Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Die Briefe

09. Dezember 1942

[421209–2‑1]

50.)

Mitt­woch­abend, am 9. Dezem­ber 1942.

Her­ze­lein! Schät­ze­lein! Mein aller­liebs­ter [Roland]! Du!!

Nun rate mal, Du! Wonach es bei uns riecht heu­te Abend!

Nach Husche­gans! Nach Husche­gans! Hur­ra! Sie ist da!!! Heu­te früh kam die Kar­te von der Post und ich bin sofort zum Bahn­hof gerannt, die heiß­ersehn­te in mei­ne Arme zu schließen!! 

08. Dezember 1942

[421208–2‑1]

48.)

Diens­tag­mor­gen, am 8. Dezem­ber 1942.

Herz­al­ler­liebs­tes Schät­ze­lein! Du mein gelieb­ter [Roland]!

Ich kom­me doch erst heu­te wie­der zu Dir, seit dem Sonn­tag­abend. Glaubst Du das? Solang [sic] war­ten, ohne zu Dir zu kom­men?! Ach, Du!!

08. Dezember 1942

[421208–2‑2]

49.)

Diens­tag­abend, am 8. Dezem­ber 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du!!!

Jetzt kom­me ich doch gleich noch ein­mal zu Dir! Du!!! Ach Du!!!

Ich hab ja den gan­zen Tag so lieb an Dich geden­ken müs­sen, sah doch so vie­le Heim­keh­rer heu­te wie­der – Sol­da­ten – und habe an Dich stets gedacht, daß Du auch bald, bald wie­der ein­mal unter den Glück­li­chen sein wirst.

07. Dezember 1942

[421207–2‑1]

47.) 

Am 2. Advent­sonn­tag 1942.

Gelieb­tes teu­res Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Nun wird es aber höchs­te Zeit, daß ich mich zu Dir set­ze, Du! Es hat mich doch schon paar­mal [sic] geschluckt, das wirst Du doch sein, der ans Tele­fon kommt! Du! Bei Dir ist die Uhr ja schon 9 [Uhr] vor­bei, wirst viel­leicht noch beim Heim­den­ken sein mein Lie­bes, gelt?

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