Trug und Schein: Ein Briefwechsel

01. Dezember 1942

[421201–1‑1]

Schät­ze­lein! Herz­lieb mein!

Rei­se, rei­se, auf­ste­hen” – ½ 8 Uhr ist es – – der U.v.D. steht am Bett­lein – was mach ich denn nun mit Dir? Mal gehö­rig anlüf­ten, wie sich der Sol­dat etwas gewählt aus­zu­drü­cken, beliebt? Das hät­te hier beim Wer­ben auch einen ganz hand­greif­li­chen Sinn – gelt? Oder hat das Man­ner­li in der Keme­na­te über­haupt kei­ne Befehls­ge­walt. Oh Her­zens­schät­ze­lein! Er hat sie so und so nicht! Und das Man­ner­li weiß doch auch, wie man das lie­be Wei­berl weckt – mit einem lie­ben Blick und einem lie­ben lan­gen Kuß! Und heu­te zum Ver­lo­bungs­tag — ach Du! Du!!! Du!!!!! mit einem her­zin­ni­gen Umschlin­gen – Du! Du!!! Du!!!!!! !!!!! !!! Mußt es Dir gefal­len las­sen, daß ich so stür­misch Dich weck­te heu­te – ach Du, daß ich Dich in hei­ßer Lie­be an mich drü­cke – und Dich so glück­lich, sooooooooooooo glück­lich in mei­nen Armen hal­te: mein Alles, Du! Mein Liebs­tes! Mein gan­zes Glück. Mein lie­bes, her­zi­ges, ein­zi­ges Weib! Dich muß ich lie­ben! Lie­ben!!! Dich muß – ich so lieb­ha­ben! – und lie­ben – mein Lebenlang!

Dein [Roland]!

[Fol­gen­des an den lin­ken Sei­ten­rand gequetscht.]

Ich hab Dich so lieb – so lieb – lieb – lieb – lieb!

Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Ich küs­se Dich

viel­tausend­lieb! Ich bin so glücklich

mit Dir! Mei­ne [Hil­de]! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Dein Man­ner­li! Dein Her­zens­bub! Dein [Roland]!

[Fol­gen­des auf der Rückseite]

Her­ze­lein! Eh der Bote abgeht, muß ich Dir doch noch ein­mal lieb die Hän­de drü­cken. Ach, könnt ich doch gleich mitkommen!

Du!!!

Mit­tag ist nun. Das Man­ner­li war zum Got­tes­dienst. Ein strah­len­der Tag ist drau­ßen, wol­ken­los der Himmel.

Oh Gelieb­te! Wenn ich hin­ter und über die­ser Welt im gro­ßen nicht den Him­mel wüß­te, – und hin­ter mei­nem per­sön­li­chen Leben nicht den Him­mel uns­rer Lie­be, dann wollt ich nicht mehr leben! Wie Wol­ken auch kom­men und gehen mögen, so ist der Hin­ter­grund zu allem, ist der blei­ben­de unver­rück­ba­re, in erha­be­ner Grö­ße bestän­di­ge Grund.

Ich lie­be Dich! Mei­ne [Hil­de]!

Wirst Du heu­te zu mir kom­men und mich ganz glück­lich machen? Du allein kannst es! Du allein!!! oh komm – komm – komm –

sei die Mei­ne! Geliebte!

Mei­ne [Hil­de]!!!

Plea­se fol­low and like us:
01. Dezem­ber 1942

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