13. Juli 1941

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Am Hoch­zeits­tag 1941

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mei­ne [Hil­de]! Mein lie­bes, teu­res Weib!

So eigen ist mir heut! Und gar nicht zum Schrei­ben, weil das Herz so über­voll ist! Ach, könn­test Du es sehen heu­te, froh und beglückt, wie Du es bewegst, wie Du es erbe­ben machst, wie es zit­tert vor Dir, vor Dir allein, gelieb­tes Wesen! Oh Gelieb­te! Wie schaust Du mich an!!! Wie beglückst Du mich!!! Wie sooo lieb bist Du zu mir gekom­men!!!!!

Nimm mich hin.“ Wie kann ich Dir ant­wor­ten auf die­ses höchs­te Bekennt­nis der Wei­bes­lie­be, Dei­ner gro­ßen unend­li­chen Lie­be? Gelieb­tes, liebs­tes Weib?!!!!! Ich weiß nur eine Ant­wort: Ich lie­be Dich. Ach, Herz­lieb, sie dünkt mir zu wenig heu­te, zu klein vor Dei­ner Hin­ga­be. Nimm sie an, bit­te ich Dich! Nimm sie an als mein fei­er­li­ches Gelöb­nis, als mein Her­zens­be­kennt­nis, als mein bes­tes Geschenk: Ich lie­be Dich! So wie ich Dein Geschenk hin­neh­me als etwas ganz ganz Gro­ßes, Wun­der­sa­mes, Köst­li­ches!!! Du!!!!! Du!!!!! !!!!! !!!

Nimm mich hin“, Herz­lieb, so kün­det Dein Bote, so sagt mir Dein Bild­nis!!! Ich kann Dir mit Wor­ten nicht dan­ken. In Dei­nem Geschenk liegt all unser Glück beschlos­sen! Du bist so gut und edel – Du könn­test Dich nicht schen­ken, wenn Du mich die­ses Geschen­kes nicht für wür­dig hiel­test! „Nimm mich hin!“ Nie sollst Du es sagen müs­sen, nie Dich mir schen­ken müs­sen, mit einer Spur von Lee­re, von Schmerz, von Ver­zicht, von Reue – Gelieb­te!!! Gelieb­te!!!!! Mei­ne Lie­be soll Dich erfül­len bis in den letz­ten Win­kel Dei­nes Her­zens, soll Dich ganz erfül­len – ganz glück­lich will ich Dich wis­sen. Und das ist ja unser Lie­bes­glück, daß wir es füh­len und wis­sen, daß wir ein­an­der ganz erfül­len kön­nen!!!!! Oh Gelieb­te! Auch mei­ne Lie­be strömt Dir zu – ich könn­te sie nicht auf­hal­ten, es ist eine Urge­walt, ich muß Dich lie­ben, muß Dich lie­ben!!!

Herz­lieb! Ich habe es gefühlt über alle Fer­ne: Du hast mü[sse]n wei­nen heu­te, der Schmerz hat Dich über­wäl­tigt – wie mich, Gelieb­te – als ich heu­te in der Nacht Dein Bild schau­te – als ich Dei­ne lie­ben Zei­len las – und noch, als ich Dein dach­te in der Kir­che heu­te – Schmerz, aus Lie­be und Sehn­sucht, Schmerz, der rüt­teln möch­te an dem Unab­än­der­li­chen, der fra­gen und zwei­feln möch­te — Oh Gelieb­te!!! Leg Dei­ne Hand in die mei­ne! Birg Dein lie­bes Ant­litz an mei­ner Brust! Lehn Dich an mich! Dann wer­den wir stil­le wer­den! „Gott im Him­mel! Wir las­sen Dich nicht, Du seg­nest uns denn!“ Mein teu­res Herz ! Laß uns dank­bar der gro­ßen Güte Got­tes geden­ken und dann aufs neue Geduld und Ver­trau­en fas­sen zu Gott, unse­rem Vater im Him­mel! Wir wol­len im Auf­blick zu ihm ein­an­der ganz fest­hal­ten – Du! Mein lie­bes Weib!!!

