Trug und Schein: Ein Briefwechsel

29. Juni 1940

[400629–1‑1] S. am 29. Juni 1940 Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Frei­tag­abend ist es. Eben bin ich zurück von mei­nem Abend­bum­mel zur Bau­stel­le in H.. Mit die­sem Spa­zier­gang schließt sonst mein Tages­lauf. Heu­te war es ein wenig frü­her, daß ich zurück­kehr­te. Herz­lie­bes! War­ten müs­sen wir. Es ist ein Muß, das wir uns selbst auf­er­leg­ten. […]

27. Juni 1940

[400627–2‑1] O., am 27 Juni 1940. Herz­al­ler­liebs­ter, Du! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Eigent­lich soll ich Wäsche aus­bes­sern, ein gro­ßen Berg liegt neben mir, und Strümp­fe stop­fen und Wäsche ein­spren­gen, damit Mutsch gleich plät­ten kann, wenn sie heim­kommt. Aber da den­ke ich eben dar­an, daß ich mich ja noch nicht ein­mal bedankt habe für Dei­nen lie­ben […]

25. Juni 1940

[400625–1‑1] S. am 25. Juni 1940 Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Diens­tag mor­gen 9 Uhr. Schul­frei ist heu­te Du sollst die ers­te sein, mit der ich die­se Freu­de tei­le. Dann ist der Anfang zu mei­nem Mitt­woch­brief schon gemacht. Hat es doch noch 8 Tage gedau­ert, bis die Freu­de vom Mon­tag uns[e]res Abschie­des ihre Krö­nung erfuhr. Ganz beson­ders […]

24. Juni 1940

[400624–2‑1] O., am Johan­nis­tag 23 Uhr. Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter [Roland]! Him­mel­hoch jauch­zen könn­te ich vor Jubel und Freu­de!  Du!  Du!  Ist es denn nur mög­lich?  Sag, hast Du das vor­hin auch erlebt am Rund­funk?  Ich weiß ja nicht, was ich mit mei­nem über­vol­len Her­zen anfan­gen soll.  Ach, was gäbe ich, wärst Du jetzt bei […]

22. Juni 1940

[400622–1‑1] S. am 22. Juni 1940. Haupt­quar­tier des Bräu­ti­gams. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de], Du! Zwei Brie­fe habe ich schon geschrie­ben, Du, nun mußt Dich mit dem begnü­gen, was noch übrig ist. Na, dann gleich mal ein Drü­ckerl [sic] und ein Bus­serl vor­weg, die sind alle noch da, ist noch kein[e]s ver­schrie­ben, Du! Es ist so warm, und […]

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