13. April 1941

Bundesarchiv Bild 101I-783-0109-19, Nordafrika, Zugkraftwagen mit Flak.2
Afri­ka­feld­zug, hier ein Bild aus Nord­afri­ka, April 1941. Zug­kraft­wa­gen mit Flak, foto­gra­fiert von Dör­ner, Pro­pa­gan­da­kom­pa­nie Afri­ka. Gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, Bun­des­ar­chiv, Bild 101I-783‑0109-19 / Dör­ner / CC-BY-SA 3.0, 4/2016.
[410413–2‑1]

Sonn­tag, am 13. April 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter Du! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du!! Mein [Roland]!!

Welch ein glück­vol­ler Oster­tag ist heu­te! Welch ein rei­cher Oster­tag an Freu­de und Son­nen­schein! Gelieb­ter!! Du! Ich möch­te Dich küs­sen! Ich möch­te Dir ganz nahe sein! Dir sagen, wie ich Dich lie­be! Du!! Ich bin Dir soo [sic] gut! Ich lie­be Dich ganz sehr, Du!!! Als ich aus der Kir­che kam um ½ 11, war­te­ten zwei lie­be Boten mein! Von mei­nem Herz­lieb! Du!! Einer kam ver­spä­tet an, er ist noch vom Mon­tag, den 31. März und er kün­det mir von Dei­ner [g]roßen Freu­de, von Dei­ner inni­gen Lie­be zu mir! Du!! Du!!!

Der Diens­tag­brief, vom 1. April, mit dem lie­ben Bild, war schon eher bei mir. Ges­tern, Sonn­abend blieb Dein Bote aus – dafür aber bekam ich heu­te zwei! Den vom Mitt­woch, dem 2. April mit! Heu­te haben wir den 13. April – 10 Tage ist die Post gegan­gen! Mein [Roland]! Wenn ich Dir nur recht zei­gen und deut­lich machen könn­te, wie vol­ler Glück und Freu­de ich bin! Du!! Du!! Kannst Du all mein Glück und mei­ne end­lo­se Lie­be zu Dir aus mei­nen Zei­len erken­nen? Siehst Du das Leuch­ten, das in mir ist, zwi­schen den Zei­len? Ach, Gelieb­ter!! Nun ist es wie­der ein­mal so in mir, daß die Freu­de und Glück­se­lig­keit kaum Wor­te fin­den kann, sich Dir kund­zu­tun – ich möch­te am aller­liebs­ten bei Dir sein, daß Du sie aus mei­nen Augen lesen könn­test, die über­gro­ße Lie­be und dank­ba­re Freu­de – möch­te bei Dir sein, daß ich Dir mei­ne Lie­be brin­gen könn­te!! Es kann noch nicht sein – Du wirst mich auch so, nur in geschrie­be­nen Wor­ten[,] ver­ste­hen, mein Herz­lieb! Ich weiß es ja. Nicht genug des Jubels um Dei­ne inni­gen Bewei­se Dei­ner treu­en Lie­be zu mir, die mir das über­rei­che Glück uns[e]res Bun­des wie­der so köst­lich deut­lich wer­den ließ, Du!! Du!!

Um ½ 1 Uhr kam die Son­der­mel­dung, daß deut­sche Trup­pen, Pan­zer­ver­bän­de seit heu­te früh ½ 7 Uhr in Bel­grad ein­rü­cken! Von Süden her und auch von Nor­den rücken sie lau­fend in Bel­grad ein! War das eine tie­fe Freu­de, eine jubeln­de Gewiß­heit für uns, als wir das hör­ten! Ein paar Minu­ten ste­he ich immer da nach sol­cher Nach­richt, bin ganz ergrif­fen, ganz stumm – es über­wäl­tigt mich so – und ich füh­le immer einen Schau­er durch den gan­zen Kör­per hin­durch­rin­nen, wenn ich an die Grö­ße einer sol­chen Tat den­ke, wenn ich die gro­ße Leis­tung uns[e]rer Sol­da­ten dabei beden­ke. Unfaß­bar ist es doch immer wie­der, was unser Heer für Sie­ge erringt! Und eine ½ Stun­de spä­ter eine wei­te­re Son­der­mel­dung: Bar­dia ist genom­men – in der Cirenai­ka [sic: Cyre­nai­ka, Regi­on in Lybi­en] – von deut­schen und ita­lie­ni­schen Trup­pen. Ein güti­ges Geschick ist mit uns – Gott ver­läßt uns nicht – mit tie­fer Ergrif­fen­heit müs­sen wir das bei jedem neu­en Sieg dank­bar erken­nen. So voll Zuver­sicht läßt uns das auch in die Zukunft bli­cken, mein [Roland]!

