Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Autor: Gregory van Winkle

29. August 1940

S., Don­ners­tag den 29. August 1940. Herz­al­ler­liebs­te! Wenn Du jetzt hier wärest, könn­test Du nun Dei­nen Sol­da­ten mus­tern, Dei­nen Matro­sen, wie es amt­lich heißt. Ein gro­ßer Teil bekam blaue Uni­for­men. Ich bin feld­grau ein­ge­klei­det. Der gest­ri­ge Tag ver­lief so: Vor­mit­tags Lan­ge­wei­le, nach­mit­tags ein­klei­den. Das gab wie­der viel ergötz­li­che Bil­der, ver­dutz­te Gesich­ter, die Spie­gel waren immer […]

27. August 1940

[400827–1‑1] S. am 27. August 1940 Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Die­se Anre­de aus der Braut­zeit, aus uns[e]rer Zeit des War­tens, soll nun noch län­ger Gel­tung behal­ten. Nun komm, Herz­lie­bes, und laß Dir berich­ten. Voll Span­nung fuhr ich nun nach Dres­den. Ich gab mein Gepäck auf. Mit mei­nem Früh­stück bin ich durch den gro­ßen Gar­ten […]

09. Juli 1940

[400709–2‑1] O., am 9. Juli 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland], Du! Hur­ra! Es gibt noch Brief­pa­pier! M.K. Papier! Und weißt Du, wer es ergat­tert hat für mich?, die Mutsch!! Gera­de die, die will, daß ich nicht mehr schrei­ben soll. Ich hab[‘] mich ja gefreut. Nun schreib[‘] ich gleich schnell noch­mal heim­lich, denn da macht[‘]s […]

06. Juli 1940

[400706–1‑1] S. am 6. Juli 1940. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Ganz froh bin ich wie­der. Freu­de und Jubel sind in mir. Will’s Gott, in acht Tagen um die­se Stun­de haben wir ein­an­der ver­spro­chen, Du! Und dann ist das Fest. Wir müs­sen uns den Ver­wand­ten wid­men, müs­sen alle unter einen Hut brin­gen, müs­sen auf­pas­sen, daß […]

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