Trug und Schein: Ein Briefwechsel

31. Oktober 1942

[421031–2‑1]

Sonn­abend, am 31. Okto­ber 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Ach wie scha­de, daß ich heu­te so wenig Zeit fand, Dein zu den­ken. Du! Mußt mir nicht bös [sic] sein dar­um, wir hat­ten doch noch­mal so reich­lich zu tun mit der Wäsche und mit dem Rei­ne­ma­chen. Die Wäsche ist sämt­li­che tro­cken! Wir haben ja gute, treue Män­ner! Und gegen Abend, als wir Abend­brot gehal­ten und uns ein wenig ver­schnauf­ten, da kam auch noch Besuch! N.s, mit ihrer Toch­ter, die ist nun wie­der zuhaus [sic], ist ent­pflich­tet wor­den auf der Fes­tung Dömitz. Sie blie­ben auch ziem­lich lang, sodaß ich dann so müde war und mich nicht mehr zum schrei­ben [sic] auf­raf­fen konn­te. Nur die­se weni­gen Zei­len sen­de ich Dir, damit Du ein Zei­chen erhältst. Und es ist doch gera­de der letz­te Tag im Monat, Schät­ze­li! Was wird uns der nächs­te brin­gen? Und wie Du, so den­ke ich doch auch ans Kalen­der­man­ner­li immer. Ach Du! Gott weiß, was er uns schickt! Und wir hal­ten sei­nem Wil­len ganz stil­le. Gelieb­ter! Ich bin so froh und glück­lich mit Dir! Immer! Immer! Ich lie­be Dich so innig! Gott behü­te Dich mir,

Bau­denk­mal Fes­tung Dömitz, Zugang mit dem Nach­bau der Zug­brü­cke. Bild von Losch — abge­ru­fen von Wiki­me­dia Com­mons, 08/2013, unter CC BY-SA 3.0, her­un­ter­ge­la­den 07/2020.

Dei­ner treu­en, glück­li­chen [Hil­de].

Plea­se fol­low and like us:
31. Okto­ber 1942

Ein Gedanke zu „31. Oktober 1942

  1. Zusam­men­fas­sung: Besuch von N.s, deren Toch­ter gera­de vom Dienst auf der Fes­tung Dömitz ent­las­sen wur­de; Kalen­der­man­ner­li (Mens­trua­ti­on­s­ka­len­der); Ver­trau­en in Gott, dass er Gutes für den kom­men­den Monat bringt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben scrollen