21. Mai 1942

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Don­ners­tag, am 21. Mai 1942.

Mein gelieb­tes Her­zens­schät­ze­lein! Mein Gold­her­ze­lein!

Eben habe ich an die Eltern und an Sieg­fried zugleich geschrie­ben und ihm eine fro­he Heim­kehr gewünscht. Nein, so ein freu­di­ge Über­ra­schung, gelt? Daß unser Klei­ner nun doch noch heim­kommt. Ich gön­ne ihm von gan­zen [sic] Her­zen einen lan­gen Urlaub. Ger­ne möch­te ich ihn auch [ein]mal sehen und erzäh­len hören von sei­nen Erleb­nis­sen. Viel­leicht fah­re ich ein­mal auf paar Tage hin zu den Eltern. Wei­ter­le­sen!

21. Mai 1942

Bundesarchiv Bild 101I-163-0318-30, Griechenland, deutsche Soldaten in Geschäft.jpg
Grie­chen­land, deut­sche Sol­da­ten in Geschäft, plün­dernd, April 1941. Quel­le: Bun­des­ar­chiv, Bild 101I-163‑0318-30 / Bau­er / CC-BY-SA 3.0. Über Wiki­me­dia Com­mons, 11.2018.

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[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 21. Mai 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

[Ich] Bin doch schon wie­der bei Dir, Du!!! Mit­tag­stun­de ist, [sie] dau­ert doch jetzt über 4 Stun­den. Und heu­te ist es doch gar nicht so schwül. Ein fri­scher Wind hat sich auf­ge­macht und macht den war­men Tag ange­nehm. Und so bleibt vom Mit­tags­tünd­chen gleich etwas übrig für mein Schät­ze­lein! Wenn es bei mir wäre, gehör­te ihm das gan­ze Mit­tags­tünd­chen, gelt? Wei­ter­le­sen!

21. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 20. Mai 1942

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heu­te ist es doch schon spät, da ich zu Dir kom­me. Die Kame­ra­den K. und H. sind im Varie­té. Mit den Kame­ra­den He. und Schr. habe ich noch lan­ge am Tische geses­sen und mich mit ihnen unter­hal­ten über die Stel­lung des Chris­ten­tums zum neu­en Staat. Wir kom­men in unse­ren Ansich­ten und Mei­nun­gen ganz über­ein und sind auch alle der Hoff­nung, daß es nach die­sem Krie­ge auch zu einer Befrie­dung im Inner[e]n kom­men wird. Du kannst Dir den­ken, daß ich mich gern ein­mal so unter­hal­te – mit K. und H. konn­te ich das nicht, sie haben zu die­sen Fra­gen kei­ne Stel­lung, sie ken­nen die­se Fra­gen gar nicht. “21. Mai 1942” wei­ter­le­sen

19. Mai 1942

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[Salo­ni­ki] Diens­tag, den 19. Mai 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Bei­na­he hät­te es doch geklappt – nun ist ein Bote an die fal­sche Adres­se gegan­gen – er geht wohl aus­kund­schaf­ten, wie es dort ist. Er wird zurück­kom­men. Und nun ist doch schon Dein viel­lie­ber Don­ners­tag­bo­te bei mir. Das Man­ner­li hat doch nur einen Tag sich gedul­den müs­sen. Weil mein Schät­ze­lein sooo lieb und treu mein denkt alle Tage! Oh Gelieb­te! Wie unsag­bar beglü­ckend ist es, in Dei­ner Lie­be zu gehen, Du! Du!!! Wie unaus­sprech­lich beglü­ckend!!! Oh Her­ze­lein! Du lädst mich ein, zu Dir zu kom­men, bei Dir zu blei­ben. Weißt Du es, fühlst Du es, Gelieb­te?: ich kann Dir doch gar nim­mer ver­lo­ren­ge­hen, gar nim­mer Dir ver­lo­ren gehen – Du!!!!!

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28. Mai 1942

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Don­ners­tag, den

 28. Mai 1942

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Schwül ist es heu­te wie­der! Und nach­her, um 4 Uhr, sol­len wir Exer­zier­dienst haben! Viel­leicht ist es den Her­ren Unter­of­fi­zie­ren auch zu warm. Ich habe eben ein Mit­tags­schläf­chen gehal­ten – und nun kom­me ich gleich erst[ein]mal ein Weil­chen zu Dir – bei Dir ist es nicht so sehr warm.

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