin­nern und zu reflek­tie­ren. Unter „Life Records“ ver­steht man ver­in­ner­lich­te Lebens­bil­der. Im Unter­schied zu den chro­no­lo­gi­schen Lebens­sta­tio­nen wer­den die­se sub­jek­tiv erin­nert und for­men eine Lebens­ge­schich­te, die sich aus der indi­vi­du­el­len kul­tu­rel­len und sozia­len Prä­gung eines Men­schen ergibt. [11] Die auch der eth­no­his­to­ri­schen Mikro­ana­ly­se zugrun­de lie­gen­de Erkennt­nis, dass Bio­gra­fie ein ver­mit­teln­des Kon­strukt ist, das Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen gesell­schaft­li­cher Lage und indi­vi­du­el­len Kon­stel­la­tio­nen deut­lich wer­den lässt, hilft Sozialarbeiter/innen zusam­men mit ihren Klient/innen, die Lebens­ge­schich­ten in ihrer gesell­schaft­li­chen Bedingt­heit wie in der indi­vi­du­el­len Ein­zig­ar­tig­keit zu ver­ste­hen. [12] An der Bio­gra­fie ori­en­tier­tes Arbei­ten mit Klient/innen ist in die­sem Kon­text eine akti­ve Kon­struk­ti­ons- bzw. Re-Kon­struk­ti­ons­leis­tung. Sozialarbeiter/innen kön­nen Hil­fe­stel­lung geben, die eige­ne Ver­gan­gen­heit mit all ihren Kon­ti­nui­tä­ten und Dis­kon­ti­nui­tä­ten neu anzu­eig­nen, sie in die Gegen­wart zu inte­grie­ren [13] und Men­schen für Hand­lungs­dy­na­mi­ken und Über­le­bens­stra­te­gi­en ange­sichts bio­gra­phi­scher Brü­che zu sen­si­bi­li­sie­ren. Im bio­gra­fi­schen Arbei­ten und Ler­nen wer­den Men­schen als Kon­struk­teu­re des eige­nen Lebens begrif­fen und als Expert/innen in eige­ner Sache aner­kannt. Sie wer­den über die Geschich­te ihres Lebens zu Autor/innen der eige­nen Lebens­ge­schich­te. [14] Schi­mank beschreibt die Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen Bio­gra­fie als Auto­poe­sis im Sin­ne einer Rekon­struk­ti­on von Indi­vi­dua­li­tät. [15]

Ernst Hildebrand, Margarethe Hildebrand, Schwiegertochter des Künstlers, 1919, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dame_beim_Lesen.png, herunterladen Dezember 2013.
Ernst Hil­de­brand, Mar­ga­re­the Hil­de­brand, Schwie­ger­toch­ter des Künst­lers, 1919, her­un­ter­la­den Dezem­ber 2013.

