Trug und Schein: Ein Briefwechsel

28. November 1942

[421128–2‑1]

39.)

Sonn­abend, am 28. Novem­ber 1942. Gelieb­tes, teu­res Herz! Mein aller­liebs­ter [Roland] , mein! Du! Guten Mor­gen lie­bes Her­ze­lein! Bist schon mun­ter? Ach sitzt ja schon bei Dei­ner Arbeit! Und wenn ich bei Dir ein­tre­te, dann ist ja Abend. So wünsch ich Dir einen guten Abend! Ach Lie­bes! Ich muß doch gleich heu­te früh […]

28. November 1942

[421128–1‑1]

Sonn­abend, den 28. Novem­ber 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Umsonst habe ich gewar­tet heu­te, es ist kein Bote zu mir gekom­men. Am Mon­tag wirst Du wenig Zeit erüb­rigt haben – aber am Sonn­tag hast Du mein doch gewiß gedacht – wer weiß, wor­an es wie­der mal liegt.

27. November 1942

[421127–1‑1]

Frei­tag, den 27. Novem­ber 1942 

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Es ist kein Brief­lein heu­te gekom­men. Ich hat­te auf das vom Sonn­tag gehofft heu­te – es wird mor­gen kom­men. Von den Eltern kam ges­tern schon wie­der ein Gruß. Sie haben Nach­richt, daß Sieg­fried nahe der süd­fran­zö­si­schen Küs­te in Perpignan […]

27. November 1942

[421127–2‑1]

38.)

Frei­tag­abend, am 27. Novem­ber 1942. 

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland] ! Her­zens­schät­ze­lein Du! Heu­te hat uns aber nie­mand beim Bade gestört, und ich sit­ze nun fein neu­wa­schen und mit einem ganz voll­ge­ges­se­nen Bau­chel bei Dir! Du, es ist mir doch gra­de, als ob ich heu­te ganz schnell müde würde. 

26. November 1942

[421126–1‑1]

Don­ners­tag­abend, den 26. Nov. 1942 

Her­zens­wei­berl! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Schät­ze­lein! So hast Du es wohl noch nicht erlebt wie ich: allein haus­hal­ten, Quar­tier bezie­hen bei frem­den Men­schen – für Jah­re – an frem­dem Orte leben – und dann viel allein sein, des abends. Allein sein – und neben­an oder drun­ter das Leben einer Fami­lie spüren. […]

Nach oben scrollen