31. Mai 1942

[420531–1‑1]

Sonn­tag, den 31. Mai 1942

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein herz­lie­bes Schät­ze­lein!

Huch! Ist das eine Hit­ze heu­te! Schla­fen kann man gar nicht zu einem Mit­tags­stünd­chen, die Stie­gen sind zu hoch, wir haben unse­re Net­ze noch nicht gespannt. Ich komm[‘] gleich ein bis­sel zu Dir, da ist es nicht so warm – und wenn es so warm wäre, wür­den wir es uns fein kühl machen! Ach, das ist schon lan­ge her, daß es mir bei mei­nem Wei­berl zu warm gewor­den ist, gelt? Und ich glau­be, damals konn­ten wir es uns noch gar nicht so fein kühl machen wie wir es heu­te könn­ten, Du!!! [Wir] Müss­ten es doch gleich [ein]mal pro­bie­ren – [ich] müss­te gleich mal einen Urlaub dran­wen­den – Du!!! Denkst [Du] auch fein an den Urlaub?! Das Man­ner­li denkt an wei­ter gar­nichts, aber fein behut­sam und lei­se noch!!! Wei­ter­le­sen!

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04. Mai 1942

[420504–2‑1]

81.

Mon­tag, am 4. Mai 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­ter [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein!

Es ist nach­mit­tags ¾ 2 Uhr. Ich bin wie­der fer­tig mit mei­ner täg­li­chen Haus­ar­beit und kom­me nun zuerst zu Dir, ehe ich ans nächs­te Geschäft gehe: Wäsche­le­gen. Erst muß ich mal ein wenig ver­schnau­fen; es ging doch nun seit Sonn­abend in Trab mit der Wäsche. Ein besond[e]res Glück hat­ten wir aber, Herz­lieb! Heu­te ist der Him­mel grau und es reg­net tüch­tig. Wir sind heil­froh, daß alles zuran­de ist [sic]. Und das nur, weil wir zwei Frau­ens­leut‘ zwei sooo arti­ge, gute Män­ner haben, gelt?!!

Wei­ter­le­sen!
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04. Mai 1942

[420504–1‑1]

[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 4. Mai 1942

Oh Du! Mei­ne Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Der Salo­ni­kier Wach­pos­ten ist wie­der auf­ge­zo­gen. Die bei­den Fei­er­ta­ge hat es ihn ver­schont. Aber nun ist er wie­der dran. Und nun habe ich von 8 Uhr an ein wenig geruht und bin jetzt fein mun­ter, wie es ein Pos­ten sein muß – und wie ein Man­ner­li es sein muß, wenn es zu sei­nem lie­ben Wei­berl kom­men will, gelt Her­ze­lein? Ich glaub, das kann man auch klein schrei­ben. Ja,ja, die lie­be Recht­schrei­bung! Du! Wie soll ich denn nun anfan­gen? Wie soll ich Dir denn nun recht zei­gen, wie glück­lich Du mich machst – Du! Du!!! Lie­bes, Her­zi­ges! Herz­al­ler­liebs­tes mein!

Oh Du! Mei­ne [Hil­de]! Das Man­ner­li kann gar nim­mer brav blei­ben, wenn das lie­be Weib so lieb und glück­lich zu ihm kommt! Oh Du! Dann muß es mit­strah­len, und wenn es eben der trau­rigs­te Sauer­topf gewe­sen wäre, dann muß es sich mit Dir freu­en, mit Dir glück­lich sein – oh Du! Und die­ses Glück­lich­sein – es mün­det doch im Meer der Lie­be! Du!!! Du!!!!! Oh Her­ze­lein! Ich kann doch das gro­ße Glück kaum fas­sen! Du! Du!!! Das zu mir kommt mit Dei­nen lie­ben, lie­ben Boten vom Sonn­abend und Sonn­tag. Ach, sie waren bei­de über­la­den von der Last des Glü­ckes, dar­um brauch­ten sie doch einen Tag län­ger zu mir!