Die bio­gra­fi­sche Erfah­rung des Natio­nal­so­zia­lis­mus ist mit direk­ten Erzäh­lun­gen immer weni­ger greif­bar, allen­falls noch über die Genera­ti­on der soge­nann­ten Kriegs­kin­der. Die Erfah­run­gen der damals Jugend­li­chen oder Erwach­se­nen sind aller­dings prä­sent in Selbst­zeug­nis­sen, Tage­bü­chern, tra­dier­ten Erzäh­lun­gen und auch in den Brie­fen, die ja Gegen­stand des Pro­jek­tes T&S sind. Hier schla­gen sich indi­vi­du­el­le Lern­pro­zes­se, Iden­ti­täts­brü­che, aber auch damals gül­ti­ge, gesell­schaft­lich über­form­te Kon­struk­tio­nen von Wirk­lich­keit nie­der. Im Nach­le­sen, Nach­hö­ren und Nach­er­zäh­len wirkt die lebens­ge­schicht­li­che Erfah­rung des Natio­nal­so­zia­lis­mus über die trans­ge­nera­tio­nel­le Wei­ter­ga­be wei­ter in die Gegen­wart hin­ein. Nach Pet­zold müs­sen sozi­al­ge­ron­to­lo­gi­sche und gerago­gi­sche Maß­nah­men „des­halb dar­auf gerich­tet sein, Kom­mu­ni­ka­ti­on an die Stel­le des ver­stum­men­den Dia­logs, Gemein­sam­keit an die Stel­le von Ver­ein­ze­lung, Mit­ein­an­der an die Stel­le der Ein­sam­keit zu set­zen.“ [16] In einer gemein­sa­men Bio­gra­fie­ar­beit, die in der Begeg­nung das Ler­nen der ver­schie­de­nen Genera­tio­nen von­ein­an­der unter­stützt, kommt der Gestal­tung eines kon­struk­ti­ven Dia­logs eine zen­tra­le Bedeu­tung zu. [17] Ein sol­cher Dia­log stellt gewohn­te Deu­tun­gen in Fra­ge und ermög­licht neue Sich­ten. Die Mode­rie­ren­den von sol­chen Begegnungen—„Multiplikatoren“ genannt—müssen des­halb in der Lage sein, Grup­pen­ge­sprä­che in Gang zu brin­gen und zu steu­ern, Quer­ver­bin­dun­gen zwi­schen den Bei­trä­gen der ver­schie­de­nen Besucher/innen her­zu­stel­len, für auf­tre­ten­de Schlüs­sel­wör­ter sen­si­bel zu sein und zen­tra­le Aspek­te des Erzähl­ten zu erken­nen und fra­gend zu ver­tie­fen. Es geht um gemein­sa­mes Erar­bei­ten und Tei­len von Bio­gra­fie [18] und um ein neu­es Ver­ständ­nis der Geschich­te des Natio­nal­so­zia­lis­mus.

Der Führer am Erntedanktag 20. Sept. 1934 in Goslar beim Abschreiten der Front der Reichswehr Ehrenkompagnie vor der Kaiserpfalz. "Hitler schreitet Ehrenkompanie ab, Goslar," Foto Scherl Bilderdienst Berlin S.W. Deutsches Bundesarchiv, Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst - Zentralbild (Bild 183), Bild 183-1987-0313-503, herunterladen Juni 2014, http://www.bild.bundesarchiv.de/archives/barchpic/search/_1370969194/?search[view]=detail&search[focus]=1
Der Füh­rer am Ern­te­dank­tag 20. Sept. 1934 in Gos­lar beim Abschrei­ten der Front der Reichs­wehr Ehren­kom­pa­gnie vor der Kai­ser­pfalz, Foto Scherl Bil­der­dienst Ber­lin S.W. DBa, Bild 183‑1987-0313–503, her­un­ter­la­den Juni 2014

Das Kon­zept der Rekon­struk­ti­ven Sozi­al­ar­beit ver­bin­det bei dem Pro­jekt T&S die Brie­fe von Roland und Hil­de mit den Erin­ne­run­gen von Zeitzeug/innen. So wird eine ein­zig­ar­ti­ge Platt­form zur trans­na­tio­na­len, inter­ge­nera­tio­na­len und inter­me­dia­len Erkun­dung der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­gan­gen­heit geschaf­fen. Die Auf­ga­be von Multiplikator/innen ist es, einen kon­struk­ti­ven Dia­log zwi­schen unter­schied­li­chen sozia­len Grup­pen zu imi­tie­ren und dabei die Brie­fe von Roland und Hil­de mit Erin­ne­run­gen und Kom­men­ta­ren in ihren his­to­ri­schen wie gegen­wär­ti­gen Bezü­gen ein­zu­ord­nen.

Letz­te The­ma: Eth­no­his­tor­si­che Mikro­ana­ly­se.

Eine sys­te­ma­ti­sche Dar­stel­lung des Brief­wech­sels fin­den Sie hier.

[1] Über die Ver­mitt­lung von Geschich­te außer­halb der Uni­ver­si­tä­ten sie­he: Jero­me de Groot, Con­suming Histo­ry, Lon­don 2009; David Lowen­thal, The Past is a For­eign Coun­try, Cam­bridge 1985; Rapha­el Samu­el, Thea­tres of Memo­ry, Lon­don 1994; Sam Wine­burg, His­to­ri­cal Thin­king and Other Unna­tu­ral Acts, Phil­adel­phia 2001.

