21. November 1940

Coventry bomb damage H5600.jpg
Unter­des­sen gin­gen die deut­schen Luft­an­grif­fe auf der bri­ti­schen Insel unver­min­dert wei­ter. Hier die zer­stör­te Innen­stadt von Coven­try, 11.1940. Foto von Lt. Tay­lor (Lt), offi­zi­el­ler Kriegs­fo­to­graf, Samm­lung Impe­ri­al War Muse­um, Bild H 5600, lizen­ziert unter Gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 11.2015.

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Don­ners­tag, d. 21. Novem­ber 1940.

Du! Herz­lieb! Gelieb­te! Hol­de!

20 — 21 — 22, [Roland] und [Hil­de], Hubo und Hol­de!!!

Du, was soll ich noch Dum­mes schrei­ben? Ist es denn mög­lich? Mor­gen? Noch ein­mal schla­fen, oder nicht schla­fen? Du!! Und über 24 Stun­den will sie bei mir sein?!! Und sie wird wirk­lich kom­men!, Du wirst kom­men!!! Deine Bote vom Diens­tag hat mich des­sen sicher gemacht!!

Gelieb­te! So viel nimmst Du auf Dich mei­net­we­gen! Aber ich tät[‘] es ja auch, Du weißt es!!

Du! Heut[‘] vor­mit­tag gegen ½ 11 Uhr, da fing ja mei­ne Hand so an zu zit­tern beim Schrei­ben! Hast [Du] wie­der so an mich gedacht? Du! Ich fürcht[‘] mich rich­tig ein bis­sel [sic: biss­chen] vor die­ser Nacht! Ich möcht[‘] doch noch mal ganz fest und bewußt­los schla­fen, aber ich werd[‘] es nicht kön­nen! Wenn es ein Mit­tel gäbe! Aber Dir wird es nicht anders gehen! Du! Ich hät­te Dich heu­te beob­ach­ten wol­len bei Dei­nen Ver­wand­ten — so voll Rei­se­fie­ber! so [sic] voll Unrast, so voll Wol­len zum Wei­ter­rei­sen! Zu mir, Du!! Und die Sor­ge dar­um, daß Du nun den Zug errei­chen wirst! Wie­viel [sic] Weck­uh­ren hast wohl auf­ge­bo­ten! Gelieb­te! Glück­li­che Rei­se wün­sche ich Dir, ich will dar­um beten, Du!!

Was soll ich schrei­ben, damit der Abend hin­geht? Ja Du! Heu­te weiß ich nichts Geschei­tes mehr. Und so wird es auch mor­gen sein: Nichts Geschei­tes mehr. Ganz sehr zusam­men­neh­men muß ich mich, um ganz brav zu blei­ben! Gelieb­te! Die­se Zei­len [^]wer­den Dir der ers­te Gruß sein! Zum zwei­ten Male bist [Du] an der See, zum zwei­ten Male bei einem Sol­da­ten — und dies­mal? Bei dem rich­ti­gen!!! Du lie­be, gute, treue See­le!!! Und das Was­ser ist viel zu kalt, kannst Dich nur in die Arme Dei­nes Hubo stür­zen! Brauchst gar kein Bade­hös­chen dazu! Psst! Aber viel­leicht die Bade­müt­ze, Du! Ja Du! Nun sehe ich uns schon zie­hen auf dem Weg zur Frau Hol­le — unter­ge­hakt, wenn es geht. Du! Es ist ein gar heim­li­cher Weg! Und dann wer­de ich Dir zei­gen, ganz unvor­be­rei­tet, wo Dein Liebs­ter lau­fen muß — und in die Augen wer­de ich Dir lie­be­voll schau­en — um Dir über die ers­te Ent­täu­schung hin­weg­zu­hel­fen — und dann wer­den wer­den wir zu Frau Hol­le kom­men, gleich hin­ten­her­um — und dann — dann wirst Du ihn schau­en, den Ort der Erfül­lung — Herz­al­ler­liebs­te — einen lan­gen, lie­ben Kuß! und dann — bald — dann kommt Dein Liebs­ter heim — zu Dir — zu Dir, Gelieb­te! — heim zu Dir!!— schnell? — schnell? — ganz schnell, Du! — so bald und schnell er kann!! Du! Du!! Bald kommt er!!! Paro­le? — “Hol­de!” Wirst mich ein­las­sen? Ins Stüb­chen? Zu Dir? Gefan­gen bist Du dann!! Mein bist Du dann!!! Über­leg Dirs [sic] fein! Und wenn Du mich nicht ein­läßt? — Du, ich bleib bei Frau Hol­les Häus­chen und bela­ge­re es — und möch­ten sie kom­men, Feld­we­bel u.[nd] Haupt­mann, sie bräch­ten mich nicht anders weg als mit böser Gewalt! Du! — Du! Könn­test [Du] so grau­sam sein mit mir? — O nein, nein! Und kön­ne ich nicht her­ein, Du kön­nest her­aus, Liebs­te!!

Du und ich! Wir bei­de!! Ich bin Dein [Roland]! Und Du bist mei­ne

Hol­de, mei­ne Hol­de!!!

Paro­le? “Hol­de.”T&Savatarsm

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