Trug und Schein: Ein Briefwechsel

31. Mai 1941

[410531–2‑1] Pfingst­sonn­abend, am 31. Mai 1941. Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Glo­cken­klang dringt von drau­ßen her­ein in’s Zim­mer, es ist gleich 7 Uhr abends. Sie läu­ten das Pfingst­fest ein! So schön ist das immer und so sin­nig – ach Herz­lieb! Könn­test Du nun heu­te, wie es frü­her war, an mei­ner Sei­te […]

30. Mai 1941

[410530–2‑1] Frei­tag, am 30. Mai 1941. Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein gelieb­ter [Roland]!! Du!! Ges­tern abend in der Sing­stun­de war ich so froh, weiß gar­nicht [sic], wie es kam. Nichts von außen her, daß mir einen Anlaß dazu gege­ben hät­te. Es kam von innen her­aus die­ses Froh­sein! Und ich glau­be, Du warst auch froh […]

29. Mai 1941

[410529–2‑1] Don­ners­tag, am 29. Mai 1941. Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Es ist schon nach 4 Uhr, da ich Dir schrei­be. Ich habe eben mei­ne Por­ti­on Arbeit, die ich mir für heu­te vor­ge­nom­men hat­te, been­det. Uns[e]re bei­den Küchen habe ich gründ­lich gesäu­bert – für die Fei­er­ta­ge. Fens­ter­wä­sche frisch auf­ge­steckt. Nun ist […]

28. Mai 1941

[410528–2‑1] Mitt­woch, am 28. Mai 1941. Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Du!!! Nicht wie ich erwar­te­te, kam heu­te Dein Mon­tags­brief vom 19. Mai, der noch aus­steht, son­dern Dein Mitt­wochs­brief, Gelieb­ter!! Ach Gelieb­ter, Du!!! Du schreibst mir so lieb von Dei­ner gro­ßen, tie­fen Freu­de! Du hast nun alle mei­ne Boten bekom­men. Du!! Du!!! […]

27. Mai 1941

[410527–2‑1] Diens­tag, am 27. Mai 1941. Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein gelieb­ter, liebs­ter [Roland]! Ach – bin ich froh, daß ich mich mal set­zen kann! Ja Du!! So sage ich mit mei­nen jun­gen Bei­nen! Seit 6 Uhr mor­gens gehe ich um; der Fei­er­tagsdrasch macht sich doch schon bemerk­bar bei mir. Obwohl wir schon groß […]

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