02. Dezember 1941

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Diens­tag, den 2. Dezem­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, treu­es Weib! Du!!!

Bist soviel­tausend­lieb zu mir gekom­men heu­te, Du! Du!!! Oh Her­zens­schät­ze­lein! All mein Glück steht vor mir – Dei­ne Lie­be, uns[e]re Lie­be! – Ach, Du sel­bes, Her­zens­schät­ze­lein! Sooo lieb! Sooo unend­lich lieb! Du! Du!!!

Oh, mein lie­bes Weib kann doch auch so zärt­lich sein, daß dem Man­ner­li gar so wun­der­lich zumu­te wird – daß es sich ganz in die hol­de Nähe wün­schen möch­te – oh Gelieb­te! Du!!! Ich seh­ne mich nach Dir! Und bin sooo voll gro­ßer, über­gro­ßer Freu­de, daß Du mein bist, daß Du zu mir kommst mit all Dei­nem Lie­ben und Seh­nen – oh Gelieb­te! Daß Du mit mir unser Glück hütest, daß Du es hältst als das kost­bars­te Klein­od die­ser Erde, daß ich mit Dir den Gar­ten der Ehe hüte und tei­le – unser Para­dies­gärt­lein – mein Evchen, Du – und ich Dein [Roland]! – oh Herz­lein! alle Frau­en könn­ten mir zur Macht ste­hen — ich wähl­te mir die Eine, die Mei­ne, Dich! Du! Mein aller­al­ler­al­ler­liebs­tes Her­zens­schät­ze­lein!!!!! !!!!! !!! Ich stürm­te auf dich zu und faß­te Dei­ne Hand und führ­te Dich und fühl­te Dich an mei­ner Sei­te – das glück­lichs­te Man­ner­li auf die­ser Welt!  Oh Her­ze­lein! Daß Du so glück­lich bist wie ich! Daß Du so wie ich nach dem tie­fen, ech­ten Glück der Zwei­sam­keit, des Ein­seins, der gan­zen Lie­be ver­langst — nie, nim­mer­mehr fänd[‘] ich solch lie­bes Weib – Du!!! Du!!!!! Du!!!!! !!!!! !!! Oh Her­ze­lein! Dich will ich lie­ben! Ganz teu­er und wert hal­ten! Gelieb­te! Ganz glück­lich möch­te ich Dich machen!  Oh Du! Ich weiß mich ganz eins mit Dir! Ganz eins mit Dir!!! Du! Mein liebs­ter Weg­ge­sell! Mein See­len­ge­schwis­ter! Ich bete mit Dir um unse­ren Weg, unser Glück, um Got­tes Gna­de!

Hanko dugouts 1.jpg
2. Dezem­ber 1941 fand die Schlacht von Hanko, Finn­land, ihr Ende. Bild: Über­res­te eines Wald­gra­bens aus dem zwei­ten Welt­krieg, Hanko Halb­in­sel, nähe der Stadt Hanko, Finn­land, Bild: Bal­cer, 15.07.06, über Wiki­me­dia Com­mens, Attri­bu­ti­on 2.5 Gene­ric (CC BY 2.5), 05.2017.

