Trug und Schein: Ein Briefwechsel

16. Januar 1939

[390116–2‑1] O., am 16. Janu­ar 1939. Mein lie­ber [Roland]! Für Ihren lie­ben Brief sage ich Ihnen mei­nen herz­lichs­ten Dank. Ich freue mich, daß Ihnen der Abschied von zu Hau­se nicht so schwer wür­de. Trotz­dem nun oft wie­der die Ein­sam­keit bei Ihnen Ein­kehr hal­ten wird, dach­ten Sie nicht trü­ben Sin­nes an die Rückkehr.

13. Januar 1939

[390113–1‑1] L. am 13. Janu­ar 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Am Sonn­tag­abend zwi­schen 7 u. 8 bin ich am Bahn­hof U. wie­der hin­auf­ge­stie­gen in mei­ne Welt und mei­ne Wirk­lich­keit. So kann man sagen; denn die Feri­en­zeit, zu Weih­nach­ten zumal, ist mit ihrer Ruhe und Sorg­lo­sig­keit wie eine ande­re Welt, ein Traum­land. Es fiel mir vor Jah­ren noch […]

10. Januar 1939

O., am 10. Janu­ar 1939. Mein lie­ber [Roland]! Ich dan­ke Ihnen recht herz­lich für den lie­ben, gro­ßen Brief. Er kam ja so schnell, schon am Sonn­abend, dar­um war die Freu­de um so grö­ßer. Und ich hät­te Ihnen gar so gern gleich geant­wor­tet; doch immer kommt es anders, als man sich’s vor­nimmt. Am Sonn­abend, dem letz­ten unfreiwilligen […]

06. Januar 1939

[390106–1‑1] K. am 6. Janu­ar 1939. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Auf die Nach­mit­tags­stun­den hat­te ich Dei­nen Sonn­tags­gruß ver­scho­ben. Nun sind Elfrie­de und Hell­muth gekom­men. Die Zei­len schrei­be ich in Eile, Du mußt ent­schul­di­gen. Nun muß ich Dee mei­ne Tage wie­der ohne Dich ver­brin­gen. Ach Du! Ges­tern ein­mal und als der Zug mich so rasch aus der Chemnitzer […]

04. Januar 1939

[390104–1‑1] B. am 4. Jan. 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Herz­li­chen Dank für Ihre guten Wün­sche zum neu­en Jahr. Kam mein Neu­jahrs­brief recht­zei­tig an? Heu­te ist Mitt­woch. Ich war­te unge­dul­dig auf ein Zei­chen von Ihnen. Und ich weiß doch, daß Ihnen wenig Zeit bleibt zum Schrei­ben. Sind Sie wie­der gesund? Ich habe jetzt soviel Zeit zum Warten. […]

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