Trug und Schein: Ein Briefwechsel

29. Oktober 1942

[421029–2‑1]

13.)

Don­ners­tag­abend, am 29. Okto­ber 42.

Gelieb­ter! Herz­al­ler­liebs­ter!

“Der Feind sieht dein Licht — Verdunkeln!”-Plakat, um 1943, Bild von Fred Rome­ro — abge­ru­fen von Wiki­me­dia Com­mons, 08/2016, unter CC BY 2.0, her­un­ter­ge­la­den 07/2020.

Ich muß doch schnell noch ein­mal zu Dir kom­men, ehe ich ins Bett­lein gehe, es ist schon ½ 1100 [Uhr] vor­bei. Ach Du! Mein Herz ist ja so über­voll! Du hast mich so lieb, sooooo lieb, Her­zens­schät­ze­lein! Oh – bin ich glück­lich!

Her­ze­lein! Hab Dank für Dein Lieb­ge­den­ken [sic] und für das schö­ne hel­le Latüch­le [sic]! Hab alles fein gebracht und nun brennt sie sooo hell, daß ich sie gleich mit unter den Man­tel ste­cken muß, wegen der stren­gen Ver­dunk­lung [sic]!

Ja, ich habe sie heut [sic] abend [sic] gleich mal pro­biert in die Sing­stun­de. Sonn­tag fei­ern wir Refor­ma­ti­ons­fest, sin­gen zwei Sachen. “Welt ich bin dein müde, ich will nach dem Him­mel zu” üben wir fürs Toten­fest. Für Sonn­tag: “Es lag in Nacht und Graus die Erde, noch war die Son­ne Got­tes nicht: da sprach der Vater des Lich­tes, es wer­de….” Ich hat­te nicht viel Lust zum sin­gen [sic], nach dem Wasch­fest – weißt, jedoch am Sonn­tag will ich mit­sin­gen und ohne Übung? nein.

Ach Schät­ze­li! Mein lie­bes, herz­al­ler­liebs­tes! Wie lie­be ich Dich! Und wie bin ich doch so froh und glück­lich mit Dir, Du!! Ach Du! Alle Lie­be kommt von Dir! Aller Son­nen­schein! Bist doch mein Ein und Alles! Mein gan­zes Glück! Her­ze­lein! Bleib mir! Oh ich lie­be, lie­be Dich! Gott im Him­mel, sei unserm Glück gnä­dig, seg­ne unsern Weg und unsern Bund, füh­re uns bald für immer zusam­men! Oh mein Gelieb­ter! Ich bin Dir ganz nahe! Immer!

Gut [sic] Nacht! Du! Ich küs­se Dich!

In Lie­be Dei­ne [Hil­de].

Plea­se fol­low and like us:
29. Okto­ber 1942

Ein Gedanke zu „29. Oktober 1942

  1. Zusam­men­fas­sung: Hil­de hat von Roland eine Later­ne bekom­men; stren­ge Ver­dun­ke­lung; Fei­er des Refor­ma­ti­ons­fes­tes, bei dem Hil­des Chor 2 Lie­der singt: „Es lag in Nacht und Graus die Erde, noch war die Son­ne Got­tes nicht: da sprach der Vater des Lich­tes, es wer­de….“ & „Welt ich bin dein müde, ich will nach dem Him­mel zu“; Lie­bes­be­kun­dun­gen]

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben scrollen