11. Oktober 1940

Bundesarchiv Bild 183-L17036, Kinderlandverschickung
Kin­der­land­ver­schi­ckung durch die NSV, hier ein Foto vom 23.9.1940 auf dem Kin­der von der Water­kant inmit­ten im Berch­tes­gar­de­ner Land zu sehen sind, die von Alarm­si­gna­len der Flie­ger­an­grif­fe geschont wer­den soll­ten. All­ge­mei­ner Deut­scher Nach­rich­ten­dienst — Zen­tral­bild (Bild 183), DBa, Bild 183-L17036 / CC-BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
[401011–2‑1]

Frei­tag, am 11. Okto­ber 1940 in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter [Roland]!

Noch kein Zei­chen hat mein Herz in Hän­den von mir? Ach Du! Nun hast Du doch unter­des­sen ganz gewiß einen, nein vie­le Boten von mir emp­fan­gen kön­nen. Du! Liebs­ter! Es ist mir so leid, daß Du so lan­ge war­ten muß­test. Ich weiß ja, wie schlimm das ist und man weiß weder aus noch ein mit sei­ner Sehn­sucht. Wie könn­te ich Dich ver­ges­sen, Du?! Du! Eher ver­gä­ße ich irgend etwas anders, als mei­nem [Roland] zu schrei­ben! Jeden Tag dach­te ich Dei­ner. Du wirst das auch alles noch bestä­tigt fin­den. Du! Liebs­ter! Herz­al­ler­liebs­ter! Ich lie­be Dich ja so sehr!

Es ist heu­te ganz wenig Zeit. Elfrie­de schrieb, daß sie mich heu­te in L. auf dem Bahn­hof erwar­tet. Und es ist mir nun auch nicht mehr mög­lich, abzu­sa­gen; es wür­de sie nicht errei­chen. Und somit ist nun auch mein anfäng­li­chen Schwan­ken dar­über ent­schie­den wor­den, durch sie. Ich wer­de in 2 Stun­den fah­ren, um 12 [Uhr]. Du! Ich den­ke ganz fest an Dich. Dei­ne Boten müs­sen nun alle mei­ner har­ren bis zum Mon­tag, da kom­me ich wie­der, mein Lieb! Aber mein Schrei­be­block wird mit mir fah­ren. Ich muß Zeit fin­den für mei­nen Hubo, auch in D.. Jetzt will ich noch­mal für Mut­ter in die Stadt und packen. Das Kind will nicht ankom­men, Du!! Wie habe ich lachen müs­sen über mei­ne Aus­drucks­form in einem der Brie­fe an Dich, wo ich Dir die Aun­kunft die­ses NSV Kin­des mit­teil­te. So recht wie ich es so bei mir den­ke, hin­ge­schrie­ben, egal, ob es der Emp­fän­ger auch so auf­nimmt! Ja, Dei­ne Mut­ter ist ja über das gefähr­lich Alter hin­aus nun.

Bundesarchiv Bild 146-2003-0053, NSV-Schwester mit Kindern bei Ausflug.jpg
NSV-Schwes­ter mit Kin­dern bei Aus­flug, 1943, DBa, Bild 146‑2003-0053 / CC-BY-SA 3.0. Lizen­ziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.

Liebs­ter, Du! Sei viel­mals bedankt für Dei­nen lie­ben Brief vom Diens­tag. Ach Du! Ich allein weiß, wie Dir ums Her­ze ist, ich allein kann Dir alles nach­füh­len. Du, ich glau­be doch selbst manch­mal am Ende zu sein. Und immer muß ich mich wie­der auf­raf­fen, weil ich weiß,Du hast mich eben­so sehr lieb, auch Du war­test, sehnst Dich, maß­los.

Liebs­ter! Wir wol­len die Hoff­nung nicht ver­lie­ren auf ein Wie­der­sehn.

Herz­lieb! Ich bin immer bei Dir! Ich küs­se Dich innig!

Behü­te Dich Gott, blei­be froh und gesund!

Ich lie­be Dich, Du!

In Treue immer­dar

Dei­ne [Hil­de].T&Savatarsm

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