[2] Roy Rosen­zweig, David The­len, The Pre­sence of the Past: Popu­lar Uses of Histo­ry in Ame­ri­can Life, New York 1998; Jor­ma Kale­la, Making Histo­ry. The His­to­ri­an and the Uses of the Past, Basing­s­to­ke 2012.

[3] Feld­post im Zwei­ten Welt­krieg, http://www.feldpost-archiv.de/feldpost-d.html, 11.2014; Samm­lung Frau­en­nach­läs­se am Insti­tut für Geschich­te der Uni­ver­si­tät Wien, http://www.univie.ac.at/Geschichte/sfn/, 11.2014; The Sophie Pro­ject: A Digi­tal Libra­ry of Works by Ger­man-Speaking Women, http://sophie.byu.edu/, 11.2014;

[4] Public Histo­ry in a Digi­tal World – The Revo­lu­ti­on Recon­si­de­red, first Annu­al Con­fe­rence of the Inter­na­tio­nal Fede­ra­ti­on for Public Histo­ry, Uni­ver­si­ty of Ams­ter­dam, 23.– 25. 10. 2014, http://ifph.hypotheses.org/, 11.2014; Ger­man Stu­dies and Digi­tal Huma­nities, Ger­man Stu­dies Asso­cia­ti­on Annu­al Mee­ting, Ses­si­ons 93 & 123, Kan­sas City, MO, 18. Sep­tem­ber 2014; Ste­phan Robert­son, The Dif­fe­ren­ces bet­ween Digi­tal Histo­ry and Digi­tal Huma­nities, 23. May 2014, http://drstephenrobertson.com/blog-post/the-differences-between-digital-history-and-digital-humanities/, 11.2014; H-Soz-Kult Redak­ti­on: Edi­to­ri­al: The Sta­tus Quo of Digi­tal Huma­nities in Euro­pe, in: H-Soz-Kult, 23.10.2014,<http://www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2375>; Spa­ti­al Nar­ra­ti­ves of the Holo­caust: GIS, Geo-Visua­li­za­ti­on, and the Pos­si­bi­li­ties for Digi­tal Huma­nities, Ses­si­on 29, Ame­ri­can His­to­ri­cal Asso­cia­ti­on, New Orleans, 3. Janu­ar 2013; Tagungs­be­richt: Digi­tal Histo­ry: 13.05.2014–14.05.2014 Zürich, H-Soz-Kult 18.07.2014, http://www.hsozkult.de/hfn/conferencereport/id/tagungsberichte-5462.

[5] Nina Simon, The Par­ti­ci­pato­ry Muse­um 2010. http://www.participatorymuseum.org/read/; Felix Acker­mann, Anna Bar­off­ka, Gre­gor H. Lersch (Hsg.), Par­ti­zi­pa­ti­ve Erin­ne­rungs­räu­me Dia­lo­gi­sche Wis­sens­bil­dung in Muse­en und Aus­stel­lun­gen, Bie­le­feld 2013.

[6] Theo­dor Ador­no, Max Hork­hei­mer, Zur Dia­lek­tik der Auf­klä­rung, Frank­furt a. M. 1969.

[7] Nor­bert Frei, 1945 und wir. Die Gegen­wart der Ver­gan­gen­heit, in: Ders., 1945 und wir. Das Drit­te Reich im Bewußt­sein der Deut­schen, Mün­chen 2005, S. 7–22; Wulf Kan­stei­ner, Die Radi­ka­li­sie­rung des deut­schen Gedächt­nis­ses im Zeit­al­ter sei­ner kom­mer­zi­el­len Repro­duk­ti­on. Hit­ler und das „Drit­te Reich“ in den Fern­seh­do­ku­men­ta­tio­nen von Gui­do Knopp, in: Zeit­schrift für Geschichts­wis­sen­schaft 51 (2003), S. 626–648, S. 646.

