23. November 1941

Robert and Clara Schumann
Robert Schu­mann und Cla­ra Schu­mann, nach einem Reli­ef von Ernst Riet­schel, Modern Music & Musi­ci­ans, Uni­ver­si­ty Socie­ty, New York, 1918. Über Wiki­me­dia Com­mons. Lizenz­frei in den USA, 11.2017.

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Sonn­tag, den 23. Nov. 1941

Mein lie­bes, teu­res Weib! Her­ze­lein! Gelieb­te!!!

Erst muß ich Dir ein­mal ganz lieb, viel­lieb [sic] dan­ken für Dei­nen Bericht und lie­ben Boten vom Diens­tag. Er ist heu­te schon bei mir, ich habe gar nicht unge­dul­dig war­ten müs­sen, und nun weiß ich doch wie­der, wie es Dir geht, weiß Dich und die lie­be Mutsch beru­higt – Herz­lieb! Und das ist doch, was mir zual­ler­nächst am Her­zen liegt. Her­ze­lein! Weißt Du denn, wie glück­lich Dein Ver­trau­en mich macht? Wie alle Lie­be mir heiß zum Her­zen strömt, wenn Du mir alles so lieb berich­test? Oh Schät­ze­lein, Du!!! Daß ich Dei­nes Her­zens Ver­trau­ter bin – ich glau­be, das ist das Bes­te, das Schöns­te an uns[e]rer Lie­be. Daß wir ganz offen und geschwis­ter­lich – und doch so heim­lich-lieb auch – ein­an­der ins Ver­trau­en zie­hen, auch ins letz­te Ver­trau­en. O Schät­ze­lein! Wie glück­lich machst Du Dein Man­ner­li damit – und stolz – ach, alle liebs­ten Emp­fin­dun­gen rufst Du her­auf damit – daß ich Dich doch gleich ganz lieb­ha­ben müss­te – wenn Du jetzt bei mir wärst.

Oh Her­ze­lein! Du weißt es, daß ich Dich ganz lieb ver­ste­he, ja? Du!!! Daß ich Dir so ger­ne zuhö­re! [Du] Kannst mir doch Dei­ne Lie­be gar nicht bes­ser bezeu­gen als dadurch, daß Du Dei­ne See­le frei­sprichst. Und Du weißt es, daß ich alles mit Dir tra­gen und tei­len möch­te. Oh Her­ze­lein, Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Wie­viel Glück bringst Du mir! „Sollst mit uns daheim wei­ter­le­ben. Und ich kann Dir nichts ver­heim­li­chen! Du bist mein Man­ner­li! Mein Ver­trau­tes­ter! Mein Aller­nächs­ter! Und Dir sage ich alles, all{es}! Gutes und Böses. Mein gan­zes Ver­trau­en gehört Dir – es wird Dir immer gehö­ren! Ich möch­te nicht erle­ben, daß es anders sei zwi­schen uns!“ Du! Schät­ze­lein! Laß Dir dan­ken! Dan­ken!!! Siehst Du mei­ne Freu­de, mein Glück? Gelieb­te!!! Gelieb­te!!!!! !!!!! !!!

Her­ze­lein! Nun laß mich erst ein­mal etwas zu Dei­ner Krank­heit sagen. Ich bin froh und ganz ein­ver­stan­den, daß Du mit­ge­fah­ren bist nach Chem­nitz, gleich an die rech­te Schmie­de. Ich füh­le mit Dir die Beru­hi­gung und Erleich­te­rung, die Dir der Arzt ver­schaff­te. Herz­lieb! Aber das möchte ich Dir ganz fest und lieb einschär­fen:

Es ist etwas Gro­ßes um die ärzt­li­che Kunst – und sie bringt uns so viel Gutes.

Aber der Arzt kann in die­sem Fal­le nur raten und nach­hel­fen. Der beste Arzt mußt Du Dir selber sein!!! Und je weni­ger Kunst­grif­fe ange­wen­det wer­den müs­sen, des­to bes­ser ist es! Werd[‘] nicht leicht­sinnig! Schone Dich! Halte Dich! Auch wenn der Arzt es nicht aus­drück­lich sag­te. Ver­laß Dich nicht auf die Kunst­grif­fe! Bleib ein wenig miß­trau­isch dage­gen! Dein[e] wachen, hel­len Sin­ne sind mei­ne Freu­de. Erhal­te sie Dir! Je bes­ser Du Dich hältst, je bes­ser Du der Natur, die sich hel­fen will selbst, nach­hilfst durch erhöh­te Acht­sam­keit – des­to eher sind alle Kunst­grif­fe und Medi­zi­nen ent­behr­lich! Und dar­auf mußt Du bedacht sein. [Du] Mußt immer dar­an den­ken, daß die­se Kunst­grif­fe Krü­cken sind, deren man sich je eher je lie­ber wie­der ent­le­digt. Laß Dir nicht in Nase und Ohren her­um­ste­chen, wenn es ni[cht] nötig ist. Ver­steh mich recht: Du sollst wei­ter zum Arzt gehen – sollst aber daneben Dich halten und schonen, wie ich Dir auch riet, und wie sonst Deiner Erkältung zuleibe gehen, als ob Du noch gar nicht beim Arzt gewesen wärest.

