30. August 1940

TelekiCsakySegundoArbitrajeDeViena
Der ungarische Außen­min­is­ter István Csáky unter­schreibt den Zweit­en Wiener Schiedsspruch 1940, links der ungarische Min­is­ter­präsi­dent Pál Tele­ki, rechts der rumänis­che Außen­min­is­ter Manoiles­cu. Bild: geme­in­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 08.2015.
[400830–1-1]

Fre­itag, den 30. August 1940

Herza­ller­lieb­ste!

Nun zunächst meine Feld­post­num­mer, damit uns[e]re Verbindung in Gang kommt, damit wir uns die Hände reichen kön­nen und miteinan­der­sprechen, als wären wir umeinan­der. Weit­er­lesen!

29. August 1940

Second World War Europe 08 1940 de
Europa, am Ende August 1940, geme­in­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 08.2015.
S.,

Don­ner­stag den 29. August 1940.

Herza­ller­lieb­ste!

Wenn Du jet­zt hier wärest, kön­ntest Du nun Deinen Sol­dat­en mustern, Deinen Matrosen, wie es amtlich heißt. Ein großer Teil bekam blaue Uni­for­men. Ich bin feld­grau eingek­lei­det. Der gestrige Tag ver­lief so: Vor­mit­tags Langeweile, nach­mit­tags ein­klei­den. Das gab wieder viel ergöt­zliche Bilder, ver­dutzte Gesichter, die Spiegel waren immer dicht umstanden von frischback­e­nen Rekruten, die [d]och nun auch recht schnell schmucke Sol­dat­en sein möcht­en. Ich bin mit meinen Klei­dern zufrieden, alles neu, nur die Stiefel gefall­en mir nicht, sie sind im Schaft zu weit, aber sie passen. Wann wer­den wir diese Klam­ot­ten wieder los wer­den? Von der Unter­hose bis zur Mütze beka­men wir alles aus­geteilt. Weit­er­lesen!

27. August 1940

GGrenR1 Offz u Grenadier 1824
Postkarte, 1824. Über Wiki­me­dia Com­mons. 09.2015.
[400827–1-1]

S. am 27. August 1940

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Diese Anrede aus der Brautzeit, aus uns[e]rer Zeit des Wartens, soll nun noch länger Gel­tung behal­ten. Nun komm, Her­zliebes, und laß Dir bericht­en. Voll Span­nung fuhr ich nun nach Dres­den. Ich gab mein Gepäck auf. Mit meinem Früh­stück bin ich durch den großen Garten gegan­gen, unseren Weg, weißt Du noch, zum let­zten Male in Frei­heit. Zurück zum Haupt­bahn­hof. Eine Fleis­chbrühe habe ich noch genossen — dann trat ich den schw­eren Gang an, 10 Minuten vor 12. Ich fand dort schon alles ver­sam­melt und eingeteilt, fragte mich durch und stand dann und fand mich ver­lassen mit­ten unter ein­er Gruppe von Kraft­fahrern. Weit­er­lesen!

09. Juli 1940

[400709–2-1]

O., am 9. Juli 1940.

Herza­ller­lieb­ster! Mein lieber, lieber [Roland], Du!

Hur­ra! Es gibt noch Brief­pa­pi­er! M.K. Papi­er! Und weißt Du, wer es ergat­tert hat für mich?, die Mutsch!! Ger­ade die, die will, daß ich nicht mehr schreiben soll. Ich hab[‘] mich ja gefreut.

Nun schreib[‘] ich gle­ich schnell nochmal heim­lich, denn da macht[‘]s doch nochmal so viel Freude.

[A]llem voran, mein Lieb, will ich Dir recht her­zlich danken für Deinen so lieben Son­ntags­brief. Er war mir ein großes Geschenk, Du! Weit­er­lesen!

06. Juli 1940

Vornehme Hochzeitsgesellschaft Wolfgang Heimbach
Wolf­gang Heim­bach, Vornehme Hochzeits­ge­sellschaft, 1637, geme­in­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 07.2015.
[400706–1-1]

S. am 6. Juli 1940.

Herza­ller­lieb­ste, meine liebe, liebe [Hilde]!

Ganz froh bin ich wieder. Freude und Jubel sind in mir. Will’s Gott, in acht Tagen um diese Stunde haben wir einan­der ver­sprochen, Du! Und dann ist das Fest. Wir müssen uns den Ver­wandten wid­men, müssen alle unter einen Hut brin­gen, müssen auf­passen, daß die Väter nicht stolpern in der Rede — die Stun­den wer­den rasch verge­hen — und dann, Liebes, Her­zliebes! feiern [sic] wir Hochzeit, dann ist[‘]s für uns Hohe Zeit, in Deinem Schloß, Deinem Käm­mer­lein, dann will ich Dich fes­thal­ten und denken, daß Du nun lange, lange immer bei mir bist, in die Arme wollen wir einan­der schließen und hinein­träu­men in den ersten Tag unseres gemein­samen Lebens. Weit­er­lesen!