14. Oktober 1941

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[Salo­ni­ki] Diens­tag, den 14. Okto­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Gelieb­te!

Schon wie­der kom­me ich zu Dir! Der Tag ist so schnell her­um! Und bei Dir bin ich ja sooo oft! Du! Wir müs­sen so dank­bar dar­um sein, daß wir es kön­nen, so in Ruhe und Frie­den, auch Dein Man­ner­li. Herz­lieb, oft bin ich bei Dir. Und die Gemä­cher alle im Dorn­rös­chen­schloß, und die schö­nen Aus­bli­cke von der Höhe des Schlos­ses, die gehö­ren doch zu mei­nen Lieb­lings­bil­dern, die ich jeden Tag ein­mal an mir vor­über zie­hen las­se. Und ganz leer sind die­se Gemä­cher dann auch nicht, Du! Wei­ter­le­sen!

25. Oktober 1940

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Frei­tag, am 25. Okto­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Gelieb­ter mein!

Es ist früh 2 Uhr, da ich Dir schrei­be. Wun­derst [Du] Dich, ja? Heu­te mit­tag mit dem 100 Bus will ich nach M. zur Groß­ma­ma fah­ren. Sie hat mich dar­um gebe­ten. Sonn­tag ist Kir­mes in M..

Wei­ter­le­sen!

25. Oktober 1940

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Frei­tag, den 25. Okto­ber 1940.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Hol­de mein!

Heu­te will man mir Dei­ne Zeit beschnei­den! Ich soll mit­ar­bei­ten und, dich­ten an der Zei­tung für unse­ren Abgang. Kannst Dir den­ken, wie gern ich das tue? Ich könn­te gleich trot­zen. Und trot­zen will ich auch: Du sollst mei­nen Boten emp­fan­gen wie sonst. Wei­ter­le­sen!

24. Oktober 1940

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Don­ners­tag, am 24. Okto­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein [Roland]! Gelieb­ter Du!

Hilf­los wie ein klei­nes Schul­mä­del sit­ze ich vor mei­nem Bogen Papier. Aber nicht so, daß ich kei­nen Gedan­ken fas­sen könn­te, Du! Ach Gelieb­ter! Mein [Roland]!! Wie nur, wie sage ich Dir’s, wie so glück­lich Du mich gemacht hast!? Du! Ich bin ganz durch­ein­an­der vor Freu­de, vor Jubel!! [Roland], lie­ber [Roland]! Weißt Du, daß Du mei­nen Her­zens­wunsch erfüllt hast? Wei­ter­le­sen!

24. Oktober 1940

Rolands Vereidung, 03.09.1940
Rolands Ver­ei­dung, Kiel, 03.09.1940

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Don­ners­tag den 24. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein!

Komm, rück mal erst ganz nah her­an: muß Dir erst etwas im Ver­trau­en sagen: Schlecht geschos­sen habe ich heu­te. Es war die schwie­rigs­te Übung: ste­hend frei­hän­dig. Ich kann die schwe­re Knar­re nicht ruhig hal­ten. Da hab[‘] ich bloß bis in Dein Her­zel getrof­fen: kannst es Dir den­ken? Eine 13! Ich bekam einen Schuß zu — eine Fahr­kar­te, Du! Es blieb bei der 13. Ist das nicht in Ord­nung? Einen Schuß in Dein liebs [sic] Her­zel und eine Fahr­kar­te dazu — zu Dir, Lieb, ohne Rück­fahrt? So, nun noch ein lan­ges, tie­fes Küs­sel, und nun hörst mir wei­ter brav zu. Wei­ter­le­sen!