Schät­ze­lein! Ich weiß, Du nimmst mei­nen Rat gern an. Ich mei­ne es so gut mit Dir! Ich möch­te Dir sooo sooooo ger­ne hel­fen! Und ich weiß, daß ich es kann, auch über alle Fer­ne. Uns[e]re Lie­be ist der Mitt­ler. Sie gibt mir allen gut [sic] Rat ein – und sie läßt Dich ihn beher­zi­gen! Herz­lieb!!! Und uns[e]re Lie­be wird uns immer der bes­te Rater und Hel­fer sein. Sie erwärmt und erhellt uns. Von ihr kommt uns aller Sinn und Mut und Wil­le zum Leben und Gesun­den. Wel­cher Medi­zin ver­möch­te noch so alle Kräf­te auf­zu­ru­fen als Dei­ne lie­ben Augen­ster­ne? Und ich weiß, daß Dir Kraft und Geduld wach­sen, weil Du mir gesun­den willst, weil Du mir blei­ben willst, weil Dein Leben an dem mei­nen hängt.

Her­zens­schät­ze­lein! Nun will ich doch erst ein­mal von mir berich­ten. Ganz allein bin ich heu­te. Ich habe mich schon sooo dar­auf gefreut: allein zu sein mit Dir! Kame­rad K. ist heu­te Schrei­ber vom Dienst. Den heu­ti­gen Tag hab[‘] ich mir auch noch aus einem ande­ren Grun­de vor­ge­merkt: Wasch­fest woll­te ich hal­ten. Strüm­peln [sic] und Taschen­tü­cher. Und jetzt liegt‘s schon hin­ter mir. Drau­ßen, auf dem Gelän­der des Bal­kons bau­meln die Strüm­peln. Und in der Schüs­sel lie­gen die Taschen­tü­cher. Ja, das ist die Kriegs­wirt­schaft. Mein Wei­berl muß zu Hau­se Bank­hal­ter sein und Sekre­tär für[’]s Man­ner­li, das Man­ner­li der­weil Wasch­frau. Na, nur gut, daß nicht alles so aus­zu­wech­seln geht, sonst wär[‘] es doch gar nim­mer schön auf der Welt! Du!!! Wie Dein Man­ner­li gewa­schen hat? Ganz zünf­tig. Taschen­tü­cher vor­her ein­ge­weicht. Feu­er in den Ofen. Was­ser­ei­mer drauf. Taschen­tü­cher heiß gewa­schen mit guter Sei­fe. Strüm­peln lau durch­ge­wa­schen – so ist’s doch rich­tig, ja? Na – und dann gespült und aus­ge­wun­den. Nun bin ich doch froh, daß es hin­ter mir liegt und ich wie­der mit Dir plau­dern kann. [Du] Hät­test das Man­ner­li ganz fein aus­ge­zankt, [es] hat im feins­ten Aus­geh­staat gewa­schen. Ist gar nichts davon abge­gan­gen. Du!

