21. Dezember 1942

[421221–2‑2]

Mon­tag­abend um ½ 10 Uhr.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Du!!

Ich bin nun wie­der zuhaus von mei­ner ‚Rei­se’! Ach, heil­froh bin ich, alles glück­lich unter Dach und Fach zu haben, es war eine Schlep­pe­rei. Nur gut, daß der lie­be Mond sein run­des­tes Gesicht zeig­te, sonst hät­te ich mich am Ende gar­nim­mer [sic] heimgefunden!

106 [Uhr] fuhr ich ab N. und war gegen ¾ 8 Uhr zuhau­se, Mutsch hol­te mich ab.

Nun will ich Dir gleich mal erzäh­len, was ich kauf­te. Bei A.? 22 Eier, 1 ½ ℔ Quark, 1 Fla­sche Milch und paar Äpfel. Weil sie gra­de überm Plätz­chen-Backen waren, bekam ich ein Tüt­chen mit. Hm! Das war eine Sor­te sag ich Dir! Gute But­ter drin­nen und Hasel­nüs­se! Da den­ke ich eben dran, wie trau­rig, daß die Mäu­se Dei­ne Plätz­chen auf­ge­fres­sen haben! So eine Brut!!

Ich wuß­te nicht, ob ich lachen oder wei­nen soll­te, als ich es las! Kannst Du denn eßba­re Din­ge nicht in Dei­nem Schrank ver­schlie­ßen? Das tut mir leid Her­ze­lein, Nun hast Du Dich ‚ent­halt­sam’ gezeigt und die fre­che Ban­de lohnt Dir das so! Na, wenn ich hier eine Maus erwi­sche, egal ob sie von der Sip­pe ist, die Dir scha­de­ten, der ergeht’s ja nicht gut!!!

Ach Du! Ich backe Dir nach dem Fest gleich wie­der etwas, mußt mir nur Zulas­sungs­mar­ken schi­cken, Schätzeli!

Ja, bei C. kauf­te ich: 1 fet­te Hen­ne!! Auch eine Fla­sche Milch, 1 gro­ßes Glas voll Quark, 5 Eier und 5 Pfund Äpfel. Ich war sehr zufrie­den mit dem!

Bei A. hat­te ich aber noch 40 Eier mit­zu­brin­gen für Kon­di­tor F., weißt? der [sic] bringt mir mei­ne Eier auch manch­mal mit, wenn er run­ter­fährt. Ich war ganz schön bela­den: Kof­fer, Kar­ton, Tasche. Bei Onkel E. war ich auch! Es geht Ihnen gut und sie las­sen Dich herz­lichst grüßen!

Auch die A. und C. bestel­len Dir fro­he Grü­ße! Sie mein­ten, daß Du Weih­nach­ten heimkämest.

Onkel’s schul­pflich­ti­ge Kin­der waren daheim, Feri­en. Die ande­ren erschei­nen an den Fei­er­ta­gen. Hei­di kriegt kei­nen Urlaub, als Schwes­ter. Nur 2 Tage! Die Groß­mutter N. ver­fällt auch immer mehr. Ich glau­be, daß sie nicht den Frie­den mit­er­le­ben kann. Ach, es gab nun viel zu erzäh­len. Und das Neu­es­te für Onkel u. [und] Tan­te war: Hellmuth’s Söhnchen!

Nach einem Kaf­fee­stünd­chen brach ich auf, Andre­as brach­te mich mit dem Kof­fer zur Bahn.

Und nun haben wir schon alles aus­ge­packt, zuhaus! [sic] Und die Hen­ne gerupft, das ist ein net­ter Kerl! Nun wird aber die Küche geschont zu Weih­nach­ten!! Es war ‘ne gan­ze Men­ge Arbeit, ehe das Vieh­cherl sau­ber war. Auf­ge­wa­schen noch, auch Abend­brot gehal­ten. Und nun will auch ich’s den Eltern nach­tun und mein Bett­lein auf­su­chen. Ach Her­ze­lein! Ich bin sehr müde! Aber an Dich den­ke ich trotz­dem mit aller Lie­be. Du!! Bist doch nun bald mein Geburts­tagbüberl! Ob ich von Dir träu­men wer­de? Ich wünsch’ mirs!

Ach Gelieb­ter! Ich muß Dich so liebhaben!

Ich küs­se Dich! Du! Gott behü­te Dich mir! Ewig Dei­ne [Hil­de]

Plea­se fol­low and like us:
21. Dezem­ber 1942

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