Zählst schon die Tage bis zum Urlaub? Oh Herz­lieb! Wie wird mir denn? Du war­test mein! War­test mein!!! Sehnst sie her­bei, die schö­ne Urlaubs­zeit  — Du hast mich sooo lieb! Möch­test doch Dein Man­ner­li bald wie­der ein­mal haben – möch­test wie­der ein­mal mein lie­bes Weib sein wie dann spä­ter, wenn wir immer umein­an­der sind! Und ich? – Dein lie­bes Man­ner­li – oh Du! Du!!!!! Herz­lieb! Ich zähl[‘] doch mit Dir! Und paße auf! Ich möch­te doch sooo sooooo ger­ne wie­der bei Dir sein! Augen­blick­lich geht es wie­der ganz bunt zu. Die Kur­se brin­gen Bewe­gung in uns[e]re Leu­te. Sie fin­den in Var­na am Schwar­zen Mee­re statt. Heu­te wur­de auch der Spieß zu einem Kur­sus kom­man­diert. Er nimmt nun sei­nen Urlaub schon eher. Am Sonnn­a­bend fährt er. Ich habe ihn heu­te dar­um gebe­ten, mich vor mei­nem Kur­sus noch ein­mal mit Urlaub zu beden­ken. Er hat es mir zuge­sagt, Schät­ze­lein! Wann da[s] nun sein wird? Du!!! Wir müs­sen fein gedul­dig sein! Es kann noch soviel dazwi­schen kom­men. Aber Du darfst ganz gewiß sein, daß ich alles tun wer­de! Und mit ein­an­der wol­len wir die Hoff­nung hoch­hal­ten, daß wir doch bald wie­der ein­mal bei­sam­men­sein dür­fen – bei­sam­men­sein müs­sen, Du!!! Und mein Schät­ze­lein mag fein Wei­ter­zäh­len unter­des­sen – bis zum 13. Febru­ar. Viel­leicht kommt das Man­ner­li schon eher!

Ich will dich so ger­ne wär­men hal­ten! Wo ist es wohl am käl­tes­ten? Im Bett­lein! Oh Herz­lieb! Ich muß [Dic]h doch auch sooo lieb­ha­ben! Muß Dich wie­der­se­hen! Muß Dich bei mir füh­len! Muß Dich ganz sehr lieb­ha­ben! 

Oh Du!!!!! !!!!! !!! Hel­fe uns Gott zu einem fro­hen Wie­der­se­hen! Wie lieb Du mich hast? Oh Schät­ze­lein! Ich weiß es! Gelieb­te! Gelieb­te!!!!! Ich bin Dein! Ganz Dein Roland für die­ses Leben! Ich las­se Dich nim­mer­mehr! Ich kann Dir doch gar nicht böse sein! Kann gar Dich nicht krän­ken! Dir weh­tun! Kann nim­mer Dich las­sen! Muß­te Dir fol­gen – Dich suchen – Dein War­ten bis zum letz­ten Atem­zug. Oh Herz­lieb! Wenn ein­mal etwas zwi­schen uns wäre, ich fän­de kei­nen Frie­den eher, als bis alles berei­nigt wäre. Wenn ich Dir weh­tä­te und Dich krän­ken, Ich täte mir sel­ber wegh [sic] damit und krän­ke mich! Ich habe Dei­ne Lie­be! Dei­ne ers­te, jun­ge, hei­ße Lie­be! Oh Herz­lieb! Ich weiß es, eine ganz sel­te­ne Lie­be! Ganz sel­ten in ihrer Ent­schie­den­heit, in ihre Tie­fe! Gro­ße, tie­fe Her­zens­lie­be! Her­ze­lein! Lie­be – vom Schick­sal gefügt – von Gott geschenkt! Oh Gelieb­te! Lie­be – die letz­te Erfül­lung sucht, innigs­tens Eins­sein – die zu höchs­tem Glü­cke führt – oder zu tiefs­tem Schmerz, zur Tra­gik. Oh Gelieb­te! Du bist wie ich so treu­en Sin­nes und schwe­ren Blu­tes. Und nun dür­fen wir ein­an­der haben! Oh Gelieb­te! Mein lie­bes, liebs­tes Weib! Ich habe doch nim­mer­mehr geglaubt, daß ich sol­che Lie­be fin­den wür­de! Daß ein Weib mich so erken­nen könn­te! Da[ß] mein Seh­nen und Lie­ben so glück­haft befreit und erlös[t] wür­den jemals. Du! Ich glau­be, and[e]re Mäd­chen kön­nen gar nicht so lie­ben. Oh Gelieb­te! Nun bist Du bei mir! Mein Weib! Mein Weib!!! Und ich gehö­re Dir! Herz­lieb! Ruhe – Gebor­gen­heit – Hei­mat – in Lie­be ver­sen­ken – davon was düoch auf Dein Man­ner­li im tiefs­ten beseelt – danach sehn­te es sich so sehr – nach Wei­bes­lie­be! nach Wei­bes­art! – nach sei­ner Ergän­zung! – nach einem lie­ben Freun­de! Ach, nach einer ganz gro­ßen, tie­fen Lie­be!  — nach der Köni­gin auf der Her­zens Tron [sic]!!! 