WesternDesertBattle Area1941 en
Lybi­en und Ägyp­ten, Afri­ka­feld­zug April 1941. Abbil­dung von Ste­phen Kir­ra­ge talk — con­tribs, 10/2007. Lizen­ziert unter Crea­ti­ve Com­mons Attri­bu­ti­on-Sha­re Ali­ke 3.0, 4/2016.
Kämp­fer um Ehr­lich­keit und Wahr­heit ver­läßt Gott nicht.

Du!! Nun ist heu­te für mich ein ech­ter, rech­ter Fei­er­tag!

Du bist zu mir gekom­men, mit aller Lie­be und Anhäng­lich­keit, deren Du nur fähig bist! Du!! Hast mich sooo [sic] sehr beglückt mit all Dei­ner Her­zens­lie­be! Mein [Roland]! Nun ist zu mir die rech­te Oster­freu­de gekom­men. Und ich füh­le so viel Freu­de in mir h[eute], Du mußt heu­te auch ganz froh und glück­lich sein! Du!! Kannst Du auch in Dei­ner Unter­kunft die deut­schen Nach­rich­ten hören? Ach, Gelieb­ter! Heu­te ist ja unser Tag, der 13.! Ein beson­de­rer Tag ist es, unser Tag. Du!! Eben sprach im Wunsch­kon­zert eine Schau­spie­le­rin Euch den deut­schen Oster­gruß aus der Hei­mat! Ob Du es wohl anhörst das Wunsch­kon­zert? Ich habe es nun dop­pelt ger­ne, da ich Dich in der Frem­de weiß und Dich auch vorm Laut­spre­cher wäh­ne. Ich füh­le mich Dir dann so ver­bun­den, wenn ich weiß Du hörst genau das, wie ich. Der 13., unser Tag, Herz­lieb. April ist jetzt – in einem Vier­tel­jahr haben wir Juli – Liebs­ter! Juli!! Wo wird da unser Heer ste­hen? Ach, gebe Gott, dem Frie­den nahe!

Wir kön­nen ja nicht anders, als ganz zuver­sicht­lich zu sein! Täg­lich wer­den wir von der schier unwahr­schein­lich anmu­ten­den Schlag­kraft uns[e]rer Wehr­macht über­zeugt; so tap­fer und mutig und zähe sind sie im Kampf um Deutsch­lands Frei­heit. Voll Stolz und Freu­de bli­cken wir auf Euch! Voll Ver­trau­en! Und im letz­ten, höchs­ten Ver­trau­en, im Ver­trau­en auf Gott wird uns alles zum Segen wer­den. Ich glau­be ganz fest dar­an.

