Trug und Schein: Ein Briefwechsel

30. Mai 1940

[400530–2‑1] O., am 30. Mai 1940. Am Diens­tag. [28. Mai 1940] Herz­al­ler­liebs­ter! [Roland]! Mein lie­ber [Roland]! Hast Du heu­te auch den gro­ßen Sieg ver­nom­men? Eine tie­fe Freu­de bewegt mich, seit ich es hör­te. Wie unend­lich dank­bar bin ich unse­ren tap­fe­ren Sol­da­ten. Plea­se fol­low and like us:

27. Mai 1940

[400527–1‑1] S. am 27. Mai 1940 Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de] Du! Dar­an muß ich den­ken, daß in dei­nem All­tag in die­ser Woche eine ein­schnei­den­de Ver­än­de­rung ein­tritt. Um mir zu fol­gen, Herz­lie­bes, willst Du Dei­ne Arbeits­stät­te ver­las­sen. Unauf­halt­sam und immer deut­li­cher tritt das Vor­ha­ben uns[e]rer Ver­bin­dung her­an mit Umstän­den [u]nd Ver­än­de­run­gen. Waren es erst nur Ver­än­de­run­gen, […]

26. Mai 1940

[400526–2‑1] # O., am 26. Mai 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein [Roland], Du! Einen Brief hat­te ich schon für Dich geschrie­ben, am Frei­tag — abends nach dem Bad als ich im Bett lag. Ich habe ihn aber ges­tern wie­der zer­ris­sen und ver­brannt. Es braucht Dir nicht leid sein dar­um; denn Du wärst bestimmt trau­rig gewor­den dar­über. Ich war so […]

25. Mai 1940

[400525–1‑1] S. am 23. Mai 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de], Du! So lan­ge brauch­te ich nicht nach der Feder zu grei­fen! Still ist es wie­der gewor­den in mei­nem Hau­se [sic], nach fro­her Gesel­lig­keit nun dop­pelt und selt­sam still. Ich spü­re früh­mor­gens nicht mehr den Atem hin­ter mei­ner Tür, brau­che nicht mehr rück­sichts­voll lei­se zu tre­ten. […]

6. Mai 1940

[400506–1‑1] S. am 6. Mai 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de] Du! Hast mei­nen Boten recht ver­mißt, Herz­lie­bes? Ges­tern konn­te er nicht kom­men, ges­tern ging ein­mal das Zuhau­se vor, Du! Ach es waren ein paar beweg­te Tage. Am Frei­tag stell­te man mich vor die Wahl, Sol­dat zu wer­den, Flug­mel­de­dienst auf dem W.berg, der Vor­ge­setz­te sucht drin­gend […]

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