[8] Hans-Joa­chim Schu­bert, The Chi­ca­go School of Socio­lo­gy. Theo­rie, Empi­rie und Metho­de. In: Klin­ge­mann, Cars­ten (Hrsg.): Jahr­buch für Sozio­lo­gie­ge­schich­te. Ver­lag für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, Wies­ba­den, 2007, S. 119–166; Ingrid Mie­the, Bio­gra­fie­ar­beit. Lehr- und Hand­buch für Stu­di­um und Pra­xis. Weinheim2011, S. 46

[9]Miethe, Bio­gra­phie­ar­beit, S. 46

[10] Gise­la Jakob und Hans Jür­gen von Wen­sier­ski (Hrsg.), Rekon­struk­ti­ve Sozi­al­päd­ago­gik. Wein­heim 1997, S. 10.

[11] Wolf­gang Ess­bach (Hrsg.), wir/ihr/sie. Iden­ti­tät und Alteri­tät in Theo­rie und Metho­de. Würz­burg 2001, S. 61.

[12] Vgl. Cor­ne­lia Kri­chel­dorff, Bio­gra­fi­sches Ler­nen – Neu­ori­en­tie­rung durch die Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen Lebens­ge­schich­te. In: Nach­rich­ten Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft der Senio­ren-Orga­ni­sa­tio­nen (BAGSO), 1/2005, S. 14–15; Dies., Bio­gra­fi­sches Arbei­ten und Ler­nen. Lebens­ge­schicht­li­che Prä­gun­gen als Res­sour­cen. In: Pfle­ge­ma­ga­zin 4/2005, S. 4–12.

[13] Hubert Klin­gen­ber­ger, Lebens­mu­tig. Ver­gan­ge­nes erin­nern, Gegen­wär­ti­ges ent­de­cken, Künf­ti­ges ent­wer­fen, Mün­chen 2003; und Klin­gen­ber­ger, Lebens­lauf. 365 Schrit­te für neue Per­spek­ti­ven, Mün­chen 2007.

[14] Vgl. Man­dy Aftel, The sto­ry of your life. Beco­m­ing the aut­hor of your expe­ri­ence, New York, 1996; Her­bert, Gud­jons, Mari­an­ne Pie­per, Bir­git Wagener-Gud­jons, Auf mei­nen Spu­ren. Das Ent­de­cken der eige­nen Lebens­ge­schich­te, Rein­bek bei Ham­burg, 1986.

[15] Uwe Schi­mank, Bio­gra­phie als Auto­po­ie­sis – eine sys­tem­theo­re­ti­sche Rekon­struk­ti­on von Indi­vi­dua­li­tät. In: Bro­se, Hanns-Georg & Hil­den­brand, Bru­no (Hrsg.): Vom Ende des Indi­vi­du­ums zur Indi­vi­dua­li­tät ohne Ende. Bio­gra­phie und Gesell­schaft, Bd. 4. Opla­den, 1988, S. 55–72.

[16] Hil­ari­on Pet­zold, Exchan­ge Lear­ning – ein Kon­zept für die Arbeit mit alten Men­schen. In: Pet­zold, Hil­ari­on (Hrsg.): Mit alten Men­schen arbei­ten: Bil­dungs­ar­beit, Psy­cho­the­ra­pie, Sozio­the­ra­pie. Band 57, Rei­he Leben ler­nen, Mün­chen 1985, S. 79.

[17] Jür­gen Seh­rig, Befrem­den, Aner­ken­nung und Selbst­er­kun­dung. Inter­views zur Mit­be­tei­li­gung und Fas­zi­na­ti­on im Natio­nal­so­zia­lis­mus, Kon­stanz: 2013.

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[18] Johan­na Kohn, Ursu­la Caduff, Erzähl­ca­fés lei­ten. Bio­gra­fie­ar­beit mit alten Men­schen. In: Hau­pert, Bernhard/Schilling, Sigrid/Maurer, Susan­ne (Hrsg.): Bio­gra­fie­ar­beit und Bio­gra­fie­for­schung in der Sozia­len Arbeit. Bei­trä­ge zu einer rekon­struk­ti­ven Per­spek­ti­ve sozia­ler Pro­fes­sio­nen. Bern 2010, S. 211 f.

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