Mein herz­lie­ber [Roland]! Jetzt will ich Dir nun erst ein­mal von mir erzäh­len. Ges­tern, Sonn­abend hast Du gar­nichts von mir hören kön­nen. Das war ein ver­dreh­ter Tag. Am Mor­gen habe ich es über­nom­men, alle Wege zu besor­gen. Mut­ter woll­te letz­te Hand in der Wirt­schaft anle­gen: plät­ten, Gar­di­nen auf­ma­chen, Fleisch bra­ten, boh­nern u.[nd] v.[ieles] m.[ehr]. An die lie­be Ver­wandt­schaft habe ich die Oster­grü­ße geschrie­ben, weil ja Du dies­mal nicht so pünkt­lich sein kannst, habe ich auch für Dich mit geschrie­ben. In den Geschäf­ten war es kaum mög­lich ein­zu­tre­ten, jedes gestopft voll, weil nun Kar­frei­tag Fei­er­tag war, dräng­te sich alles am Sonn­abend zusam­men. Auch Dei­ne Lebens­ver­si­che­rung habe ich noch abge­schickt, das hät­te ich doch dies­mal bei­nah ver­ges­sen! Es ist aber noch kei­ne Mah­nung ein­ge­trof­fen. Als ich nun um ½ 2 Uhr end­lich heim­kam vom Wege besor­gen, hung­rig und müde auf den Bei­nen, vom Ste­hen; da blieb ich an der Tür wie ange­wur­zelt ste­hen: M.s waren da! Mit Kind und Kegel! Unan­ge­mel­det! Das war mir aber gar­nicht recht – auch den Eltern nicht. Nicht auf Besuch waren wir vor­be­rei­tet, im Essen nicht, nichts im Hau­se als nur, was für 3 langt. Backen konn­ten wir auch nicht – kei­ne But­ter. Mut­ter war noch überm plät­ten [sic]. Geba­det hat­ten wir auch noch nicht! Wie gesagt: uns war alle Freu­de genom­men.

Die Kin­der! Die­se Kin­der! Alles Sau­ber­ma­chen war nun umsonst. Wir waren heil­froh, daß U.s nicht da waren. Die Eltern las­sen ihnen jede, aber auch jede Fle­ge­lei zu. Und das wird immer tol­ler, je grö­ßer die Bur­schen wer­den. Nun haben wir sie mit Mühe so weit gebracht, daß sie heu­te, am 1. Fei­er­tag früh nach M. fuh­ren. Onkel Her­bert ist schon ges­tern abend run­ter zum Schla­fen, wir brach­ten nur Her­ta und die Jun­gen unter. Nun muß­ten wir auch noch ein Bett bau­en, mei­ne Bett­wä­sche her­aus­neh­men, uns[e]re ist sämt­lich in der Wäsche bis auf die, die wir für Mut­ter und Vater auf­he­ben wol­len, wenn sie nach Ostern kom­men. Ich sage Dir: im Nu war die Woh­nung zu – wie ein … stall sah es aus! Und da hat­te ich mich nun geplagt eine gan­ze Woche, seit der Maler hin­aus war. Wir wol­len ja mor­gen waschen. Mut­ter hat heu­te die Wäsche ein­ge­weicht. Sie bekommt nicht frei vom Chef und mich läßt sie es nicht allein machen.

Tan­te Her­ta sah das nun auch ein und sie fuhr heu­te früh 8 Uhr mit dem Bus zu Oma nach M. Und Mutsch und ich, auch Vater, haben bis weit nach Tische zuge­bracht mit dem Auf­räu­men. Du machst Dir kei­nen Begriff, wie es bei uns aus­sah, als die Ran­gen [hie]’naus waren. Sol­che Kin­der wären mein Tod! Man mag sie aber auch nicht in Gegen­wart der Eltern ver­wich­sen [sic:verhauen]! Men­schens­kind! Wenn die das nicht selbst sehen!!

Weißt [Du], ich habe sehr ger­ne Besuch, aber die Sor­te sehe ich lie­ber gehen, als kom­men. Glau­be mir, ich fand kei­ne freie Minu­te mehr ges­tern, Dein zu den­ken. Abends, als sie zu Bet­te waren, haben wir noch geba­det. Ich kann mich so sehr ärgern, weil die so plan­los mit ihren Kin­dern abfah­ren: „wir wer­den schon irgend wo [sic] unter­kom­men!“ Und wenn sie eine Kar­te vor­her geschrie­ben hät­ten – konn­ten wir uns doch wenigs­tens dar­auf ein­rich­ten mit allem. Mir war ges­tern wirk­lich alle Freu­de auf das lie­be Oster­fest genom­men. Zumal, als es in den Abend­stun­den soo [sic] herz­lich zu reg­nen begann und bis heu­te hat es noch nicht auf­ge­hört! Grau! Grau ist die Welt. Und doch – Du!!! Bei mir im Her­zen leuch­tet eitel Son­nen­schein! Und in mei­nen Augen muß der Schein der inni­gen Freu­de auch strah­len, Herz­lieb! Du!! Ich bin heu­te in mei­ner schö­nen Son­nen­welt! In uns[e]rer Welt, Du!, voll Glück und voll Son­nen­schein! Und ich den­ke Dein so lieb in die­ser Stun­de, so innig! Und so voll Sehn­sucht!!

