06. Juni 1942

[420606–2‑1]

Sonn­abend­früh, am 6.6.42.

Mein herz­al­ler­liebs­tes Man­ner­li! Oh Du!! Mein gelieb­tes, gutes Schät­ze­lein!

Wie bist Du sooo lieb zu mir gekom­men! Mein [Roland]! Ich dan­ke Dir doch von gan­zem Her­zen! Du!!! Du!!!!!

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30. Mai 1942

Köln. Zer­stö­run­gen in der Pipin­stras­se nach dem Luft­an­griffs am 9. Juni 1942. DBa Samm­lung Adolf von Bom­hard, Bild 121‑1339 / CC-BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2018.

[420530–2‑2]

104.

Sonn­abend, am 30. Mai 1942.

Gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein gelieb­ter [Roland]! Du!!!

Nun kom­me ich doch schon wie­der zu Dir, mein Her­ze­lein! Ach Du! Ich kom­me doch soo ger­ne! Und [ich] käme zu jeder Stun­de, ja Du! Wenn ich immer so viel Zeit übrig hät­te! Und wenn ich mich nicht vor den Eltern schäm­te. Ach schä­men, das ist wohl nicht der rech­te Aus­druck. Weißt Her­ze­lein! Es ist ein komi­sches Gefühl, wenn man sich so beob­ach­tet fühlt beim Schrei­ben an den Liebs­ten. Und mich zurück­zie­hen mag ich auch nicht jedes­mal. Ich bin hier­in so emp­find­lich und wenn auch eines von den Eltern nur manch­mal im Scherz eine Redens­art fal­len läßt bezüg­lich mei­nes Schrei­bens, dann kränkt mich das. Wei­ter­le­sen!

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25. Mai 1942

Vik­tor de Kowa und Lau­ra Sola­ri in “Die Sache mit Styx”, deut­sche Spiel­film, 1942. Foto: Eugen Kla­ge­mann — © Tobis Film­kunst. Über IMDb, 09.2018.

[420525–2‑1]

Am 2. Pfingst­fei­er­tag 1942.

Mein lie­bes gutes Her­ze­lein! Du!! Gelieb­ter!! Mein [Roland]!

[Du] Wirst Dich wun­dern, daß das Geschrie­be­ne aus Blei­stift ist? Ich sit­ze unten im Gar­ten im Lie­ge­stuhl, die Bei­ne hoch­ge­zo­gen und auf mei­nen Kni­en liegt der Schrei­be­block, auf den ich mein Brief­lein an Dich schrei­ben will. Ob ich es am Abend noch­mal mit Tin­te abschrei­be? Ach Du! [Du] wirst es schon auch so lesen kön­nen, gelt? Und ich will doch lie­ber die Zeit, die ich zum Abschrei­ben brauch­te, ver­wen­den, um noch ein bis­sel län­ger mit mei­nem Her­ze­lein zu reden. Du!!! Wei­ter­le­sen!

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25. Mai 1942

[420525–1‑1]

[Salo­ni­ki] Pfingst­sonn­tag, den 25.Mai 1942

Her­zen­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Heiß ist der Tag, kaum ein Wölk­chen am Him­mel. Wäre ich daheim, es lit­te mich nicht im Zim­mer, ich müß­te hin­aus in Flur und Wald. Aber es ist zu heiß und die­ses Land hier ist zu öde, ist erbar­mungs­los der Son­ne aus­ge­setzt. Gern wür­de ich heu­te baden gehen – aber eine schö­ne Bade­ge­le­gen­heit gibt es auch nicht. Wei­ter­le­sen!

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