Herz­lieb! Ich köonn­te ja gar kei­nen Schlaf fin­den in der ver­gan­ge­nen Nacht. Es war so warm – auch unru­hig im Hau­se – und mein Herz war so bewegt und unru­hig. Ich bin aber dann doch ein­ge­schla­fen – bis dann einer auf dem Kor­ri­dor Licht mach­te, in uns[e]re Stu­be trat und nach einem Kame­ra­den frag­te. Ich war wie­der mun­ter – das Licht blieb bren­nen – es scheint durch Matt­schei­ben halb­däm­me­rig in unser Zim­mer. Da habe ich nach dem lie­ben Boten geschaut – es war ja nun der 13. Juli – und habe ihn erbro­chen – und habe zuerst nach den Bil­dern geschaut – Gelieb­te! Gelieb­te!!!!! Wie soll ich es Dir sagen, welch über­gro­ße, unend­li­che Freu­de Du mir damit berei­test! Ich habe die Trä­nen nicht auf­hal­ten kön­nen und den Schmerz nicht däm­men! Oh Gelieb­te! Wie schaust Du mich an!!! Wohin mit all dem Glück?!!!!! Und Dein lie­ber Bote? Du!!! Mein Herz­blatt! Herz­lieb!!!!! !!!!! !!! Wie nahst Du Dich mir, Gelieb­te?!!! Mein Weib!!!!! Mein lie­bes, lie­bes Weib!!!!!

Ich drü­cke Dich ganz fest und lieb an mich! Ich schlie­ße Dich innig in mei­ne Arme! Ich hal­te Dich ganz, ganz fest – daß Du es fühlst, wie lieb ich Dich habe; wie Du mich ganz erfüllst, mein ein­zi­ges, herr­li­ches Weib; daß Du es fühlst, wie reich [u]nd glück­lich Du mich machst; wie groß und wert und kost­bar mir das Geschenk Dei­ner Lie­be ist — Du! Mei­nes Her­zens Köni­gin!!!!! !!!!! !!!

Herz­lieb! Mit­tags­stun­de ist, da ich Dir schrei­be. Ich kann heu­te nicht ruhen! Ich muß Dir auch sagen, wie mir ums Herz ist. Kame­rad K. hat Sonn­tags­dienst – Kame­rad H. schläft. Ich sit­ze am Tische in unse­rem Zim­mer. Und an einen Topf mit Blu­men gelehnt ste­hen Dei­ne Bild­nis­se. Herz­lieb, ja! Blu­men, denk nur. Dah­li­en! Schau­en so far­ben­präch­tig und groß mich mich [sic] an wie mein Her­zens­schatz – oh Gelieb­te!!! Die Kame­ra­den haben mich über­rascht damit – und ich habe mich herz­lich gefreut dar­über auch um Dei­net­wil­len. Ach, es kann ihnen ja gar nicht ver­bor­gen blei­ben auf die Dau­er, daß wir uns sehr lieb haben – weil wir ein­an­der so fest­hal­ten mit unse­ren lie­ben Boten. Wie sooo innig wir uns lie­ben – das weiß ja kein Mensch — das sieht nur Gott allein.

Und nun erfüllt mich nur noch ein Gedan­ke: daß ich Dir heu­te auch Glück und Freu­de brin­gen durf­te – daß Du, mein lie­bes Weib, möch­test still gewor­den sein über allem Schmerz wie ich. Gelieb­te! Der Herr­gott, der die­ses Tages Som­mer- und Son­nen­pracht gebie­tet – er hat gewiß auch einen Weg für uns! Ja, für uns! Denn Dein Weg ist nun auch mein Weg. Unzer­trenn­lich gehö­ren wir zusam­men für die­ses Erden­le­ben! Gott wal­te gnä­dig über uns[e]rer Men­schen­lie­be!

