Trug und Schein: Ein Briefwechsel

15. April 1940

[400415–2‑1] O., am 14. April 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland] Du! Heu­te bist Du nun in vol­ler Lebens­gröβe zu mir gekom­men. Ich hab[‘] mich ja so gefreut, Du! Aber so viel Sehn­sucht hab[‘] ich nach Dir, Du bist mir ganz nahe und doch ist es nicht der ech­te [Roland]. Klein bist Du, kann Dich mit […]

14. April 1940

[400414–1‑1] S. am 13. April 1940. Herz­al­ler­liebs­te Du! Mei­ne Lie­be, Lie­be [Hil­de]! Hun­dert Brie­fe habe ich nun von Dir! Ich dach­te, daß er heu­te käme, Dein viel­lie­ber Bote. Ich zit­te­re nicht mehr um ihn, Du! Ich kann mit Gewiß­heit auf ihn zäh­len. Ich bin trau­rig wenn er sich wider Erwar­ten ver­zö­gert, ich wäre tief unglück­lich, wenn […]

10. April 1940

[400410–2‑1] O., am 10. April 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Nun ist es an der Zeit, daß ich ein­mal ganz fest an Dich den­ke. O, Du! Eigent­lich habe ich da eine Unwahr­heit geschrie­ben, denn – wo waren all mei­ne Gedan­ken anders in die­sen Tagen, als ganz bei Dir?, mein Liebs­ter, Du! Ganz fest Dei­ner denken, […]

10. April 1940

[400410–1‑1] S. am 8. April 1940 Am Mon­tag. Herz­al­ler­liebs­te, Du mei­ne lie­be [Hil­de]! Nun war es wie­der ein­mal rich­tig Sonn­tag. Seit mei­nem 16. Lebens­jahr ist mein Leben auf­ge­spal­ten in ein Wochen­­tags- und Sonn­tags­da­sein, d. [sic] ist gleich­be­deu­tend mit Scha­t­­ten- und Son­nen­da­sein, und die ver­hal­ten sich bekannt­lich 6:1. Sonn­tag, das bedeu­tet mir seit­dem Umgang mit lie­ben, vertrauten […]

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