Oh Gelieb­te! Gelieb­te!!!! Kann es denn sein, daß soviel Lie­be ist[sic] zwi­schen zwei Men­schen ist? Daß soviel Lie­be mir bestimmt ist noch in die­sem Leben? Oh Gelieb­te! Ich kann es nicht begrei­fen, wenn ich ermes­se, daß so gro­ße Lie­be auch zu Dir will, daß sol­che Lie­be auch in mei­nem Her­zen brennt – zu Dir! zu Dir!!!!! oh Gelieb­te! Ich kann nur mit Dir es dank­bar erken­nen: „Wir dür­fen uns wohl die Glück­lichs­ten nen­nen, die zu die­ser Zeit leben, trotz des Fer­neseins. Ich bin sooooooooooooo glück­lich. Es kann kein Mensch glück­li­cher sein als ich neben Dir!“

Oh Gelieb­te! Du! Du!!! Wie liebst Du mich! Wie sooo lieb hast Du mich! Du! Du!!!!! Lie­be ist jeder Gedan­ke. Lie­be jede Regung Dei­nes Her­zens. Oh Her­ze­lein! Dei­ne gro­ße, wun­der­sa­me Lie­be! Du! Du!!! Wie sie mich berührt! Wie sie mich trifft! Wie sie mich beglückt und erfüllt! Eben die Dei­ne! Du! Dei­ne Lie­be – mei­ne Lie­be! Oh Her­ze­lein! Fühlst Du es, wie ich mich ganz erge­be dar­ein und mich erge­ben kann? Wie ich Dich selig umfan­ge? Oh Gelieb­te! Wie ich mich an Dich hal­te, an Dich schmie­ge – oh Her­ze­lein! Wie ich mich seh­ne nach Dei­ner Lie­be – wie ich dar­nach dürs­te – wie glück­lich ich sein kann in Dei­ner Lie­be? In Dei­ner Lie­be! Du!!!!! !!!!! !!! Du! Her­ze­lein! Sie ist doch mir bestimmt! Mir geschenkt!

Oh Gelieb­te! Und nun rede ich doch bloß von Dei­ner und mei­ner Lie­be! Du! So will ich Dich doch wie­der­lie­ben – so tief und innig und unend­lich! So will ich Dich doch erfül­len und beglü­cken – und ich ka[nn] es – Oh Du! Du!!! Du!!!!! Her­ze­lein! Gelieb­te! Und das macht unser Glück doch erst recht voll­kom­men! Uns­re Lie­be!!! Du bist doch so glück­lich an mei­ner Sei­te wie ich an der Dei­nen! Und es ist doch ein ganz leben­di­ges Glück, ein ganz leben­di­ger Schatz, der soviel Kraft und Son­nen­schein spen­det, der in uns soviel ech­te Her­zens­freu­de sein läßt.

Oh Her­ze­lein! Du glück­li­ches Weib, Du gol­di­ges, son­ni­ges, dank­ba­res, her­zi­ges! Mein Her­ze will doch hoch auf­sprin­gen, wenn Du so strahlst und lieb zu mir kommst: „nur in Dei­nen Armen, an Dei­nem Her­zen kann ich all mein gro­ßes Glück ber­gen! Nur bei Dir kommt mein Herz zur Ruhe, Liebs­ter. Weißt Du es denn noch, mein Her­ze­lein?“ Oh Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Ja! Ja!!! Gelieb­te! Du Lie­be! Lie­be! Du, mein lie­bes Weib! Mei­ne [Hil­de]! Mein! Mein! Mein!!! Du! Oh Gelieb­te! Ich will doch mei­ne Arme immer ganz offen hal­ten – oh Her­ze­lein! Mein Her­ze ist immer offen und bereit, Dich zu emp­fan­gen! Und mei­ne gan­ze Unru­he, die Unru­he der Lie­be, des Schmer­zes, des Ver­lan­gens – Her­ze­lein! Her­ze­lein!!! Du weißt es: sie geht zu Dir! Zu Dir allein! Und die brin­ge ich Dir – oh Du! So eilig – und glück­lich – all Dir! All Dir!!!!! !!!!! !!! Und wird immer wie­der Unru­he sein zwi­schen Lie­ben­den! Und ein Suchen und Ber­gen­wol­len und Beschen­ken! Her­ze­lein! Her­ze­lein!!! Und dann die Stil­le! Und zwar, die ein­an­der so lieb haben wie wir – die wer­den sich doch gera­de immer begeg­nen beim Ruhen – oh Her­ze­lein! Her­ze­lein!! Und wer­den uns immer wie­der freu­en – Du und ich! – oh Gelieb­te! Gelieb­te!!! — oh Her­ze­lein! Seli­ges Sich­fin­den! Eins­sein! Du! Mein! Ein­zi­ges Weib! Gelieb­te! Du! Mein gan­zes Glück! Sei Gott mir gnä­dig! Behü­te er Dich! Seg­ne er uns­re Lie­be!