Toten­sonn­tag ist heu­te. Trü­be und grau und kühl ist es auch bei uns. Und ich lie­be ihn so. Eine Mar­ke an der Bahn des Jah­res. Und vie­le Men­schen, die heu­te ihr Leben beden­ken und mes­sen an die­ser Mar­ke: Vor einem Jah­re – – und in einem Jah­re – – –. Sei­ne Ern­te hielt der Tod, so reich wie sonst – und viel rei­cher dazu auf den Schlacht­fel­dern und Kampf­plät­zen – oh! Wie­viel Leid ist in die­sem Leben! Wie­viel Ver­gäng­lich­keit! Und der Tod scheint immer Sie­ger zu sein, immer das Ende. Er ist es nicht. [Er] Ist es in zwei­fa­chem Sin­ne nicht. Ein Erb­gang ist von Eltern auf Kin­der und Kin­des­kin­der, von Volk zu Volk. Und es ist ein Leben, das den Tod über­dau­ert und besiegt. Wir kön­nen nicht anders glau­ben. Wenn unser Leben im Nichts mün­de­te, dann wäre es sinn­los – dann wäre es unwert – dann wäre Gott nicht der all­mäch­ti­ge. Nein. Gott der uns Men­schen auf­gab, die­se Erde zu beherr­schen, der uns die Fähig­keit ver­lieh, ihn sel­ber als unse­ren Herrn über uns zu erken­nen – der uns Men­schen damit begab­te, zu pla­nen und ziel­be­wußt zu arbei­ten – er als unser Schöp­fer kann nicht anders sein, er hat sei­nen Plan. Und so sicht­bar unser Tun und Pla­nen Stück­werk ist – so gewiß ist Got­tes voll­kom­men, das bedeu­tet aber, daß nichts ohne Sinn und Bedeu­tung ist in die­ser Welt. Das ist ein Ein­se­hen, zu dem man auch gelan­gen kann, ohne eben Christ zu sein. Nun aber kam der Hei­land mit sei­ner Bot­schaft: Wer da glau­bet, wird leben, ob er gleich stür­be. Die­se gro­ßen Heil­s­tat­sa­chen sind es, an denen die Zweif­ler und Ungläu­bi­gen stets zuerst Anstoß neh­men. Und ihre schlech­tes­te Vor­hal­tung ist: aha, ihr glaubt, damit ihr das ewi­ge Leben ererbt, glaubt aus Furcht vor dem Tode.

Die­sem Vor­wurf kann man nicht scharf genug ent­ge­gen­tre­ten, von die­sem Lohn­ge­dan­ken kann man nicht genug sich selbst los­ma­chen. Wer ihn nur über­haupt ins Chris­ten­tum her­ein­brach­te?! Die­ses Wort „Wer da glaubt, wird leben, als ob er gleich stür­be“ [Johan­nes 11:26] ist nicht zuerst ein Ver­spre­chen, eine Ver­hei­ßung, ein in Aus­sicht gestell­ter Lohn. Nein, es ist zunächst die Fest­stel­lung einer Gewiß­heit und Tat­sa­che: so wird es sein! Die­ses Wort ist nicht der Beginn des Glau­bens, son­dern sei­ne Frucht. Die­ses Wort ist nicht der Grund­stein im Gebäu­de des Glau­bens, son­dern der Schluß­stein. „Wer da glau­bet, wird leben, ob er gleich stür­be“, das soll nicht hei­ßen, daß es damit getan sei, sich an die­ses Wort zu klam­mern, in der Stun­de des Todes, krampf­haft wie ein Ertrin­ken­der an eine Plan­ke. Oh nein. Wer da glau­bet: das heißt doch, wer sein Leben im Glau­ben an Gott führt – und es in die­sem Glau­ben sieht und begreift – es erfaßt als einen Got­tes­dienst in sei­ner hohen Ver­ant­wor­tung und Ver­pflich­tung, in sei­ner Aus­rich­tung auf das Gute in die­ser Welt. Wer es erkennt als ein Geschenk, eine Gna­de Got­tes und als eine Auf­ga­be, als eine Arbeit in Got­tes Wein­berg. Die­se Arbeit bedarf kei­nes Loh­nes. Sie trägt ihren Lohn in sich. Das Gute, das in uns wirkt und in die­ser Welt ist, von Gott gesandt wie das Licht der Son­ne, wer es lie­ben lern­te, kann es nim­mer mis­sen, er wird sich nach ihm stre­cken nicht um Loh­nes Wil­len, son­dern aus Lie­be zum Guten. Und die­ses Gute in uns, die See­le soll wach­sen, soll läu­ternd in uns bren­nen, soll wie ein Sauer­teig uns durch­drin­gen – der gute Kern in uns soll wach­sen und rei­fen zu guter, gesun­der Frucht – soll nicht schrump­fen, fau­len, ver­küm­mern oder wurm­sti­chig wer­den. Die­se See­le, Gabe und Gna­de Got­tes wie das Licht der Son­ne, stirbt nicht, wird nicht zu Erde und Asche – sie wird frei im Tode, schwingt sich auf, und mün­det wohl wie­der in Gott – so wahr sich das Licht der Son­ne nicht ein­sper­ren und begra­ben läßt, so gewiß wird die See­le frei­wer­den. Die­se See­le aber [zu] bewah­ren und [zu] hüten und [zu] näh­ren ist uns[e]res Lebens höchs­tes Ziel. „Wer da glaubt, wird Leben, ob er gleich stür­be“. Mit die­ser Tat­sa­che beginnt unser Glau­be nicht, mit ihr endet er. Die­ses Wort bedeu­tet das Ziel. Der Weg zu die­sem Zie­le aber ist, daß wir glau­ben. Wer nur auf das Ziel schaut, dem mag es wohl unge­heu­er­lich, frag­wür­dig und unfass­bar schei­nen. Wer aber schon auf dem Wege ist, dem ist es nicht so unge­heu­er­lich, der begreift und glaubt es.

