27. März 1942

Aus­zug aus dem Brief mit Brief­num­mer

[420327–2‑1]

46.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Schät­ze­lein, Du!

Du! Abend ist, da ich zu Dir kom­me, wir haben schon das Licht ange­zün­det; 8 Uhr zeigt unser Wecker. Oh Her­ze­lein! Das war ein lan­ger, hei­ßer Tag heu­te – und eine gar kur­ze Nacht, für Dein Mur­mel­tier­chen!! Wei­ter­le­sen!

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17. Mai 1941

Bundesarchiv Bild 183-J06142, Verleihung des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter
Der Mut­ter­tag hat­te seit 1933 poli­tisch gewollt an Bedeu­tung gewon­nen, wie hier am Foto von einer Ver­lei­hung des Mut­ter­kreu­zes am 17. Mai 1943 ersicht­lich. Foto All­ge­mei­ner Deut­scher Nach­rich­ten­dienst — Zen­tral­bild (Bild 183), gemein­frei über Wiki­pe­dia von Bun­des­ar­chiv, Bild 183-J06142 / CC-BY-SA 3.0, 06.2016.
[410517–2‑1]

Sonn­abend, am 17. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz!  Du mein lie­ber, guter [Roland]! Herz­lieb Du!

Eben ist die Zei­tungs­schau vor­bei und die Nach­rich­ten. Ja — so weit war ich gekom­men mit mei­ner Schrei­be­rei. Da rief mich die Mut­ter weg, daß ich ihr doch hel­fen soll, zwei sol­che Rühr­ku­chen ohne But­ter zu backen, für uns[e]re bei­den Groß­müt­ter zum Mut­ter­tag mor­gen. Es gibt ganz sel­ten Blu­men bei uns hier durch die anhal­ten­de Käl­te und als ich mit mei­ner Gärt­ners­frau sprach, ob sie denn kei­ne Mut­ter­tags­sen­dung von Chem­nitz bekä­me, wie immer, da mein­te sie, daß die heu­er auch nur ganz mini­mal aus­fie­le und soo [sic] vie­le Sol­da­ten hät­ten ihr den Auf­trag aus dem Fel­de gege­ben, daß sie sel­bi­ger Müt­ter beden­ken soll — haben auch gleich das Geld mit bei­gelegt. Und so wür­de ihr klei­ner Vor­rat  gleich für Sol­da­ten­müt­ter drauf­ge­hen. Wei­ter­le­sen!

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31. März 1941

T&Savatar[410331–2‑1]

Mon­tag, am 31. März 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­tes Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Den letz­ten Tag im März erle­ben wir heu­te. Man müß­te mei­nen, nun sei wahr­haf­tig Früh­ling. Ach je – davon[,] scheint mir, sind wir weit ent­fernt. Seit heu­te nacht schneit es, was nur vom Him­mel her­un­ter­kam! So viel Schnee liegt bereits wie­der, daß man war­ten muß. Alle Leu­te schimp­fen: heu­er brau­chen wir die Schnee­schip­pe gar­nicht [sic] fort zu räu­men. Und wäh­rend ich jetzt hier über Dei­nem Boten sit­ze, schneit es unaufhalt­sam wei­ter. Die armen Vögel, nun müs­sen sie wie­der paar Tage hun­gern. Was wer­den sie groß fin­den außer dem bis­sel [sic: biss­chen] Pfer­de­ab­fall. Und der Bau­er wird sor­gen­voll nach die­sem Wet­ter schau­en. [Du] Weißt, ich den­ke mir, wenn man dem Bau­er so nach und nach alles weg­nimmt, dann schert er sich kei­nen Pfif­fer­ling um Wet­ter und Ern­te. Alle Abga­ben der Erzeug­nis­se sind ihm vor­ge­schrie­ben, er hat nur zu tun, daß er das alles genau erfüllt – einen per­sön­li­chen Gewinn hat er nicht mehr. Na – dar­um will ich mir hier nicht wei­ter den Kopf zer­bre­chen. Man ver­folgt nur mit Stau­nen die lau­fen­den Neu­maß­nah­men, die gegen ihn erlas­sen wer­den. Wei­ter­le­sen!

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31. März 1941

T&Savatar[410331–1‑1]

Mon­tag, d[en]. 31. März 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te mein! Mei­ne [Hil­de]!

Du Lie­bes! Wie lan­ge hast Du wohl noch war­ten müs­sen auf eine Nach­richt von mir? Wie oft hast Du ver­geb­lich nach dem Brief­trä­ger aus­schau­en müs­sen? Herz­lie­bes, armes! Erst vori­gen Mitt­woch war es mög­lich, Post von hier auf­zu­ge­ben. Die muß schon sehr schnell gegan­gen sein, wenn sie Dich ges­tern erreicht hat. Wei­ter­le­sen!

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30. März 1941

T&Savatar[410330–2‑1]

Sonn­tag, am 30. März 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter Du!! Mein gelieb­tes Herz! Mein [Roland]!!

Vater hält Mit­tags­ru­he, ich soll Dich recht herz­lich und viel­mals grü­ßen von ihm; er sag­te es, ehe er sich nie­der­leg­te. Ges­tern abend, als ich Dir schrieb, war Vater wie­der in N., Du weißt! Und brach­te dies­mal eine trau­ri­ge Nach­richt mit: sämt­li­che But­ter­fäs­ser der Bau­ern hier wur­den beschlag­nahmt. Nun ist es also aus. Das war ein klei­ner Schock für uns. Na, es muß auch so wei­ter­ge­hen. Wei­ter­le­sen!

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