Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Autor: Pia Ebner

27. November 1942

Frei­tag, den 27. Novem­ber 1942 

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Es ist kein Brief­lein heu­te gekom­men. Ich hat­te auf das vom Sonn­tag gehofft heu­te – es wird mor­gen kom­men. Von den Eltern kam ges­tern schon wie­der ein Gruß. Sie haben Nach­richt, daß Sieg­fried nahe der süd­fran­zö­si­schen Küs­te in Perpignan […]

26. November 1942

Don­ners­tag­abend, den 26. Nov. 1942 

Her­zens­wei­berl! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Schät­ze­lein! So hast Du es wohl noch nicht erlebt wie ich: allein haus­hal­ten, Quar­tier bezie­hen bei frem­den Men­schen – für Jah­re – an frem­dem Orte leben – und dann viel allein sein, des abends. Allein sein – und neben­an oder drun­ter das Leben einer Fami­lie spüren. […]

25. November 1942

Mitt­woch, den 25. Novem­ber 1942 

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Du wirst nun heim sein von der Schar. Wirst immer noch nicht recht zur Ruhe gekom­men sein. Dein Bote ist heu­te aus­ge­blie­ben. Ja, Dein Man­ner­li ist bes­ser dran – nach 6 Uhr hat es sei­nen Fei­er­abend, über den es frei ver­fügt. Und meist ist es allein. Hein­rich ist schon wieder […]

24. November 1942

35.)

Diens­tag, am 24. Novem­ber 1942. 

Mein lie­bes, lie­bes Her­ze­lein! Mein [Roland] ! Mein Herzensmannerli! 

Ach, jetzt setz ich mich aber erst mal ganz fest auf mei­nen Aller­wer­tes­ten. Immer war was and­res los, das geht schon seit früh. Und ich seh­ne mich doch gera­de heu­te so sehr nach Dir, Gelieb­ter! Ich hät­te mich ja heu­te früh, als […]

23. November 1942

Mon­tag­abend, am 23. Novem­ber 1942.

34.)

Gelieb­tes Herz! Mein lie­ber, aller­liebs­ter [Roland]!

Wirst den­ken, ich sei um die­se Abend­stun­de – es ist gleich 10 Uhr – noch auf dem Haupt­bahn­hof beim Dienst. Aber nein, ich bin schon zuhaus! Und kom­me nun noch, Dir Gute­nacht­sa­gen, Du!! Du!!!

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