Herz­lieb! Die­se Gedan­ken beweg­ten mich, als ich vor­hin in der Däm­mer­stun­de mei­nen Spa­zier­gang mach­te. Der Stra­ßen­bahn nach ging ich land­wärts, fast bis zur End­stel­le. Von da geht rechts eine Stra­ße ab, etwa 2 km lang schnur­ge­ra­de zu einer Land­zun­ge. Ich ging sie heu­te zum ers­ten Male. Eine schö­ne brei­te Asphalt­stra­ße, Stra­ßen­bäu­me, brei­te Fuß­we­ge und Miets­häu­ser und Vil­len zur Sei­te. Sie mute­ten mir im Däm­mern [sic] so deutsch und hei­mat­lich an und es war mir, als gin­ge ich aus L. hin­aus, die P.er Stra­ße.

Ach Herz­lieb, Du! Wenn es nur so Wirk­lich­keit gewe­sen wäre – längst wär ich nun bei Dir – wäre doch gar nicht zu D.s heim­ge­gan­gen ins Jung­ge­sel­len­stü­bel, ins enge, unwohn­li­che mit einem Bett­lein nur – Du! [Ich] Wäre bei Dir ein­ge­kehrt, bei mei­nem Herz­lieb! Bei mei­nem lie­ben Weib in die Behag­lich­keit und Trau­te eines rich­ti­gen Hei­mes!!! Du, ich bin doch gar kein Jung­ge­sel­le mehr, bin doch ein Man­ner­li nun – Dein Man­ner­li!!! Was da der Unter­schied ist? Daß ich nun gar nicht mehr mir sel­ber gehö­re und mir allein lebe! Oh Gelieb­ter! Ich möch­te immer, immer Dein Man­ner­li blei­ben!!!!! !!!!! !!!

Mit der Stra­ßen­bahn bin ich zurück gefah­ren – und nun, nach­dem wir Abend­brot gehal­ten haben, sit­zen wir wie­der beim Schrei­ben.

Vor einem Jah­re, Her­ze­lein! Da warst Du bei Dei­nem Man­ner­li im Krie­ge! Lie­bes, treu­es, tap­fe­res Weib!

Vor zwei Jah­ren – ich glau­be, da waren wir in A. – halt, nein! Da war ja der Sonn­tag vor der Ver­lo­bung, Schät­ze­lein! Vor drei Jah­ren A..

Vor fünf Jah­ren? Da hat­te das Man­ner­li gro­ßen Drasch – um 9 Uhr ist es – da war es bald über­stan­den. Weißt Du noch? Mein ers­tes Kon­zert – Du! Ach Schät­ze­lein! Es war doch rei­che Freu­de auch. Gut gelun­gen war es. Ein guter Anfang durf­te ich hof­fen damals. Hast Du Dich mit mir gefreut damals? Hast Du mit­ge­sun­gen? Frei­lich! Und warst hin­ten­ach [sic] mit bei B.‘s? Hat das Man­ner­li nicht eine Run­de gege­ben damals? – Ach Her­ze­lein! Du!!! Und Schnee lag damals auch schon. Und eine Stun­de vor dem Kon­zert bin ich spa­zie­ren gegan­gen.

Und wenn nun die­ser Bote Dich erreicht, dann sind unser bei­der Gedan­ken bei unse­rem Ver­lo­bungs­tag – dann schau­en wir das Ring­lein an uns[e]rer Rech­ten.

Oh Schät­ze­lein! Was uns da am tiefs­ten bewegt, Dein Man­ner­li zumal, es kann kaum schö­ner gesagt wer­den als mit den Wor­ten des [Robert] Schuh­mann­lie­des. Ich habe es lei­der nicht voll­stän­dig im Gedächt­nis:


Du Ring an mei­nem Fin­ger!

Du gol­de­nes Rin­ge­lein!

Ich drü­cke Dich fromm an die Lip­pen,

an das Her­ze mein!

– – – ich fand allein mich, ver­lo­ren,

im wei­ten unend­li­chen Raum.

Du Ring an mei­nem Fin­ger,

da hast Du mich erst gelehrt,

– – – des Leben unend­li­chen, tie­fen Wert.

Ich will ihm die­nen! Ihm leben!

