07. Mai 1942

[420507–1-1]

Don­ners­tag, den 7. Mai [19]42

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Das Wich­tigs­te zuvor. So wie man erst im Zuge sit­zend sagen kann, daß man Urlaub hat, so auch, daß man abkom­man­diert wird. Es ist also ganz dumm, vor­her voll Unru­he zu sein, „durch­zu­dre­hen“, wie man hier sagt. Aus uns[e]rer Abrei­se wird also nichts, weil kei­ne Ersatz­leu­te da sind und gestellt wer­den kön­nen. Heu­te ist des­halb mit der ent­schei­den­den Stel­le tele­fo­niert wor­den, ich war selbst Zeu­ge die­ses Gesprä­ches. Wei­ter­le­sen!

07. Mai 1942

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84.

[O.] Don­ners­tag, am 7. Mai 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes teu­res Herz! Mein [Roland]!

Ich kom­me wie­der zu Dir, Schät­ze­lein! Wie geht es Dir wohl? Du!! [Ich] Habe auch heu­te noch kei­nen Boten wie­der von Dir. Aber weißt [Du]? Ich kann doch auch noch gar kei­nen brau­chen, [ich] habe doch noch eine gan­ze Rei­he Dei­ner lie­ben Boten zu beant­wor­ten, mein Lieb! Und ich kom­me ja kaum mehr nach! Ich muß Dir doch auch von mir erzäh­len, gelt? Und berich­ten, sonst bist Du gewiß unzu­frie­den, wenn ich nur auf Dei­ne Boten ant­wor­te. “07. Mai 1942” wei­ter­le­sen

06. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 6. Mai 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Fei­er­abend ist. Kurz vor sie­ben Uhr. Der Feder­hal­ter ist bald heiß­ge­lau­fen. Das ist ein wenig über­trie­ben. Denn mit der Feder wird das wenigs­te geschrie­ben. Und so scharf war das Arbeits­tem­po am heu­ti­gen Nach­mit­tag gar nicht, obwohl Arbeit genug daliegt. Aber was nicht gera­de eilt, kommt auch mor­gen noch zurecht.

Wei­ter­le­sen!

06. Mai 1942

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83.

[O.] Mitt­woch, am 6. Mai 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, liebs­ter [Roland]!

Ach Her­ze­lein! Ich konn­te es doch heu­te kaum erwar­ten bis wie­der die Stun­de da war, da ich Dein den­ken kann. Gelieb­ter! Es ist spät abends, wo ich hier bei Dir sit­ze und mit Dir rede. Aber nachts mögen wir doch gera­de am liebs­ten mit­ein­an­der recht lieb und heim­lich plau­dern gelt? Ja den­ke nur: seit lan­ger Zeit bellt wie­der ein­mal die Flak rund um den Kreis Chem­nitz! Schau­rig! Wei­ter­le­sen!

05. Mai 1942

[420505–2-1]

82.

Diens­tag, am 5. Mai 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein Gelieb­ter!! Mein aller­liebs­ter [Roland]!

Du! Ich bin doch heu­te sooo glück­lich! Mein [Roland]!! Du bist soo lieb – ach, sooo lieb zu mir gekom­men, Du! Her­ze­lein! Ich weiß doch gar­nicht, wo ich nun zuerst begin­nen soll mit mei­ner gan­zen, gro­ßen Freu­de! Oh Du!!!!! Ich habe doch noch 2 lie­be Boten hier­lie­gen [sic] vom Sonn­tag, wo wir Wasch­fest hat­ten, die habe ich auch noch nicht beant­wor­tet und nun sind doch schon wie­der 2 lie­be, lie­be neue Boten da! Du! Ich kom­me doch gar­nicht mehr mit nach [sic], Her­ze­lein! Du stürmst auf mich ein mit soviel[,] viel Lie­be und Zärt­lich­keit und Jubel und Freu­de! Ach Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!