Du!! Heu­te ist ein Tag zum Zuhaus­sein, zum fei­ern [sic] allein, in aller Trau­lich­keit und Gemüt­lich­keit. Du!! Herz­lieb! Bald, oh bald ist es soweit, daß wir zwei die­se glück­li­chen Stun­den gemein­sam, eng anein­an­der geschmiegt erle­ben dür­fen! Du!! Wie freu’ ich mich doch dar­auf! Wie sehr!! Gott schen­ke uns sei­nen Segen und las­se unse­ren innigs­ten Wunsch recht bald Erfül­lung wer­den! Du!!! Du bist bei mir! Heu­te und immer! Ich bin Dir soo [sic] eng ver­bun­den! Ich lie­be Dich soo [sic] innig – soo [sic] tief! Ach, Du weißt es, Gelieb­ter!! Wie ich auch Dei­ne gro­ße, schö­ne Lie­be spü­re, wie ich mich in ihr so sicher, so gebor­gen füh­le – so fest zuhaus [sic], als wenn ich in Dei­nen Armen ruh­te. Ach Du!! Es ist soo [sic] süß, von Dir geliebt zu wer­den! Mein Son­nen­schein! Was wäre mir die Welt ohne Dich!! Oh, wie leer alles um mich her! Du Gelieb­ter!! Ich bin Dein — Du bist mein! Das ist der Puls, der Herz­schlag die­ses, uns[e]res Lebens – ich kann ihn nie mehr mis­sen, nie mehr! Ist es nicht herr­lich, für solch ein Glück zu kämp­fen? Alles, alles wol­len wir dar­an set­zen, die­ses köst­li­che Glück für uns zu errin­gen, für immer zu errin­gen! Wenn uns nur unser Herr­gott gnä­dig bleibt und uns die­se schö­ne, künf­ti­ge Zeit in einem guten siche­ren Frie­den beschert – dann, Herz­lieb! Oh dann kennt ja unser Glück kei­ne Gren­zen mehr!

Wenn ich an Dich den­ke und an die fes­te Gebor­gen­heit, in der wir ruhen, dann will mir ganz froh und zuver­sicht­lich zumu­te wer­den. Du mein herz­lie­ber [Roland]! Ich hab Dich sooo [sic] lieb!!

Heu­te kamen auch noch eini­ge Oster­fest­gra­tu­lan­ten an. Hell­muth! Er schreibt so lieb und läßt Dich herz­lichst grü­ßen! Er weiß nun Dei­ne Num­mer, Du hörst sicher bald von ihm! Er hat Dir sei­nen 1.!!! Brief geschrie­ben! Sei­ne Elfrie­de ist mit Lot­ti bei Dei­nen lie­ben Eltern am Oster­fes­te, so ver­treibt eines dem ande­ren die Ein­sam­keit. Elfrie­de lädt mich auf lan­ge! [sic] im Som­mer zu sich ein, mit Mama [Nord­hoff]. Ob ich die­se Ein­la­dung anneh­me, weiß ich heu­te noch nicht — ich glau­be kaum. Pfings­ten bin ich bei Dei­nen lie­ben Eltern ein­ge­la­den. Nun wei­ter: Tan­te Marie P., von ihr herz­lichs­te Grü­ße und alle guten Wün­sche für eine fro­he Heim­kehr! Sie freut sich immer so, wenn ich ihr schrei­be. Und Elfrie­de, auch sie läßt Dich herzli[ch] grü­ßen mit Lot­ti! So. Das ist heu­te alles. Nein!

