02. October 1941

[411002–1-3]

Don­ners­tag, den 2. Okto­ber 1941

Herz­lieb! Her­zens­schät­ze­lein!

Zwei lie­be Boten sind gekom­men! Hab[‘] Dank! Hab[‘] viel­lie­ben Dank, Du!!

Ich komm[‘] Dir nur einen ganz kur­zen Gruß jetzt sen­den – heu­te abend will ich Dir län­ger schrei­ben. Uns[e]re Bude ist ent­wanzt, und nun müs­sen wir fein schnell noch rei­ne und alles wohn­lich machen. Ein ganz rohes Vers­lein, das mich heut[‘] nacht in einer wachen Stun­de beweg­te, will ich Dir schrei­ben:

Mor­gen­son­ne, Mit­tags­glut,

Abend­schein und Ster­nen­schim­mer,

hel­len Tag und tie­fe Nacht,

hol­de Nähe, Him­mels­wei­te,

Wald und Wie­se, Berg und Tal:

alle leb­te ich mit Dir.

Und nun mahnt mich jede Stun­de,

jeden Tages Ange­sicht,

dro­ben der Gestir­ne Wan­del,

rings­her alle Krea­tur

Dei­ner Nähe Selig­keit,

uns[e]rer Lie­be, uns[e]res Lebens

Dein in alle Ewig­keit!

Dein [Roland]

Du! Her­ze­lein! Ich lie­be Dich! Gott schüt­ze Dich! Viel lie­be Grü­ße auch den Eltern.

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