Trug und Schein: Ein Briefwechsel

1938 August

31. August 1938

[380831–2‑1] O., am 31. August 38. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! [I]ch bin am Sonn­tag wie­der gut zu Hau­se ange­langt. Doch nicht so froh und unbe­schwert als ander­mal. Sie muß­ten es ganz gewiß auch spü­ren; es ist seit dem Abschied etwas zwi­schen uns getre­ten, etwas Dunk­les, Frem­des. Ich quä­le mich die gan­ze Zeit mit dem Gedan­ken, daß […]

25. August 1938

380825–1‑1 23.8.38 L. am 25.8.38 Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Ihre Auf­nah­men haben mir viel Freu­de gemacht, am liebs­ten behielt ich sie alle. Die Bild­aus­schnit­te sind gut gewählt, nur ein Bild hat zuviel lee­ren Him­mel. Die Stel­lun­gen sind durch­weg leben­dig — Frau­en ver­ste­hen sich doch immer bes­ser ins rech­te Licht zu rücken!— und wenn ich nicht wüß­te, […]

21. August 1938

[380821–2‑1] 21.8.1938 O., am 21.8.1938. Lie­ber Herr [Nord­hof]! Die Ein­rich­tung, daß mich Ihre lie­ben Zei­len Sonn­tags errei­chen, fin­de ich sehr lieb von Ihnen; es ist dann dop­pel­ter Fei­er­tag für mich. Es ist heu­te wie­der mal ein unver­bes­ser­li­cher Regen­tag und ich mache mich dar­an, Ihnen zu schrei­ben[,] ehe die Freun­din kommt. An sol­chen Tagen ist sie […]

18. August 1938

[380818–1‑1] 16.8.38 18.8.38 Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Vie­len Dank für Ihre lie­ben Zei­len. Ich muß rich­tig­stel­len: Ganz ein­sam bin ich nicht mehr. Es ist jemand, der sich um mich küm­mert. Sie ken­nen die­sen Jemand. Der Gedan­ke an die­se lie­be Per­son, daß ich ihr alles schrei­ben und mit­tei­len könn­te, daß sie mir bleibt nach dem Ver­lust, sie […]

14. August 1938

[380814–2‑1] O., am 14. August 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Heu­te früh erhielt ich Ihren Brief. Die Nach­richt vom Heim­gan­ge Ihrer lie­ben Groß­mutter hat mich erschüt­tert. Wie uner­forsch­lich sind doch Got­tes Wege. Sie haben alle die furcht­ba­ren Stun­den mit­er­lebt, macht­los dem Schick­sal gegen­über. Und für einen emp­find­sa­men Men­schen wohl das Schlimms­te — Ein­sam­keit im Her­zen. Ich […]

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