Oh Her­ze­lein! Was habe ich doch für Freu­de an Dei­nem Froh­sein und Glück­lich­sein! Wie es hüpft und springt vor Freu­de – und Du weißt es: ich hüp­fe und sprin­ge gleich mit! Oh Gelieb­te! Und ich weiß all mein Trach­ten: das Land, das Reich uns­rer Lie­be, in dem Du, in dem wir, unser frei­es, fro­hes Leben füh­ren dür­fen. Denn die Welt ver­steht nicht solch rei­ne Freu­de.

Oh Her­ze­lein! Daß ich Dich glück­lich weiß an mei­ner Sei­te! Du! Du!!! Gelieb­te! Gehst nun noch ein­mal so lieb ein auf die Zeit mei­ner Ein­sam­keit. Oh Du! Du!!! Wie glück­lich bin ich heu­te mit Dir, wie unend­lich glück­lich und rei­cher als damals – Mit Dir! Mit Dir!!! es gibt Men­schen, die sich nicht arm füh­len, wenn sie so allein gehen müs­sen durchs Leben. Sei es, daß sie sich ganz ver­lo­ren haben an ihre Arbeit; sei es, daß sie nicht das Seh­nen ver­spü­ren nach Ergän­zung; sei es, daß sie ihr ‚‘ein­sa­mes‘ Leben sich bunt und inter­es­sant gestal­ten.

Oh Gelieb­te! Du weißt es und es ist Dir Bestä­ti­gung mei­ner gro­ßen Lie­be zu Dir – daß in mir ein hei­ßes, tie­fes Ver­lan­gen und Seh­nen war. Wie ein Schat­ten, ein Druck lag es auf mei­nem Wesen, wie eine böse Fes­sel. Her­ze­lein! Das gute Eltern­haus und ein gehei­mes, dunk­les Erin­nern an die ers­te, hei­ße Mut­ter­lie­be und das gehei­me Ver­bun­den­sein mit eben die­ser Mut­ter­lie­be und Gebor­gen­sein in die­ser Lie­be – sie haben in mir ein tie­fes Seh­nen genährt und leben­dig gehal­ten, hei­ße Sehn­sucht nach tie­fer Gebor­gen­heit in guter Lie­be – Wunsch nach dem Lan­de guter, inni­ger Lie­be.

Oh Her­ze­lein! Und die­se Sehn­sucht, die­ser Wunsch ver­war­fen in ihrer Tie­fe allen hal­ben, unrech­ten, ärm­li­chen Ersatz, jedes Mit­tel der Betäu­bung. Ach, lie­ber woll­te ich ein­sam blei­ben als seich­ter, schlech­ter Lie­be mich erge­ben. Es hät­te mich nur noch ein­sa­mer und unglück­li­cher gemacht. Gelieb­te!

Und die­se Sehn­sucht, die­ses Wün­schen im Her­zen – unge­wollt, uner­füllt noch – so hast Du mich gefun­den, so bin ich zu Dir gekom­men – Du! Du!!! Und nun hast Du die­ses Herz erfüllt, ganz erfüllt mit Dei­ner unend­li­chen Lie­be!!! Oh Her­ze­lein! Gefun­den! Gefun­den das Land der Lie­be!!! Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Ermißt Du mein Glück? Mei­ne Freu­de? Oh Her­ze­lein! Du! Fühlst Du es, wie tief Du in mei­nem Her­zen wohnst? Wie selig ich die Strah­len Dei­ner Lie­be ver­spü­re? Und wie fest und lieb ich Dich umfan­gen hal­te? Gefun­den! Befreit! Nach lan­gem, lan­gem Suchen und Gefan­gen­sein! Durch Dich! Durch Dich!!! Oh Gelieb­te! Mein Herz schlägt Dir in unend­li­chem Glück und Dank – in unaus­lösch­li­cher Lie­be und Treue! Dir! Mei­nem Weib! Mei­nem Glück! Mei­nem Befrei­er! Du! Du!!! Her­ze­lein! Ich las­se Dich nie und nim­mer­mehr von mei­ner Sei­te! Du bist in mei­nem Her­zen so fest ein­ge­schlos­sen – du müß­test es zer­tre­ten, wenn Du es ver­las­sen woll­test! Du! Du!!!

