27. Dezember 1941

Spie­gel des Lebens, Deut­sche Spiel­film, 1938, Bild: Illus­trier­te Film-Kurier, Quel­le: Vir­tu­al Histo­ry, 18.01.2018

[411227–1‑1]

Sonn­abend, den 27. 12. 41

Her­ze­lein! Du!! Gelieb­tes Weib! Hol­de mein!

Heu­te nur eine klei­ne Zwi­schen­sen­dung. Mein Sonn­abend­brief ist noch nicht fer­tig. Ich war vor­hin im Kino und sah einen sehr guten, wert­vol­len Film. “Spie­gel des Lebens”. Ich erzäh­le Dir noch davon.

Gelieb­te! Ich bin ganz bei Dir in mei­nen Gedan­ken! Ich füh­le Dich immer ganz nah und lieb an mei­ner Sei­te.

Die Lie­be ist so groß, wie das, was wir von ihr erwar­ten, erhof­fen und glau­ben!

Oh Her­ze­lein! Alles erwar­te­te ich von ihr, das Bes­te und Höchs­te — Son­ne des Lebens!

Du bist mei­ne Lie­be! Mei­ne Son­ne!

Mein Leben! Mein Ein und Alles! [Du] Bist mir so unend­lich wert — so unend­lich wert! Du!!!!! !!!!! !!!

Dein [Roland]

Eine eigen­ar­ti­ge Glück­wunsch­kar­te ent­deck­te ich, die Hei­li­ge Geburt dar­stel­lend. Fro­he Weih­nacht und Glück zum neu­en Jahr bedeu­tet der grie­chi­sche Text.

[Brief unvoll­stän­dig erhal­ten: min­des­tens eine Sei­te fehlt oder die fol­gen­de Sei­te passt zu den vor­he­ri­gen nicht.]

wol­len wir und hal­ten was wir haben: Unse­ren Glau­ben und unse­re Lie­be! Herz­lieb! Wie­vie­le Men­schen, die bei­der nicht mehr haben, die daste­hen mit lee­ren Hän­den. Die sich bei­de ent­rei­ßen lie­ßen von den Stür­men uns[e]rer Zeit! Wie sie noch leben kön­nen! Oh Gelieb­te! Wenn ich sie ver­lö­re, ich könn­te nicht mehr leben! Ich muß glau­ben und lie­ben – und eines nicht ohne das ande­re. Gott sei uns gnä­dig: Du bist mei­ne Lie­be! Lie­be, die mich zum Glau­ben geführt hat. Und dar­um bist Du mein Leben! Oh Herz­lieb! Und ich bin das Dei­ne! Ich weiß es, ich füh­le es – ich habe Dei­ne gan­ze Lie­be, Dein gan­zes Ver­trau­en, Dei­nen gan­zen Glau­ben – ich füh­le sie auf mir ruhen; glück­lich, bese­ligt, süße La[st] – Lie­be! Lie­be! Gro­ße, tie­fe, gan­ze Lie­be! Sie erfüllt mich so ganz und bewegt mein Herz zu fro­hem Lebens­mut – sie allein! Und so wie ich Dei­ne Lie­be füh­le, muß ich Dich wie­der­lie­ben, so groß und tief und ganz!!!

Oh Her­ze­lein! Ich weiß mir kei­nen bes­se­ren Wunsch nun, an der Schwel­le zum neu­en Jah­re als den: Wir wol­len hal­ten, was wir haben, unse­ren Glau­ben und unse­re Lie­be! Gott schen­ke uns Kraft und gnä­di­ges Gelin­gen zu sol­chem Tun! Oh Gelieb­te! Ich befeh­le Dich ihm an! Gott erhal­te Dich mir! Froh und gesund! Er seg­ne uns[e]re Lie­be und mache uns[e]re Her­zen stark.

Oh Gelieb­te, mein teue­res [sic] Weib! Du sollst es wis­sen: Ich bin Dir zur Sei­te! In Lie­be und Treue! Dir gehört alle mei­ne Lie­be! Dei­ne Lie­be ist mei­ne Kraft, mein Glau­be, mei­ne Hoff­nung, mein Lebens­mut, mein Frie­den, mei­ne Hei­mat; in die ich zurück­keh­ren möch­te, Dir heim­keh­ren! Hilf, Gott im Him­mel! Ich lie­be Dich! Ich drü­cke, Dich an mich ganz fest, Du! Mein Weib! Mein lie­bes Weib! Mein Herz­lieb! Mein! Ganz mein! Und ich bin Dein!

Ganz Dein!!!

Ewig Dein [Roland]!

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