Trug und Schein: Ein Briefwechsel

1940 März

31. März 1940

[400331–2‑1] O., am 31. März 1940. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Ach Liebs­ter, nun bin ich frei, einen gan­zen Sonn­tag­nach­mit­tag lang – nun gehör­te ich zu Dir, Du! Wenn Du doch jetzt bei mir sein könn­test, ich bin ja so allein; das gan­ze Haus scheint wie aus­ge­stor­ben, alle sind fort gegan­gen. Das Früh­lings­wet­ter lockt heu­te […]

31. März 1940

[400331–1‑1] S. am 28. März 1940 Herz­al­ler­liebs­ter, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Ach liebs­te, wie bit­ter und herb schmeckt der Dienst heu­te, nach unse­ren süßen Tagen, Du! So habe ich es lan­ge nicht emp­fun­den. Wäre ich in einer Stadt, ich müß­te jetzt hin­aus und mich unter Men­schen bewe­gen. Nun bleibt mir nur der Aus­weg, Dir zu schrei­ben. […]

28. März 1940

[400328–2‑1] O., am 28. März 1940. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Dei­nen Boten, Du! Mit wel­cher Unge­duld und Sehn­sucht erwar­te­te ich ihn, mit wel­cher Freu­de drück­te ich ihn an mein Herz heu­te früh und eil­te die Trep­pen hoch in mein Käm­mer­lein, ganz unbe­ob­ach­tet für mich allein woll­te ich erfah­ren, was Du mir sagen willst, Du! […]

27. März 1940

[400327–1‑1] S. am 27. März 1940 Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Du!  So kurz waren uns[e]re Tage.  Wie ver­flo­gen sind sie.  Ich bin ges­tern umher­ge­irrt, als könn­te es gar nicht sein, daß Du schon wie­der ent­schwan­dest, Herz­al­ler­liebs­te Du!  Die Erin­ne­rung an uns[e]re Tage ist so süβ und zau­brisch, Du!  Heu­te vor­mit­tag bin ich abge­reist, vor­mit­tag […]

20. März 1940

[400320–1‑1] S. am 20. März 1940 Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Bist doch wie­der ein Schä­fel, wie kannst Du Dich so ängs­ten [sic]! Als ich Dir schrieb, war doch schon wie­der alles vor­bei, fuhr doch der Fähr­damp­fer schon wie­der, ich habe doch mei­nen Brief schnell dahin gebracht. Schnell wie es kam, ist das Was­ser gefal­len. […]

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