30. Dezember 1940

Auszug aus dem Brief, Umordnung von Worte
Aus­zug aus dem Brief, Umord­nung von Wor­te

[401230–2‑1]

Mon­tag, am 30. Dezem­ber 1940.

Gelieb­ter!! Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Der vor­letz­te Tag im alten Jah­re ist nun heu­te. Wir bli­cken unwill­kür­lich ein­mal zurück, wenn wir zwei jetzt auch viel lie­ber vor­wärts bli­cken, Herz­lieb, Du!, weil wir so voll Sehn­sucht nach­ein­an­der sind. Weil wir so wün­schen, die Zeit möch­te eilen — eilen, bis zu unse­rem Wie­der­se­hen! Du!!
Das alte Jahr, es brach­te uns Freu­de, viel, viel Freu­de und Segen! Du!!

29. Dezember 1940

T&Savatar[401229–2‑1]

Sonn­tag, am 29. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

[S]onntagabend ¾ 8 Uhr. Ich sit­ze unterm Lich­ter­kranz und den­ke Dein. Wenn mich nicht alles täuscht, Du! Dann schreibst Du mir jetzt auch, ich spür es in mei­ner Lin­ken! Du weißt ja wie das ist. Sovie­le Male ich [zu] Dir davon sprach hast Du mich aus­ge­lacht, Du Böser! Und ich glaub doch dar­an. Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error

29. Dezember 1940

T&Savatar[401229–1‑1]

Sonn­tag, den 29. Dezem­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!!

Ein grau­er, trü­ber Sonn­tag drau­ßen. Es reg­net. Aller Schnee ist zer­ron­nen. Was tun? Ich set­ze ich mich vor mei­nen Bogen und den­ke an mein Lieb, dann scheint die Son­ne so hell und warm, Du, mein Glück! Vor­hin kam schon ein Son­nen­strahl zu mir, Dein lie­ber Bote vom 2. Fei­er­tag. Ich dan­ke Dir für alle Lie­be und Treue, die Du mir dar­in wie so immer erzeigst, dies­mal nur wie­der ein wenig [a]nders. Gelieb­te! Das Ver­trau­en zwi­schen uns, das rest­lo­se höchs­te und letz­te Ver­trau­en, es ist das all­er­köst­lichs­te, es ist sowohl die Frucht als auch die Knos­pe uns[e]rer gro­ßen, rei­nen Lie­be, es ist der blaue Him­mel uns[e]res Glü­ckes. Es ist, was unse­ren Bund zum ein­zi­gen, ein­ma­li­gen, kost­ba­ren Besitz macht, was  ihn her­aus­hebt über alle ande­ren engen Bin­dun­gen zu Freun­den und Ver­wand­ten; die­ses Ver­trau­en, das sei­ne sicht­ba­re Erfül­lung fin­det in unse­ren glück­lichs­ten Stun­den; die­se Stun­den, die alle Glück­se­lig­keit ver­lie­ren [w]ürden, wenn die­ses Ver­trau­en nicht bestün­de. Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error

28. Dezember 1940

T&Savatar[401228–1‑1]

Sonn­abend, den 28.12.1940.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de], Du!!

Es ist wohl schon 12 Uhr vor­bei: Alles schläft. Bei Ker­zen­schein und einem lei­sen Sin­gen im Ofen sit­ze ich über dem Schrei­ben. Du, bei­nah kannst Du gar nichts krie­gen heu­te von mir! Mußt flei­ßig bei den Eltern mit­le­sen, die waren heut[´] wie­der mal zuerst dran. Um 8 Uhr schick­te ich mich eben an zum Schrei­ben. ½ 9 Uhr kam Alarm. Ich habe jetzt bei Alarm einen neu­en Pos­ten, weil der Kame­rad Schus­ter auf Urlaub fährt mor­gen. Ich muß mit hoch in den Bun­ker, Gefechts­be­richt schrei­ben. Das ist inso­fern ungüns­tig, als ich dann für die gan­ze Dau­er des Alarms ein­ge­spannt bin, wäh­rend ich vor­dem nur mei­ne Stun­de Wache schob und mich dann zurück­zie­hen konn­te. Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error

26. Dezember 1940

T&Savatar[401226–1‑2]

Don­ners­tag den 26. Dez.[ember] 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!!

Eben bin ich zurück aus Eckern­för­de, es ist vier­tel nach zehn. Es war nicht schön. Ich traf die Kame­ra­den am ver­ab­re­de­ten Ort. In 3 Knei­pen sind wir [’]rum­ge­zo­gen, d[as] h[eißt] mich haben sie mit­ge­zo­gen. Ich woll­te ihnen den Spaß nicht gründ­lich ver­der­ben und zeig­te mich wil­lig für die Span­ne Zeit, die ich bei mir für die­sen Aus­gang bewil­ligt hat­te. Dann war ich uner­bitt­lich. Wir haben auch noch zu abend geges­sen. Einer hat­te Fleisch­mar­ken mit. Dein Hubo hat nur Apfel­saft getrun­ken und ist ganz nüch­tern zurück­ge­kehrt. War ich doch wenigs­tens auf ein paar Stun­den uns[’]rer Bude ent­flo­hen, die mir heu­te so auf die Ner­ven ging. Ach, Fei­er­ta­ge bei den Sol­da­ten, lie­ber nicht. Jetzt ist es ziem­lich ruhig. Etli­che lie­gen schon in der Koje, und die Kra­kee­ler sind noch in der Kan­ti­ne. Wei­ter­le­sen!

Plea­se fol­low and like us:
error