13. Juli 1941

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Sonn­abend, den 12.Juli 41

Mein lie­bes, teu­res Weib! Herz­lieb! Gelieb­te mein!

Muß doch heu­te immer Dein den­ken, Du! Weil Ihr eben auch, die lie­ben Eltern ein­be­zo­gen, mei­ner denkt, aller denk­wür­di­gen Stun­den. Es war doch ein Sonn­abend – der dem heu­ti­gen ent­spricht. Herz­lieb! Ein herr­li­cher Tag ist es wie­der hier! Das Wet­ter an unse­rem Hoch­zeits­tag? Du! Wir sind nicht aber­gläu­bisch, ja? Ich gehe mit Dir durch Dick und Dünn, Gelieb­te! Dick und Dünn, so war das Wet­ter damals.

Herz­lieb! Laß es Dir heu­te noch ein­mal sagen, wie sooo glück­lich ich bin! Du!!! Wie ich aus gan­zem vol­lem Her­zen beja­he – heu­te wie vor einem Jah­re. Du! Mein Herz­blatt! Mein Ein und Alles! Mein bes­tes Teil! Lie­bes Weib! ganz [sic] eins sind wir! So ganz gehö­ren wir zusam­men – Gott hat es so gefügt! So sehr lieb haben wir ein­an­der! Nichts trennt uns, nichts steht schei­dend zwi­schen uns! Ganz auf­ge­schlos­sen sind wir ein­an­der: Treue – Ver­trau­en — Gebor­gen­heit – Hei­mat. Ich darf Dich lieb haben, lieb haben!!! Dei­ne lie­be Hand erfas­sen! – bei Dir sein ganz allein! – Dir in die Augen schau­en! – das lie­be, lie­be Köpf­chen strei­cheln! – Ach Herz­lieb! Alle Wel­ten­se­lig­keit mit Dir tei­len, mit Dir erle­ben! Mit Dir! Gelieb­tes Wesen! Lie­bes, jun­ges Weib! Gelieb­te Men­schen­see­le! An Dei­ner Sei­te schaf­fen und erle­ben – mit Dir leben ein gan­zes, lan­ges Leben! Weißt Du es denn? Ich bin sooo reich und froh und glück­lich mit Dir!!!!! Gott seg­ne unser Glück all die kom­men­den Jah­re! Er erhal­te uns demü­tig und dank­bar in allem Glü­cke – daß wir all­zeit so froh und dank­bar zurück­bli­cken möch­ten wie am heu­ti­gen Tage!

Gott erhal­te uns auch die lie­ben Eltern und Ver­wand­ten. Auch ihnen dan­ken wir unser Glück. Ich zie­he es immer wie­der ein­mal her­vor, Herz­lieb, das Bild mit den lie­ben Eltern – Du bist ihr Kind. Die lie­be Mutsch steht Dir am nächs­ten jetzt – ich bin so froh, daß Du sie recht lieb­ha­ben kannst – sie ist der treu­es­te Ekkart Dei­nes und unse­res Glü­ckes! Aber ich glau­be, der lie­be Pappsch ist bei aller männ­li­chen Ver­hal­ten­heit und Schweig­sam­keit und Karg­heit des Aus­dru­ckes nicht weni­ger betei­ligt und mit dem Her­zen bei uns Kin­dern. Ich mag ihn rich­tig gern. Ist doch ein Kerl, ein ganz eigen­sin­ni­ger! – wie Du heu­te von ihm erzählst – hat er es nicht furcht­bar gut gemeint? D[u!!!] lieb[e]s, herzig[e]s Wei­bel! Bist auch ein Stück von ihm! Du!!! Und ich glau­be, der lie­be Pappsch gibt mal einen guten Opa ab, ja? Du!!! Und wenn er in uns[e]rer Mit­te ist, weißt, den möbeln wir rich­tig noch ein bis­sel auf!

Ach, den ärgs­ten Sor­gen ent­ho­ben sein – ein wenig Muße gewin­nen für sich selbst und die Schön­hei­ten die­ses Lebens – sich ein­mal lösen kön­nen vom All­tag – wie­viel freud­vol­ler kann das Leben dann sein, und rei­cher, wie­viel mehr kön­nen dann zwei Men­schen sich sein!!! Wie­viel dank­ba­rer emp­fan­gen sie dann die­ses Leben! Die lie­ben Eltern hat­ten es schwer. Es fehlt ihnen nicht an Auf­ge­schlos­sen­heit und Emp­fäng­lich­keit für all das, was uns erfreut, kei­nes­wegs. Aber alle Sin­ne müs­sen geübt wer­den von Jugend an, wenn sie wach und rege und hell sein sol­len im Alter – das Beten, das Lieb­ha­ben, das Auf­ge­schlos­sen­sein für­ein­an­der, auch das Zärt­lich­sein – es will alles geübt sein!!!

Waren wir nicht schon flei­ßig in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mit­ein­an­der? Du! Du!!! Willst Du mit mir flei­ßig ler­nen, wenn wir wie­der bei­sam­men sind? Du!!! Du!!!!! Auch das Lieb­ha­ben und Zärt­lich­sein?!! Du! Herz­lieb!!! Sag

ja!! ja!!!!!!!!! Oh Gelieb­te!! Mein!!!!!T&Savatarsm

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