Ihn lie­ben, ver­eh­ren! Hin­sel­ber mich

geben und fin­den ver­klärt mich,

und fin­den ver­klärt mich in sei­nem Glanz!

Du Ring an mei­nem Fin­ger,

Du gol­de­nes Rin­ge­lein!

Ich drü­cke Dich fromm an die Lip­pen,

Dich fromm an die Lip­pen, an das Her­ze mein!

[Frau­en­lie­be und -leben, Lie­der­zy­klus für mitt­le­re Stim­me und Kla­vier von Robert Schu­mannop. 42, Nr. 4, 1840; auch Gedicht­zy­klus von Adel­bert von Cha­mis­so, 1830]

Rein und lau­ter wie Gold, ohn[‘] Anfang und ohn[‘] Ende soll uns[e]re Lie­be sein! Oh Gelieb­te! Welch[’] fro­her Fest­tag war das doch in aller Stil­le, Du! Du!!! So fei­er­lich war mir doch noch nie zuvor zumu­te! So froh und klar und bewußt stand mir unser Weg doch noch nie vor­her vor Augen! So glück­lich fühl­te ich Dich an mei­ner Sei­te, Schät­ze­lein, Du! Ach, bei Dei­nem Man­ner­li war es nun eigent­lich höchs­te Zeit, wenn­gleich es sich so jung und eben erst recht gereift zu die­sem Schrit­te vor­kam. Aber Du! Her­ze­lein! War Dir denn nicht ban­ge, Du! Lie­bes! Ban­ge davor, dem Man­ner­li Dich zu ver­schrei­ben für ein gan­zes Leben? Du!!! Jun­ges Blut! Schät­ze­lein! Du hat­test schon damals mich sooo lieb! Und ver­trau­test mir so ganz! Ach Gelieb­te!

Hast es wohl gefühlt, daß Dein Man­ner­li so sich sehn­te nach einem lie­ben, ver­trau­en­den Men­schen­kin­de! Du!!! Du!!!!! Ein fest­li­cher, fro­her Tag war es – und wir hat­ten das vol­le Ein­ver­ständ­nis uns[e]rer Eltern und in ihnen war wohl die­sel­be Freu­de – ach Schät­ze­lein! So viel Reich­tum der Emp­fin­dung damals. Kein schö­ne­res Fest als ein sol­ches Fami­li­en­fest.

Ein fro­her Tag damals – und ein fro­her Tag auch noch heu­te – und immer! Oh Schät­ze­lein, was damals noch als Ver­hei­ßung vor uns lag, es ist nun Erfül­lung, so reich und tief! Rüs­tig sind wir auf unse­rem Wege vor­an­ge­schrit­ten – wir haben uns lieb behal­ten – und haben ein­an­der noch viel lie­ber gewon­nen! Was wir erhoff­ten und ersehn­ten, es hat sich so reich erfüllt! Du und ich – eins sind wir! Froh und glück­lich! Wie­viel Gemein­sa­mes ist zwi­schen uns getre­ten, Freud und Leid! Hei­mat sind wir ein­an­der gewor­den! Und uns[e]re bei­den Wege sind nun ganz zu einem gewor­den! Oh Herz­lieb! Und bei­den ist die Lie­be Reich­tum, Kost­bar­keit, Gewinn, Glück! Oh! Laß Gott uns dan­ken! Laß uns ihn lie­ben und ihm unser Leben wei­hen!

Her­ze­lein! Du aber sei froh und gewiß, daß ich Dich lie­be, soooooooooooooo sehr! Ich habe Dich so lieb­ge­won­nen! D{u} bist ganz mein Eigen gewor­den! Her­ze­lein! Ganz fest habe ich Dich in mein Herz geschlos­sen – ich las­se nicht mehr von Dir! Mit Dir will ich gehen! Mit Dir leben!

Du! Du!!! Du willst mit mir gehen! Willst mit mir leben! Du! Mit mir schaf­fen und stre­ben zu dem­sel­ben Ziel! Oh, liebs­ter Gesel­le mein! Mein lie­bes Weib! Gott behü­te Dich! Er schen­ke Dir recht bald vol­le Gesund­heit. Er seg­ne unse­ren Bund! Oh Schät­ze­lein! Du! Schaust Du mit mir unse­ren Weg, unser Leben? Ganz froh und beglückt? Oh Du!!! Du!!!!! Komm! Komm!!! War­te mein! Bald kehr[‘] ich Dir heim! Du! Herz­lieb! Gelieb­te!

Ich lie­be Dich und blei­be ewig

Dein [Roland]

Du! Du!!! Gelieb­te mein!!!!! !!!!! !!!

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