Trug und Schein: Ein Briefwechsel

1941 September

16. Oktober 1941

[411016–2‑1] Don­ners­tag, am 16. Okto­ber 1941. Gelieb­tes Her­ze­lein, Du!! Mein [Roland]! Mein Lieb!! Du!!! Nun klingt mein Tag aus, ganz anders als sonst — ich bin müde, aber nicht zu müde, um Dir noch zu sagen, wie so lieb ich Dich hab’! Schät­ze­lein gelieb­tes! Zwei Kin­der machen müde; weißt, weil sie gera­de jetzt im Fra­ge­al­ter […]

30. September 1941

[410930–2‑1] Diens­tag, am 30. Sep­tem­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter [Roland]! Du!!! Eben bin ich mit mei­ner Arbeit fer­tig, habe mich gewa­schen und umge­zo­gen und nun will ich zuerst Dein den­ken, Du! Was wirst [Du] denn jetzt machen um die­se Stun­de? Es wird gleich 1400 [Uhr] sein. Ob Du wohl Mit­tags­ru­he hältst? Ach, ich wüß­te es […]

30. September 1941

[410930–1‑1] [Thes­sa­lo­ni­ki] Mon­tag, den 29. Sept. 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Ist es denn wirk­lich mög­lich, daß nun das Meer, das Ägäi­sche, wie­der her­auf­rauscht? Daß ich nun die­se Stadt wie­der­se­he, Salo­ni­ki? Ist es nur ein Traum? Oder sind es die ver­gan­ge­nen Tage? Ich weiß nicht. Traum­haft erscheint alles. Nur, wel­cher Traum der schö­ne­re […]

29. September 1941

[410929–2‑1] Mon­tag, am 29. Sep­tem­ber 1941. Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Heu­te beginnt die ers­te Woche ohne Dich, Du!! Mon­tag ist. Und über­mor­gen fängt schon der neue Monat an, Okto­ber. Die Zeit läuft unauf­halt­sam wei­ter – sie läßt sich nicht auf­hal­ten. Und das ist auch gut so, Du!!! Plea­se fol­low and like us:

28. September 1941

[410928–2‑1] Sonn­tag, am 28. Sep­tem­ber 1941. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Der ers­te Sonn­tag allein – o ja, Herz­lieb! Ich habe es gespürt, wie allein ich heu­te war. Aber ich will nicht kla­gen, Du! Die lie­ben Eltern hat­te ich ja bei mir, – und ich weiß genau, daß sie mich heu­te mit­nah­men, um mir mein […]

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