Trug und Schein: Ein Briefwechsel

27. Oktober 1941

[411027–2‑1] Mon­tag, am 27. Okto­ber 1941. Gelieb­tes Schät­ze­lein! Mein herz­al­ler­liebs­ter [Roland]! Du!! Du!! Jetzt muß ich doch gleich erst mal zu Dir kom­men mit mei­ner Freu­de! Du!! Ich bin wie­der allein! Die Ben­gel sind nach Hau­se! Es kam nicht ganz so wie ich Dir’s ges­tern schrieb. Heu­te früh rief es an, ich möch­te die Buben bis […]

26. Oktober 1941

[411026–1‑1] [Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 26. Okto­ber 1941 Her­zens­schät­ze­lein! Lie­bes, teu­res Weib! Gelieb­te mein! Du! Komm zu mir! Ich bin allein! Und drau­ßen ist Regen und trü­ber Him­mel. Drin­nen aber ist Wär­me, vom Öfchen, Wär­me und Trau­te und Son­nen­schein des Her­zens. Daß ich allein bin?

26. Oktober 1941

[411026–2‑1] Sonn­tag, am 26. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein liebs­ter [Roland]. Und wie­der neigt sich ein Tag sei­nem Ende zu. Ein Sonn­tag. Wie­vie­le Sonn­ta­ge sind es noch bis Weih­nach­ten? Noch 8! Das ist wenig, ja Du? Aber wenn man sie alle muß vor­über­zie­hen las­sen, dann merkt man, wie lang doch 8 Wochen sind! […]

25. Oktober 1941

[411025–1‑1] [Salo­ni­ki], Sonn­abend, den 25. Okt. 1941 Her­ze­lein! Gelieb­te, Du! Mein lie­bes, treu­es Weib! Nun geht die Post wie­der, und ich weiß, was mein Schät­ze­lein treibt, kann wie­der rich­tig teil­neh­men an allem, kann immer um Dich sein! Heu­te erreich­ten mich die lie­ben Boten vom Sonn­abend und Sonn­tag. Sei viel­lieb bedankt, Her­zens­schatz, Du! Oh du! Du!!!

25. Oktober 1941

[411025–2‑2] Sonn­abend, am 25. 10. [19]41. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Eben bin ich zur Tür her­ein, aber nun für ganz, heu­te! Seit dem Mor­gen besor­ge ich nun Wege, es nahm kein [E]nde. Vom Flei­scher zum Bäcker, zum Bau­er!, zum Elek­tri­ker, zum Wäsche­fa­bri­kant, der mir Schlüp­fer näht für Tante’s Jun­gen, dann lief ich mir fast die […]

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