09. Dezember 1940

Minnehaha
Min­ne­ha­ha, fik­ti­ve Figu­re aus Hen­ry Wadsworth Long­fel­lows 1855 Gedicht, Das Lied von Hia­wa­tha und Lieb­ha­ber von Hia­wa­tha. Als “lachen­des Was­ser” falsch über­setzt bedeu­tet Min­ne­ha­ha “Was­ser­fall” or “Schnel­les Was­ser” in Dako­ta.
[401209–1‑1]

Mon­tag, den 9. Dezem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein!

Du, ganz regel­mä­ßig kommt Dein lie­ber Bote jetzt! Ich freue mich so dar­über und bin Dir so dank­bar! Du!! Ein klein wenig benei­de ich Dich um Dei­ne unge­stör­te Ruhe. Bei mir fehlt und Ruhe und manch­mal sogar die Zeit. Heu­te wird sie schon wie­der knapp. Brunnen‑, Quel­len­wei­he ist heu­te. Du warst sel­ber noch hier, als der Chef die Vor­be­rei­tun­gen dazu in [G]ang setz­te. Die Fah­ne, von der Du weißt, weht schon 3 Tage auf dem Bohr­ge­rüst. Ich schrei­be jetzt eben in der Pau­se zwi­schen dem Tauf­akt und der Fei­er in unse­rem Gemein­schafts­raum. „Minaha­ha” (das ist india­nisch) heißt uns[e]re Quel­le, „Lache­nes Was­ser von Bar­kels­by”. Der Was­ser­wa­gen war schwarz umflort, die Pfer­de geputzt. Die gan­ze Kom­pa­nie war zum Tauf­akt ange­tre­ten.

Hennepin county MN IMG 1747 minnehaha minneapolis
Der Fluß Min­ne­ha­ha, nähe der Ein­mü­dung ins Mis­sis­sip­pi, Min­nea­po­lis, MN, USA. Pho­to: Bjo­ert­ve­dt, 09.07. 2012, CCA-SA 3.0 Unpor­ted Lizenz über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2015.
Es war schon däm­me­rig. Die Quel­le war durch Bunt­feu­er illu­mi­niert. Der Chef hielt eine humo­ri­ge Tauf­re­de, mit Platz­pa­tro­nen wur­de Salut geschos­sen. Nun soll nach­her der Tauf­schmaus­ge­hal­ten [sic] wer­den. Uns[e]re Geschich­te von Bar­kels­by soll noch ein­mal vor­ge­tra­gen wer­den. Auch sonst wer­de ich musi­ka­lisch noch ein wenig ein­ge­spannt sein. Ich bin wei­ter nicht bös dar­über, zuge­gen sein muß ich ja doch. Ach Du! Ich bin so froh in mei­nem Her­zen. Mit Dei­nem lie­ben, lie­ben Boten kam der Gruß vom Lichtlabend. Und heu­te mit­tag [sic] kam auch Post von Hau­se [sic]. Alle den­ken mei­ner in Lie­be, mit guten Wün­schen. Aber Du! Liebs­te! Dein Geden­ken, das ist mei­ne gan­ze Freu­de und Son­ne, mein Lebens­atem, Du!!
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Frank Wede­kind, Autor von Mine-Haha oder Über die kör­per­li­che Erzie­hung der jun­gen Mäd­chen, Mün­chen: Albert Lan­gen Ver­lag, 1903, Bild: Gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2015.

Ja, gleich wird die Post gehen. Es war so kur­ze Zeit. Heut abend, Liebs­te! Wach­bat­te­rie ist heu­te, heut abend will ich Dei­ner lieb und flei­ßig den­ken. Ich kam erst ½ 1 Uhr los von der Fei­er. Ich habe ihnen bis zum Kehr­aus spie­len müs­sen, der Kapi­tän­leut­nant woll­te es, damit nicht so viel getrun­ken wür­de.

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Wil­liam de Left­wich Dodge, Death of Min­ne­ha­ha, 1892, Gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2015.

So leid es mir tat um Dei­net­wil­len, daß Du nun zu kurz kämest — so froh war ich auch bei mir um Dei­net­wil­len: daß ich ohne Auf­dring­lich­keit Gele­gen­heit habe zu zei­gen, daß ich nicht nur ein arm­se­li­ges Schrei­ber­lein bin — daß ich etwas von mei­ner Eigen­heit durch­leuch­ten las­sen konn­te, und Du weißt es Liebs­te, es kann uns [^]nur zugu­te­kom­men. Und es freut mich nur um Dich, um Dei­net- und unse­ret­wil­len, so wie ich mich für Dich gefreut habe auf den Lichtlabend, die Sing­stun­de. Gelieb­te! Herz­al­ler­liebs­te! Ich möch­te Dich so glück­lich machen. Du!!!

[Samu­el Cole­ridge-Tay­lorThe Song of Hia­wa­tha, Op. 30: The Death of Min­ne­ha­ha, über Chris God­dard, 12.01.2015, You­tube, 12.2015.]

Ich lie­be Dich so sehr! Ich möch­te Dir so dank­bar sein für Dei­ne Lie­be! Ich möch­te Dich so beschen­ken, Liebs­te! Du bist mir so weit, daß ich Dich gar nicht genug besche[n]ken kann. Du! Ich bin so sehr glück­lich, daß Du ganz mein bist und mein sein willst.

Du, Du Post. Ich bin in Ewig­keit

T&SavatarsmDein [Roland]! Dein!!!

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