03. January 1942

JohannesBrahms[420103–1-1]

[Salo­ni­ki] Sonn­abend den 3. Janu­ar 1941 [sic][1942]

Her­ze­lein! Gelieb­tes Weib! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Bei Dir sind mei­ne Gedan­ken – – – “, besinnst [Du] Dich auf das schö­ne [Johan­nes] Brahmslied [Op. 95, Nr. 2]? Ach Her­ze­lein! Ich muß ihnen doch nun rich­tig Zügel anle­gen, jetzt nach dem Weih­nachts­fest, sonst – sonst eilen sie zu Dir – zu unse­rem Wie­der­se­hen – oh Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Wei­ter­le­sen!

03. Januar 1942

[420103–2-1]

Sonn­abend, am 3. Janu­ar 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Schät­ze­lein! Gelieb­ter! Du!!!

End­lich!! Heu­te ist Post gekom­men von Dir! Ach Du! Mein [Roland]! Du weißt ja nicht, wie froh ich bin dar­um! Du!!! Ich bin sooooo froh! Ich habe doch sooo sehn­süch­tig gewar­tet dar­auf! Vom ers­ten und zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag sind die bei­den Boten, die ich bekam. Mon­tag- und Diens­tag­brief ste­hen noch aus. Doch sie kom­men gewiß auch bald nach!

“03. Janu­ar 1942” wei­ter­le­sen

02. Januar 1942

[420102–2-1]

Frei­tag, am 2. Janu­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter!

Du!!! Heu­te will ich wie­der zu Dir kom­men.

Ges­tern war ich nur immer in Gedan­ken bei Dir. Der 1. Janu­ar war ges­tern. Du! Den­ke nur: wir schlie­fen bis um 10 vor­mit­tags! Nicht, daß wir so schlaf­be­dürf­tig gewe­sen sei­en! Nein – es war das Gefühl des „Nichts­drän­gens“, eben des Fei­er­tags. Unser Papa schlief ja auch bis Mit­tag, wuß­ten wir, und so waren wir mal ganz faul. Her­ze­lein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Sil­ves­ter­abend! Mußt es doch gespürt haben über alle Fer­ne, Du!!! Eine herr­li­che Nacht war es. So mond­hell, frost­klir­rend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kir­che heim­ge­gan­gen, nach­dem die Pre­digt zu Ende war und vie­le Leu­te noch das Abend­mahl nah­men. Ganz allein ging ich auf der Stra­ße. Wie war das doch schön! Über mir die unend­li­che Him­mels­wei­te – so fried­lich alles rings­her. Wei­ter­le­sen!

02. Januar 1942

[420102–1-1]

[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 2. Janu­ar 1942

Gelieb­tes Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Ein Fens­ter­brief ist heu­te zu mir gekom­men. Im Schau­fens­ter aus­ge­stellt Dein Man­ner­li!, aus­ge­stellt – von sei­nem Wei­berl! Na, na – Frau [Nord­hoff] ver­kehrt mit ihrem Man­ne geschäft­lich! Du!!! Bloß höchs­tens vor den Augen der ander[e]n – ja? Schät­ze­lein! Da ist doch auch das Man­ner­li fein brav, setzt womög­lich noch die Amts­mie­ne auf. Wei­ter­le­sen!

01. Januar 1942

[420101–1-1]

[Salo­ni­ki] Am Neu­jahrs­tag 1942

Mein lie­bes, teu­res Weib! Du! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

So regel­mä­ßig und pünkt­lich kom­men Dei­ne lie­ben Boten zu mir in die­sen Tagen! Oh Du! Mein lie­bes, treu­es Weib! Und jeder Bote bringt mir soviel Glücks­trach­ten und Son­nen­glanz der Lie­be! Gelieb­te! Soviel Fest­glanz und Fest­freu­de ist in mei­nem Her­zen – soviel Seh­nen auch und Dan­ken! Du! Wei­ter­le­sen!