9. Januar 1941

T&Savatarsm[410109–2-1]

Don­ner­stag, am 9. Jan­u­ar 1941.

Herza­ller­lieb­ster!! Geliebter!! Mein lieber, lieb­ster [Roland]!!

Die halbe Nacht bin ich wach gewe­sen, Du!! und hab an Dich gedacht, Her­zlieb! So sehn­süchtig!, ach, so süß! Du!! Hast du es gefühlt? Oder warst Du es, der mich nicht schlafen ließ? Oder hast Du gar wieder Bunker­di­enst gehabt, war Alarm? Du Armer, mußt nun so nächte­lang rumhock­en. Es ist doch wieder aller­hand zu Schaden gekom­men, bei den Ein­flü­gen der Englän­der; hier war nichts los. Weit­er­lesen!

31. Januar 1940

Fotothek df tg 0008056 Ständebuch ^ Mediziner ^ Arzt
Georg Rab, Der Dok­tor, 1568, geme­in­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 01.2015.
[400131–2-1]

O., am 31 Jan­u­ar 1940

Herza­ller­lieb­ster, mein lieber, lieber, [Roland], Du!

Du hast mir ja heute so große Freude bere­it­et, mit Deinem so lieben Brief! Es kam mir ganz uner­wartet, und ich bin so froh und glück­lich über das, was Du mir schreib­st. Du, ich danke Dir!

Damit Du, Lieber ganz ohne Sorge sein sollst, will ich Dir gle­ich heute noch ein Zeichen geben.

Ich habe dir doch wohl nicht recht dummes Zeug geschrieben am Son­ntag?, ich muß ein wenig Fieber gehabt haben — das fühlte ich erst am ander[e]n Tag deut­lich, als ich wieder ganz klar war im Kopfe — ich war so ruh­e­los und durcheinan­der und ich hätte kön­nen kein Auge zu tun, wenn ich nicht den Brief an Dich fer­tig geschrieben haben würde. Weit­er­lesen!

29. Januar 1940

Johannes gumpp
Johannes Gumpp, Selb­st­bild­nis, 1646, geme­in­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 01.2015.
[400129–1-1]

S. am 29. Jan­u­ar 1940.

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Bis gegen 9 Uhr habe ich gestern im Bett gele­gen. Ich kam darauf zu sin­nen, welchen Weg mein Leben bish­er genom­men hat. Dieser Weg ist so man­nig­fach ver­schlun­gen, hat soviel Seit­enäste und Sta­tio­nen, daß ich erstaune, und wenn ich mir die Bilder verge­gen­wär­tige, so kom­men mir manche eben nur noch wie Bilder vor, so fern und unwirk­lich. Und auf diesen Bildern sehe ich mich selb­st, wie ich gewach­sen bin. Ein Reisender kommt gewiß viel mehr herum und weit­er hin­aus. Aber ich war auf meinen Reisen doch über­all gezwun­gen, länger Sta­tion zu machen, Men­schen ken­nen zu ler­nen und meine Kraft anzuset­zen. Jede neue Sta­tion mußte ich für einen neuen Mit­telpunkt anse­hen. Weit­er­lesen!

28. Januar 1940

[400128–2-1]

O., am 28. Jan­u­ar 1939 [1940!].

Herza­ller­lieb­ster, mein lieber, lieber [Roland]!

Son­ntag ist nun heute, und ich bin allein, und wenn für mich rechter Son­ntag sein soll, dann mußt Du bei uns sein, Lieb­ster! Es geht nicht an, daß wir alle Feiertage zusam­men sein dür­fen. Und dies ist wohl auch eines der äußeren Zeichen mit, daß wir noch nicht für ganz uns ange­hören. Ich bin nicht trau­rig oder kopfhän­gerisch deshalb — obwohl wir das Recht hät­ten, nach 6 arbeit­sre­ichen Tagen gemein­sam Son­ntag zu feiern — ich nehme es als Selb­stver­ständlichkeit, wenn ich die Umstände und noch die jet­zi­gen Ver­hält­nisse bedenke. Ich bin ja auch schon so glück­lich und ganz zufrieden, wenn ich daran denke, daß wir die Frist, die zwis­chen unseren Begeg­nun­gen liegt, schon auf 14 Tage her­abge­drückt haben, Du! Weit­er­lesen!

23. Januar 1940

HMS (H02) Exmouth in leaving the port of Bilbao in 1936
Der britis­che Zer­stör­er HMS Exmouth, der am 21. Jan­u­ar 1940 von einem U-Boot ver­sunken wurde. Bild: Jesús Elósegui Irazus­ta, 22. Okto­ber 1936, über Wiki­me­dia Com­mons, 01.2015.
[400123–1-1]

S. am 23. Jan­u­ar 1940.

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Schreiben soll ich Dir, damit Du gewiß seiest, daß es mir gut geht und daß ich Dich liebe. Du! Daß ich Dich liebe, diesen Beweis will ich Dir gern und immer aufs neue erbrin­gen. Ich brauche ihn wohl nicht von allem Anbe­ginn zu führen, und Du woll­test mit Deinen Worten doch wohl sagen, daß es Dich beglückt, wenn ich Dich mein­er Liebe ver­sichere, Du woll­test damit gewiß nicht meine Liebe in Zweifel ziehen. Weit­er­lesen!