Oh Herz­lieb! Tiefs­te Gebor­gen­heit, Hei­mat, Ergän­zung – Erfül­lung sind wir ein­an­der! Her­zens­lie­be ver­bin­det uns auf immer – ganz innig und tief ruhen uns[e]re Her­zen inein­an­der – unser Glück! Ganz gewiß sind wir die­ser gro­ßen, tie­fen Lie­be! Du liebst mich, wie ein Weib nur lie­ben kann, ein ganz gutes, Du!!! Und Du weißt es, Schät­ze­lein, daß mei­ne Lie­be und mein Auf­ge­schlos­sen­sein zum ers­ten und ein­zi­gen Male Dir allein gehö­ren! Du liebst mich – ich lie­be Dich! Ich sehe Dich so froh, so glück­lich, sovie­le Son­ne in dei­nem Her­zen! Und Du – hast mich doch ganz gewan­delt mit Dei­ner Lie­be. Hast aus mir ein ganz fro­hes, lebens­mu­ti­ges Man­ner­li gemacht! Gläu­big und tap­fer gebhe ich Dir zur Sei­te, schaue mit Dir froh vor­aus im Auf­blick und Ver­trau­en zu Gott.

Ach Her­zens­schät­ze­lein! Du hast mein Sor­gen ver­stan­den und mein Schel­ten. Ich mein­te es sooo gut mit Dir! Du weißt! Ich muß mit Dir sor­gen. Mein Sor­gen ist so Lie­be wie die Zärt­lich­keit, wie die Her­zen­strau­te, wie unser seli­ges Umfan­gen! Du weißt es und läßt mich dar­um teil­neh­men an dei­nen Her­zen – oh, so lieb! so treu, so bis ins letz­te mir ver­trau­end. Komm immer wie­der zu mir, Herz­lieb!!! Komm!!! Du machst mich so glück­lich damit! – und ich will zu Dir kom­men mit allem, das mich bewegt, muß Dich ja an allem teil­neh­men las­sen, Du Lie­be, Gute – Her­zens­schät­ze­lein!

Was Euch auf der Bespre­chung gesagt wür­de – ich ahn­te es. Es ist nun schon ein altes Lied. Und es hat Dich mit Recht empört. Von Män­nern hielt es sich nur noch wider­li­cher an, wenn sie blind­lings jede eige­ne Mei­nung an den Nagel hän­gen, dumm, fei­ge, ver­ant­wor­tungs­los! Empö­rend immer wie­der und tiefs­te Zwei­fel näh­rend die Dop­pel­zün­gig­keit der lei­ten­den Stel­len: Wir schüt­zen das Chris­ten­tum – wir kämp­fen es wie­der. Gott­lo­se Gemein­heit und Lügen­haf­tig­keit! So baut nur wei­ter an dem Neu­en – ihr wer­det bald begra­ben sein unter den Trüm­mern die­ses Bau­es!

Treu fest­hal­ten am Alten“ – ach, Gelieb­te, nicht, weil es das Alte ist, son­dern weil es das Gute und Wah­re ist, das Ech­te. Man äch­tet das Gold – weil man kei­nes davon hat. Man nimmt Ärger­nis an Lie­dern und äch­tet Gedan­ken – aus purem Leid, aus maß­lo­sem Anspruch und Gelüs­ten der Tyran­nei. Oh Schät­ze­lein! Wenn man hier wei­ter­denkt, kann man zwei­feln an allem, könn­te man zwei­feln auch an dem Recht unse­res Kamp­fes. Wir wol­len Gott bit­ten auch für unser Volk – wol­len bit­ten um star­ke Her­zen und treu­en Sinn und Erkennt­nis der Wahr­heit! Du gehst mit mir! Du liebst mich! Dar­um bin ich ganz gewiß! Gott behü­te Dich! Ich bin Dein! Ich lie­be, lie­be Dich!!!!! !!!!! !!!

Ich blei­be in Ewig­keit Dein [Roland]!

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