Ich lie­be Dich sooooo sehr! Sooooooooooooo sehr!!!!! Gelieb­te! Damit Du Dir nicht unnüt­ze Gedan­ken machst: Ich habe mei­nen Beruf nun auch lieb gewon­nen. Ich habe ihm vie­les abge­won­nen und hän­ge mehr an ihm und erst ist er mir mehr eine Ange­le­gen­heit allen Erns­tes und des Her­zens als vie­len ande­ren, die viel unbe­küm­mer­ter und ent­schlos­se­ner sich dazu fan­den. Er ist es mir gewor­den. Ach, im Anfang war es doch, als sei der Him­mel ein­ge­stürzt, als wäre ich nur ein Maul­wurf. Aber nun hat er doch wie­der her­ein­ge­schaut auch in die beschei­de­ne Arbeit des Dorf­schul­leh­rers, erst nur ein Fleck ein Streif, und dann grö­ßer und wei­ter.

Ach Her­ze­lein! Die­se Erkennt­nis habe ich allen Idea­lis­ten vor­aus, daß die Arbeit des Schul­meis­ters eine müh­sa­me und beschei­de­ne ist, daß die Auf­ga­be der Volks­schu­le nur eine die­nen­de, kei­ne selbst­herr­li­che – sein kann, daß sie nur Grund­la­ge und Unter­bau sein kann.

Ich den­ke des Herrn Ober­leh­rers K., des­sen Freund­schaft mir gehol­fen hat, mich zurecht­zu­fin­den. Ach Her­ze­lein! Eines hat die­ser Beruf doch den meis­ten vor­aus und mit dem der For­scher oder sonst eines unge­bun­de­nen Schaf­fen­den gemein­sam: daß er Zeit läßt zu einer Lieb­lings­be­schäf­ti­gung und Kraft mit Zeit, ein lie­bes, lie­bes Nest zu bau­en und mit einem gelieb­ten Wei­be, mit Dir! so ganz eng und lieb ver­bun­den durchs Leben zu gehen. Oh Du! Du!!! Und dar­um bin ich doch nun auch froh die­ses Beru­fes. Er wird uns kei­ne über­mä­ßi­gen äuße­ren Reich­tü­mer abwer­fen – aber gewährt uns die Vor­aus­set­zun­gen zu einem Her­zens­glück in rei­chem Maße!

Oh Gelieb­te! Und das ande­re, wie ich es immer gedacht habe und geträumt und ersehnt habe, so ist es doch: Gute Lie­be macht so reich, sooo reich! Oh Du! Ich kann es Dir nur immer wie­der beken­nen: Die Lie­be hat Dein Man­ner­li ver­wan­delt. Sie hat ord­nend in mein Leben ein­ge­grif­fen, klä­rend, läu­ternd. Oh Her­ze­lein! Nun ist heil, was erst wund war. Nun ist ganz, was erst halb war. Das Glück des Schen­kens, des Mit­er­le­bens, Mit­freu­ens und Mit­lei­dens, es bringt schon Freu­de und Son­nen­schein in die­ses Leben! Oh Her­ze­lein! Es stei­gert die­ses Leben! Es macht die­ses Leben erst reich und wert.

