21. Dezember 1941

[411221–2-1]

Sonn­tag­abend, 4. Advent 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du mein herz­lie­ber [Roland]! Gelieb­ter!!!

Oh Du!! Du!!! Was waren das doch für freu­den­rei­che Stun­den heu­te – ges­tern. Aber beson­ders heu­te, Du!!! Oh Gelieb­ter mein!! Wie lieb[‘] ich Dich! Wie lieb[‘] ich Dich! Du bist zu mir gekom­men, oh Du!! Bist unend­lich lieb zu mir gekom­men heu­te! Her­ze­lein!!! 3 lie­be Boten durf­te ich emp­fan­gen heu­te, ach Du!!! !!!!!!!!!! !!! Du! Hast mich so lieb! Ich muß mich doch soooooooooo sehr seh­nen nach Dir, Gelieb­ter! Oh Du!!! Wenn Du so lieb, so voll Zärt­lich­keit, vol­ler Wär­me und Innig­keit zu mir sprichst! Wei­ter­le­sen!

20. Dezember 1941

[411220–2-1]

Sonn­abend, am 20. Dezem­ber 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Nun ist der lie­be Vater da! Weißt Du denn auch, wie spät es ist, wenn ich Dir schrei­be? Rate nur mal! Um 11 Uhr abends! Du!! Um vor­mit­tags 1100 [Uhr] kam er an mit dem Züg­le. Gut sieht er aus! Und ist auf­ge­räumt! Ich freue mich über ihn. Er kam noch­mal bela­den an mit geheim­nis­vol­len Din­gen, aber die Mutsch muß­te alles ver­ste­cken bis zum Fest! Ach, die lie­ben, guten Eltern – was sie alles für uns tun! Du! Heu­te war der Tag ein bun­tes Durch­ein­an­der. Erzäh­len! Erzäh­len. Wei­ter­le­sen!

16. Dezember 1941

[411216–2-1]

Diens­tag, am 16. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du!!!!!

Heu­te kamen wie­der zwei lie­be Boten an von Dir! Oh Du! Ich habe mich ja soo gefreut! Ganz herz­lich möch­te ich Dir dan­ken, mein [Roland]! Kommst so lieb zu mir, Du! Ach! Ich füh­le rich­tig, wie Du Dein biß­chen Eigen­le­ben her­über­ret­ten mußt in die Stil­le, bei allem Tru­bel und Durch­ein­an­der Dei­ner Umwelt. Her­ze­lein! Es ergeht mir manch­mal auch so, daß ich kaum mich sam­meln kann, so viel stürmt auf mich ein. Und dabei bin ich doch mein frei­er Mann! Wei­ter­le­sen!

15. Dezember 1941

[411215–2-1]

Mon­tag, am 15. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Her­ze­lein Du!!

Heu­te war mein Tag ganz aus­ge­füllt. Und jetzt erst, um 7 [Uhr] abends beginnt mein Fei­er­abend – ich ver­brin­ge ihn doch am aller­liebs­ten mir Dir, mein herz­lie­bes Man­ner­li!

[Ich] Will Dir nur gleich von früh ange­fan­gen erzäh­len. Zuerst schlie­fen wir alle 3 rich­tig aus! Bis um acht!! Weil der Papa Nacht­dienst hat ging es ein­mal, heu­te zum Mon­tag. Ganz fins­ter war der Tag heu­te, reg­ne­risch; aber nicht sehr kalt. Wei­ter­le­sen!

14. Dezember 1941

[411214–2-1]

Sonn­tag, 3. Advent _14. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Her­ze­lein!

Oh Du! Heu­te Nacht bist Du zu mir gekom­men, im Traum! War das doch son­der­bar, Du! Es dun­kel­te schon drau­ßen, ich wohn­te wie­der in uns[e]rer alten Woh­nung S.straße 10. Ich stand am Fens­ter in der Küche, von da aus ich die Kreu­zung über­se­hen konn­te. Plötz­lich sah ich Dich, mein Lieb, um die Ecke bie­gen! Einen schwe­ren Kof­fer schlepp­test Du und gingst ganz schief! In Dei­ner Mari­ne­uni­form kamst [Du] daher. Oh, ich fühl­te rich­tig, wie mein Herz zum Zer­sprin­gen klopf­te! Du!! Ach – wie soll ich’s nur beschrei­ben? Wei­ter­le­sen!