Zum Got­tes­dienst war ich heu­te. Ich hät­te gar nicht gewußt sonst, wohin mit mei­nes Her­zens Dran­ge. Herz­lieb! Mit wel­cher Gewalt und Tie­fe packt uns hier in der Fer­ne Got­tes Wort, auch wenn [es] wie heu­te aus weni­ger bered­tem Mun­de fließt und wenn es zunächst ohne enge­re Bezie­hung zu unse­rem eige­nen Anlie­gen zu sein scheint. Ach, mein Herz wäre heu­te nur ganz frei gewor­den, wenn ich hät­te sin­gen oder spie­len dür­fen zu Got­tes Ehre.

Aber nun bin ich doch still gewor­den. Und nun soll der Tag in dank­ba­rer Freu­de beschlos­sen wer­den – mit mei­nen Kame­ra­den. Herz­lieb! Daß ich sie fand, ist eine gro­ße Gna­de auch! Du, Gelieb­te stehst im Mit­tel­punkt die­ses Tages – kei­ne Minu­te kann ich heu­te Dich los­las­sen – und in mei­nem Her­zen bist Du ja immer, immer!!! Und Dei­ne lie­ben Bild­nis­se – Du!!!!! Du!!!!! !!!!! !!! Sie wür­den mit einem Bli­cke alles wach­ru­fen, was Du mir bist, und was ich für Dich emp­fin­de!!!

Herz­lieb – ein fest­li­cher Tag ist nun heu­te trotz aller Fer­ne – und im Her­zen könn­test Du mir daheim nicht näher sein.

Soll ich Dir es sagen? Wenn Du ganz lieb still und getrost es mit mir ver­neh­men willst: Seit eini­gen Wochen schon wird am Urlaubs­tor gerüt­telt. Und heu­te kommt die Kun­de, daß es nun auch für uns es sich auf­tun soll – ich kann es kaum glau­ben – aber ich mag sie heu­te auch nicht für mich behal­ten – und sie soll mich heu­te – der Tag ist ja schon gefüllt mit Freu­de bis zum Ran­de – mit Dir nur getrost und zuver­sicht­lich machen: „Gott wird auch Wege fin­den, da Dein Fuß gehen kann.“ Du, mein lie­bes Weib!!!

Mein Sonn­abend­bo­te geht heu­te mit. Er ist nicht fer­tig [g]eworden. Heu­te kommt zu mir schon wie­der Dein lie­ber Bote vom Sonn­tag. Hab recht vie­len Dank.

Herz­lieb! Ganz eigen ist mir zumu­te heu­te! So begann ich – und so will ich schlie­ßen. Ganz eigen – als müß­te ich heu­te ganz lieb und lei­se nur reden und auf­tre­ten – als müß­te ich immer­zu einer Stim­me lau­schen und mein Herz offen­hal­ten, weil jemand Ein­laß begeh­ren und zu mir kom­men will – ein lie­ber Gast, der aller­liebs­te auf die­ser Erde, dem die­ses Herz gehört – eine Frau ist es, eine hohe, edle Frau, ein sol­ches, himm­li­sches Wesen, mei­nes Her­zens Köni­gin, Du!!! Hol­de, Gelieb­te mein!!! Ich lie­be, lie­be Dich!!!

Nimm Woh­nung in mei­nem Her­zen! Nimm mei­ne Lie­be! Laß mich an Dei­ner Sei­te gehen! Laß mich mit Dir leben!!!

Ich bin Dein! Ich keh­re Dir wie­der! Dir gehört mein Leben! Dir schlägt mein Herz in unwan­del­ba­rer Lie­be und Treue! Du! Mein Ein und Alles! Mein Herz­blatt! Mein bes­ter Teil! Gelieb­te, Hol­de mein! Gott behü­te Dich mir!

Ich lie­be Dich mit aller Her­zens­kraft, aus tiefs­tem Her­zens­grun­de!

Ich bin in Ewig­keit

Dein [Roland].T&Savatarsm

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