Ich bin so selb­stän­dig gewor­den in mei­nem Ein­s­am­sein, und habe mich nicht gelang­weilt in mei­nem Allein­sein, nein, gelang­weilt nie – ich war nur oft ohne Lust, ach, voll Schmerz dar­über, daß ich kei­nen lie­ben Men­schen um mich hat­te, der mich ver­stand, der teil­nahm an mei­ner Arbeit, an mei­nem Schick­sal, der sich mit mir freu­te und begeis­ter­te – ach Her­ze­lein! — ein Spie­gel mei­nes Wesens, ein Echo mei­nes Herz­schlags. Oh Gelieb­te! Gelieb­te! Du!!! Und wie­der Spieg­lein, Wider­hall zu sein einem gelieb­ten Men­schen, einem gelieb­ten Wesen, Du! Einem lie­ben, guten Wei­be! Das dünk­te mir doch alle Selig­keit zu sein, ach, so traum­haft schön und glück­voll, so unir­disch – oh Her­ze­lein, in himmel­wei­ter Höhe und Ferne! Und nun, nun, nun? Oh Her­ze­lein! Mei­ne [Hil­de]! Dein Spieg­lein darf ich sein! Spieg­lein Dei­nem gelieb­ten Wesen! Spieg­lein einem lie­ben, guten Wei­be, dem aller­al­ler­bes­ten! Oh Her­ze­lein! Spieg­lein Dei­ner Freu­de, Dei­nes Glü­ckes, Dei­nes Schmer­zes, Dei­ner gelieb­ten See­le in all sei­ner Zart­heit, in ihrem Reich­tum! Oh Du! Du!!! Spieg­lein auch Dei­ner Schön­heit!!! Gelieb­te! Gelieb­te! Dein [Roland], Dein Man­ner­li! Ich allein! Ganz allein! Du, mein Weib! Mein! Mein!!! Ganz mein!!!!!

Ich darf immer um Dich sein, Dir zunächst! Darf Dich lie­ben ohne Ende! Oh Gelieb­te! Laß mich mit Dir die Hän­de fal­ten: Gott im Him­mel! Sei uns gnä­dig! Hal­te uns dank­bar und demü­tig im Glü­cke! Füh­re Du uns recht bald zusam­men zu einem Leben in Dei­nem Namen! Oh behü­te mir mein Weib, meine[Hilde]!

Her­ze­lein! Ich drü­cke Dich an mein Her­ze, ganz lieb und innig! Ich küs­se Dich! So lieb! Sooo lieb! Ich blei­be ewig Dein [Roland]!

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30. Mai 1942

Köln. Zer­stö­run­gen in der Pipin­stras­se nach dem Luft­an­griffs am 9. Juni 1942. DBa Samm­lung Adolf von Bom­hard, Bild 121‑1339 / CC-BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2018.

[420530–2‑2]

104.

Sonn­abend, am 30. Mai 1942.

Gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein gelieb­ter [Roland]! Du!!!

Nun kom­me ich doch schon wie­der zu Dir, mein Her­ze­lein! Ach Du! Ich kom­me doch soo ger­ne! Und [ich] käme zu jeder Stun­de, ja Du! Wenn ich immer so viel Zeit übrig hät­te! Und wenn ich mich nicht vor den Eltern schäm­te. Ach schä­men, das ist wohl nicht der rech­te Aus­druck. Weißt Her­ze­lein! Es ist ein komi­sches Gefühl, wenn man sich so beob­ach­tet fühlt beim Schrei­ben an den Liebs­ten. Und mich zurück­zie­hen mag ich auch nicht jedes­mal. Ich bin hier­in so emp­find­lich und wenn auch eines von den Eltern nur manch­mal im Scherz eine Redens­art fal­len läßt bezüg­lich mei­nes Schrei­bens, dann kränkt mich das. Wei­ter­le­sen!

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25. Mai 1942

Vik­tor de Kowa und Lau­ra Sola­ri in “Die Sache mit Styx”, deut­sche Spiel­film, 1942. Foto: Eugen Kla­ge­mann — © Tobis Film­kunst. Über IMDb, 09.2018.

[420525–2‑1]

Am 2. Pfingst­fei­er­tag 1942.

Mein lie­bes gutes Her­ze­lein! Du!! Gelieb­ter!! Mein [Roland]!

[Du] Wirst Dich wun­dern, daß das Geschrie­be­ne aus Blei­stift ist? Ich sit­ze unten im Gar­ten im Lie­ge­stuhl, die Bei­ne hoch­ge­zo­gen und auf mei­nen Kni­en liegt der Schrei­be­block, auf den ich mein Brief­lein an Dich schrei­ben will. Ob ich es am Abend noch­mal mit Tin­te abschrei­be? Ach Du! [Du] wirst es schon auch so lesen kön­nen, gelt? Und ich will doch lie­ber die Zeit, die ich zum Abschrei­ben brauch­te, ver­wen­den, um noch ein bis­sel län­ger mit mei­nem Her­ze­lein zu reden. Du!!! Wei­ter­le­sen!

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