Ges­tern traf ich Herrn G., er frag­te nach Dir und trug mir sei­ne bes­ten Wün­sche und Grü­ße auf für Dich. Er hat mich wie­der ein­ge­la­den. Ich mag aber nicht hin­ge­hen, [e]’s kommt mir halt so komisch vor, so allein! Kannst [Du] mir das wohl nach­füh­len?

Ach! Und auch Fami­lie P. aus B. stell­te sich ein bei mir mit Grü­ßen zum Oster­fest! Auch an den lie­ben Herrn Gemahl! Ich wer­de ihr mal schrei­ben und sie bit­ten, bei R. nun Dei­ne Foto­gra­fi­en nach­zu­fra­gen. Wenn er sie noch nicht abge­schickt hat, dann soll er sie an mich schi­cken. Ich bin ja sooo [sic] neu­gie­rig, [D]u!! Die Uhr zeigt die sie­ben­te Stun­de an – es beginnt schon zu dun­keln, weil es heu­te trü­be drau­ßen ist. In Wirk­lich­keit ist erst 6 Uhr, und bei mei­nem Hubo ist’s eben­so spät! Das ist schön! Weiß ich doch, wenn wir mit­ein­an­der schla­fen gehen! Du gehst ja immer gegen 10 Uhr, ja? Bei mir wird’s in die­ser Zeit auch nicht eher, ich höre mir immer noch­mal die 10 Uhr-Nach­rich­ten an. Und mei­ne lie­ben Ster­ne, die siehst Du auch noch!? So ganz weit bist Du also gar­nicht weg von mir! Nun, da ich das weiß, will ich mei­nen Ster­nen noch ein­mal so lie­be Grü­ße auf­tra­gen!! Gib nur acht! Wenn sie so ganz sehr fun­keln und blin­ken, dann lacht Dir mei­ne Lie­be und Freu­de und Sehn­sucht ent­ge­gen, die auch in mei­nen Augen leuch­tet! Als Augen, als strah­len­de Augen­ster­ne betrach­te ich näm­lich oft die lie­ben Ster­ne am Him­mel dro­ben. Und der lie­be Mond, unser stil­ler, ruhi­ger Beam­ter! Der könn­te so man­ches erzäh­len, wenn er nur woll­te, o ja! Sag, Du warst doch als Kind mal gut Freund mit ihm? Viel­leicht kennt er Dich noch? Fra­ge ihn nur mal aus, nach mir!!

Mein Matro­sen­hu­bo! O nein es ist bes­ser, Du bist nicht mond­süch­tig! Aber, eben den­ke ich dar­an, wenn das lie­be Bild vor mir liegt, das mir Dich zeigt in Blau: beim nächs­ten Male, Du!! Da sollst Du zu mir her schaun! Bit­te, Du!!!

Tja – da wol­len wir mor­gen waschen. Ich kann mir den­ken, daß Du jetzt die Stirn run­zelst, mein gestren­ges Man­ner­li! Aber höre: bei Mut­ters Ver­hält­nis mit dem Geschäft ist es nicht gut anders mög­lich – allein kann ich’s nicht schaf­fen. Weil das Wet­ter so schlecht ist, ver­säu­men wir nichts. Vater hat mor­gen Tages­dienst, er muß auch arbei­ten. Und Ihr alle da drau­ßen habt Euren Dienst. Also, es macht uns bestimmt nichts aus, wenn wir mor­gen begin­nen. Und wenn Mut­ter [Nord­hoff] kommt, nach den Fei­er­ta­gen, da wol­len wir fer­tig sein. Es ist nur wie­der recht viel zusam­men­ge­kom­men: z.[um] B[eispiel] 148 Taschen­tü­cher allein von uns (alle waren mit dem [Sc]hnupfen dran!)[,] 22 Bett­be­zü­ge und das Drum und Dran – Leib­wä­sche u.[nd] s.[o] w[eiter]. Na – alles hat ein Ende – nur die Wurst hat zwei, so heißt ein Wort, und das gibt mir mei­nen Humor dazu, auch das Stück Arbeit zu schaf­fen. Jeden Tag ein Stück vor­an, ganz gleich, wie lan­ge wir zubrin­gen.

Es wur­de aber auch nicht eher mög­lich, zu waschen. Bei der stren­gen Käl­te war das Was­ser im Wasch­haus abge­fro­ren. Dann kam Hubo auf Urlaub!, woll­ten wir auch nicht waschen. Dann war Oma’s Krank­heit dazwi­schen. Dann gab es kei­ne Feue­rung. Nun kam erst der Maler. Aber jetzt ist’s Schluß! Nun geht es end­gül­tig los! Vor­wärts! Also Ihr Män­ner! Nun beweist Eure Treue! Wehe, wenn es nicht schön ist! Ich kom­me gleich hin­ge­fah­ren zu Dir und über­zeu­ge mich!!

Aber ich glau­be, wenn das mög­lich wäre, da wür­dest Du Dir sehn­lichst wün­schen, daß wir schlecht Wet­ter haben, ja? Nun will ich Dich auch heu­te schon lei­se dar­auf vor­be­rei­ten, mein Dicker­le, daß Mut­ti mor­gen viel Arbeit hat und daß es viel­leicht nur zu einem ganz klei­nen Gruß reicht! Du bist nicht bös dar­um, ich weiß es. Und Du bist gewiß, daß ich alles mög­lich mache, Dir ein paar Zei­len zu schrei­ben. Mal sehen, wie müde ich bin. Du!! Ja? Das Licht ist ange­brannt wor­den. Es soll heu­te zei­tig ins Bett­lein gehen! So lau­tet der Befehl von Mutsch. Mor­gen früh um 6 Uhr beginnt das Fest.

Du mein gelieb­ter [Roland]! Herz­lieb, Du!! Mit Glück und Freu­de lese ich Dei­ne so lie­ben Bogen! Du beglückst mich so tief! Du!! Und ich will Dir von Her­zen dan­ken für all Dei­ne gro­ße Lie­be und Treue! So dank­bar bin ich dem Herrn, daß er Dich mir so gnä­dig behü­te­te auf die­ser end­lo­sen Fahrt ins frem­de Land. Die Gefah­ren und Schre­cken wer­den mir erst recht gegen­wär­tig, wenn ich Dei­ne nähe­ren Schil­de­run­gen hier­zu lese. Dop­pelt dank­bar atme ich auf, daß alles glück­lich hin­ter Dir liegt. Wie gut, daß ich mir das alles vor­her nicht aus­ma­len konn­te, ich wäre vor Sor­ge um Dich ver­gan­gen. Wenn Du mir nur auch so wohl­be­hal­ten von der Rück­rei­se kommst[!] Das ist, was ich mir ganz sehn­lich wün­sche.

Wo wird mein Herz­lieb heu­te Ostern fei­ern? Ihr habt ganz gewiß einen schö­nen Gang in die früh­lings­haf­te Natur getan? Du wirst mir berich­ten und ich freue mich schon dar­auf. Ich gön­ne Dir von gan­zem Her­zen, daß Dir die­se frem­de Schön­heit erschlos­sen wird. Und Du weißt, wo allein die­se Schön­heit zu suchen und zu fin­den ist. Mit Schre­cken lese ich, wel­che Wege schon wie­der die meis­ten Sol­da­ten gehen. Das bleibt ein ewi­ges Übel, solan­ge die­ser Krieg währt. – Nun, mein herz­lie­ber [Roland]! Gute Nacht! Gott sei mit Dir alle­zeit!

Er seg­ne unsern Bund! Ich bin so glück­lich und gewiß Dei­ner Lie­be u[nd]. Treue! Mögest Du eben­so froh und glück­lich sein Herz­al­ler­liebs­ter! Du!! Ich bin Dein – Du bist mein[.] Das ist, was in mir singt und klingt! Jubeln­der, als alle Oster­glo­cken! Gelieb­ter!!

Ich lie­be Dich! So treu und wahr!

Ewig Dei­ne [Hil­de]. Dein!!!T&Savatarsm

Plea­se fol­low and like us:
error

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.